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Garten-Tipps: »Ich würde bei einer Neuplanung nicht gleich alles mit Rollrasen auslegen«
Schlagzeilen · 26.07.2026 20:42

Garten-Tipps: »Ich würde bei einer Neuplanung nicht gleich alles mit Rollrasen auslegen«

Kurz: Ein ehemaliger Rewe-Manager hat den Schlossgarten Petzow in ein grünes Paradies verwandelt. Welche Lehren lassen sich daraus für die eigene Gartenplanung ziehen

Einblicke in die Kunst der Gartenkultur

Der Schlossgarten Petzow in Brandenburg gilt als ein herausragendes Beispiel für gelungene Gartenkultur. Mit seinen historischen, rund 100 Jahre alten Weinstöcken und einer fast märchenhaften Atmosphäre zieht er Besucher in seinen Bann. Doch hinter der ästhetischen Gestaltung verbirgt sich eine Philosophie, die weit über das bloße Pflanzen von Blumen hinausgeht. Verantwortlich für diese Transformation ist ein ehemaliger Manager aus dem Einzelhandel, der seine berufliche Erfahrung in eine neue Leidenschaft eingebracht hat.

Die Philosophie des Eigenlebens

Ein zentraler Aspekt bei der Gestaltung eines Gartens ist die Akzeptanz, dass Natur nicht vollständig kontrollierbar ist. Wie die Erfahrungen in Petzow zeigen, entfaltet ein Garten erst dann seine volle Wirkung, wenn man ihm Raum gibt, ein gewisses Eigenleben zu führen. Dies erfordert von den Besitzern nicht nur handwerkliches Geschick, sondern vor allem Geduld und die Bereitschaft, den Pflanzen die Zeit zu geben, die sie für ihre Entwicklung benötigen.

Fehler bei der Neuplanung vermeiden

Wer vor einer Gartenneugestaltung steht, neigt oft dazu, schnelle Lösungen zu suchen, um sofort ein fertiges Ergebnis zu sehen. Ein häufiger Fehler ist dabei die großflächige Verlegung von Rollrasen. Auch wenn dieser auf den ersten Blick eine gepflegte Optik bietet, ist er oft nicht die nachhaltigste oder ästhetischste Lösung für eine langfristige Gartenplanung. Experten raten dazu, den Garten als ein dynamisches System zu begreifen, das sich über Jahre hinweg entwickelt, statt auf eine sofortige, statische Begrünung zu setzen.

Strategien für die Gestaltung

Die Arbeit im Schlossgarten Petzow verdeutlicht, dass eine erfolgreiche Gartengestaltung auf einer Kombination aus Struktur und Wildwuchs basiert. Zu den wichtigsten Ansätzen gehören:

* **Geduld als Werkzeug:** Pflanzen brauchen Zeit, um ihre volle Pracht zu entfalten. Ein Garten ist kein fertiges Produkt, sondern ein Prozess.

* **Respekt vor dem Bestand:** Alte Strukturen, wie etwa historischer Baumbestand oder alte Weinstöcke, sollten in die Planung integriert und geschützt werden.

* **Weniger ist mehr:** Statt sofort alles mit Rollrasen zu bedecken, empfiehlt es sich, Flächen sukzessive zu gestalten und den Boden sowie die Umgebung in die Planung einzubeziehen.

Ausblick auf die eigene Gartengestaltung

Die Transformation des Schlossgartens Petzow zeigt, dass ein Garten ein Ort der Entspannung und Inspiration sein kann, wenn man ihn mit Bedacht und Respekt vor der Natur plant. Für Hobbygärtner bedeutet dies, den Fokus von der schnellen Umsetzung hin zu einer nachhaltigen Entwicklung zu verschieben. Wer bereit ist, den Garten als lebendiges Projekt zu betrachten, wird langfristig mit einem Refugium belohnt, das weit über die kurzfristige Optik eines frisch verlegten Rasens hinausgeht.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/rustikaler-blumenkubel-mit-heuchera-und-efeu-dekor-34099669/ · Foto: Gundula Vogel
Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/garten-tipps-ich-wuerde-bei-einer-neuplanung-nicht-gleich-alles-mit-rollrasen-auslegen-a-e48dfb2e-4a0d-4517-9df8-e69b288f6088#ref=rss