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Gamescom: Dlss 4.5: Nvidia veröffentlicht neues Ray-Reconstruction-Modell
Technik · 25.08.2026 19:15

Gamescom: Dlss 4.5: Nvidia veröffentlicht neues Ray-Reconstruction-Modell

Kurz: Nvidia veröffentlicht zur Gamescom DLSS 4.5 mit einem neuen Ray-Reconstruction-Modell, das Bildqualität in Raytracing-Spielen deutlich verbessern soll.

Was geschehen ist: Ein technischer Meilenstein zur Gamescom

Im Rahmen der diesjährigen Gamescom hat der Grafikkartenhersteller Nvidia eine signifikante Aktualisierung für seine DLSS-Technologie (Deep Learning Super Sampling) angekündigt und bereits für die Öffentlichkeit freigegeben. Das Unternehmen stellt ein neues Ray-Reconstruction-Modell bereit, das unter der Versionsnummer 4.5 firmiert. Ziel dieser technologischen Weiterentwicklung ist es, die visuelle Qualität in Spielen, die intensiv Gebrauch von Raytracing-Techniken machen, spürbar zu steigern. Die Kernproblematik, die Nvidia mit diesem Update adressiert, liegt in der Natur der aktuellen Raytracing-Berechnungen: Da moderne Grafikkarten nicht in der Lage sind, jeden einzelnen Lichtstrahl für jedes Pixel in Echtzeit vollständig zu berechnen, entstehen bei der Bildausgabe zwangsläufig unvollständige und verrauschte Daten. Das neue KI-Modell fungiert als intelligenter Denoiser, der diese Defizite durch eine präzisere Analyse räumlicher und zeitlicher Bilddaten aus der jeweiligen Spiel-Engine ausgleicht. Nutzer von GeForce-RTX-Grafikkarten können das Update ab sofort über die Nvidia-App beziehen, wobei der Prozess derzeit noch über einen Early-Access-Modus abgewickelt wird, bevor im September der offizielle Release für alle Anwender erfolgen soll.

Die Einzelheiten: Technik, Installation und Performance

Das neue Ray-Reconstruction-Modell, welches in der Nvidia-App als „Preset F“ gelistet ist, setzt für seinen Betrieb spezifische Voraussetzungen voraus. Anwender müssen zunächst den GeForce Game Ready Driver in der Version 580.88 oder einer neueren Fassung installieren. Um Zugriff auf das Feature zu erhalten, ist in der Nvidia-App unter den Menüpunkten „Einstellungen“ und „Info“ die Anmeldung für Early-Access-Versionen erforderlich. Nach dieser Aktivierung lässt sich das Modell unter „Grafik“, „Treibereinstellungen“ und „DLSS Override – Modell-Presets“ gezielt auswählen. Die technologische Verbesserung zeigt sich primär in einer Reduktion von Bildartefakten, die in der Fachsprache als Ghosting, Unschärfe oder Boiling-Effekte bekannt sind. Diese Artefakte entstehen bisher oft bei schnellen Bewegungen oder komplexen Lichtverhältnissen in Raytracing-Szenarien. Erste Vergleichsvideos, die bereits vor der offiziellen Ankündigung durch das Durchsickern einer DLL-Datei aus einem Build von „Call of Duty: Modern Warfare 4“ kursierten, bestätigen die Wirksamkeit des Modells. Besonders in grafisch anspruchsvollen Titeln wie „Cyberpunk 2077“ oder „Alan Wake 2“ soll die Bildqualität deutlich profitieren, ohne dass die Framerate der Spiele dabei nennenswerte Einbußen erleiden würde. Aktuell unterstützen bereits 30 Spiele die Ray-Reconstruction-Technologie, darunter prominente Titel wie „Avatar: Frontiers of Pandora“, „Indiana Jones und der Große Kreis“ sowie „Pragmata“.

Hintergrund: Vom Rauschen zur KI-gestützten Rekonstruktion

Die Entwicklung von Ray Reconstruction ist eine direkte Antwort auf die physikalischen Limitierungen heutiger GPU-Architekturen bei der Echtzeit-Lichtberechnung. Klassische Denoiser-Algorithmen, die bisher zur Glättung des verrauschten Bildmaterials eingesetzt wurden, stießen bei komplexen Lichtstrahl-Abtastungen oft an ihre Grenzen. Nvidia hat diesen Ansatz mit der Einführung von Ray Reconstruction grundlegend verändert. Anstatt lediglich ein statisches Filterverfahren anzuwenden, nutzt das Unternehmen ein KI-Modell, das darauf trainiert wurde, die räumlichen und zeitlichen Zusammenhänge innerhalb einer Spielszene zu verstehen. Dies erlaubt eine zuverlässigere Rekonstruktion der Pixel, da die KI vorhersagen kann, wie sich Licht und Schatten in einer dynamischen Umgebung verhalten. Die vorliegende Version 4.5 stellt dabei eine evolutionäre Stufe dar, die aus den Erfahrungen der Vorgängerversionen gelernt hat. Dass eine Vorabfassung bereits vor dem offiziellen Start durch eine DLL-Datei in Umlauf geriet, unterstreicht das große Interesse der Community an einer Verbesserung der Bildstabilität. Die nun veröffentlichte Version ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Optimierung, die darauf abzielt, die visuelle Treue ohne massiven Rechenaufwand zu maximieren.

Die Beteiligten: Nvidia und die Spieleindustrie

Im Zentrum dieser Entwicklung steht die Nvidia Corporation, die sowohl die Hardware-Basis in Form der GeForce-RTX-Grafikkarten stellt als auch die Software-Infrastruktur durch die Nvidia-App und die Game-Ready-Treiber kontrolliert. Die Entscheidung, das neue Modell zunächst im Early-Access-Verfahren über die Nvidia-App zu verteilen, zeigt eine klare Strategie zur Qualitätssicherung und Nutzerbindung. Auf der anderen Seite stehen die Entwicklerstudios, deren Spiele von dieser Technologie profitieren. Titel wie „Cyberpunk 2077“ von CD Projekt Red oder „Alan Wake 2“ von Remedy Entertainment dienen hierbei als Referenzpunkte für die Leistungsfähigkeit der Ray-Reconstruction-Technik. Diese Spiele sind dafür bekannt, extrem aggressive Raytracing-Einstellungen zu nutzen, was sie zu idealen Testumgebungen für die neuen KI-Modelle macht. Auch zukünftige Blockbuster wie „Indiana Jones und der Große Kreis“ sind bereits in die Liste der unterstützten Titel aufgenommen worden, was die enge Verzahnung zwischen Nvidias Hardware-Innovationen und der Spieleentwicklung unterstreicht. Die Nutzerbasis, also die Besitzer von GeForce-RTX-Karten, fungiert hierbei als Anwender, die durch ihr Feedback und die Nutzung der Early-Access-Funktionen direkt an der finalen Ausreifung des Produkts beteiligt sind.

Einordnung: Was das Update für Spieler bedeutet

Einzuordnen ist das neue Modell als konsequente Fortführung von Nvidias Strategie, die Bildqualität durch KI-gestützte Verfahren zu steigern, anstatt allein auf die rohe Rechenleistung der Hardware zu setzen. Den Berichten zufolge stellt die Reduzierung von Ghosting und Boiling-Effekten einen der größten Sprünge in der visuellen Darstellung von Raytracing-Spielen dar. Während die reine Auflösung oder die Anzahl der berechneten Lichtstrahlen oft im Fokus stehen, ist die Stabilität des Bildes bei Bewegung – also die Vermeidung von Artefakten – für die Immersion des Spielers von entscheidender Bedeutung. Das Modell 4.5 scheint hier eine Balance zu finden, die die visuelle Klarheit erhöht, ohne die Performance-Einbußen zu provozieren, die man von herkömmlichen, rein rechenintensiven Filtern kennen könnte. Es ist davon auszugehen, dass Nvidia mit diesem Schritt versucht, die Akzeptanz von Raytracing weiter zu erhöhen, indem die visuelle Qualität auch auf Hardware-Ebenen, die nicht am absoluten Limit arbeiten, konsistent gehalten wird. Die Tatsache, dass das Modell als „Preset“ in der Nvidia-App wählbar ist, deutet zudem auf eine zunehmende Modularisierung der Grafik-Einstellungen hin, bei der der Nutzer mehr Kontrolle über die Art der Bildaufbereitung erhält.

Offene Fragen: Was noch unklar bleibt

Trotz der detaillierten Informationen zur Installation und den Vorteilen des neuen Ray-Reconstruction-Modells bleiben einige Aspekte unbeantwortet. Der Quelltext macht beispielsweise keine expliziten Angaben dazu, ob das Modell 4.5 auf älteren RTX-Grafikkartengenerationen zu identischen Ergebnissen führt oder ob es spezifische Hardware-Anforderungen innerhalb der RTX-Familie gibt, die eine optimale Nutzung einschränken könnten. Auch bleibt unklar, wie sich das neue Modell in Bezug auf die Latenz verhält; während die Bildrate laut Berichten nicht nennenswert sinkt, wird die Frage der Eingabeverzögerung durch die zusätzliche KI-Berechnung nicht explizit thematisiert. Zudem ist offen, ob das „Preset F“ in allen 30 unterstützten Spielen gleichermaßen effektiv arbeitet oder ob es für bestimmte Engines spezifische Anpassungen gibt, die in zukünftigen Updates nachgereicht werden müssen. Auch die genaue technische Funktionsweise der „räumlichen und zeitlichen Bilddatenanalyse“ im Vergleich zum Vorgängermodell wird nur oberflächlich beschrieben, ohne tiefergehende Einblicke in die Architektur des KI-Modells zu gewähren. Schließlich ist nicht bekannt, ob das Modell nach dem offiziellen Release im September automatisch für alle Nutzer aktiviert wird oder ob die manuelle Auswahl über die Nvidia-App dauerhaft als Standard vorgesehen bleibt.

Wie es weitergeht: Der Zeitplan für den Release

Die aktuelle Phase der Bereitstellung ist als Early Access definiert, was bedeutet, dass der Prozess der Fehlerbehebung und Feinjustierung noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Nvidia hat den September als Zielmonat für die Veröffentlichung der finalen Version des Ray-Reconstruction-Modells kommuniziert. Bis zu diesem Zeitpunkt wird das Modell exklusiv über den beschriebenen Weg in der Nvidia-App für Nutzer mit dem entsprechenden Game Ready Driver 580.88 oder neuer verfügbar sein. Nach dem offiziellen Release im September ist davon auszugehen, dass das Modell in den regulären Treiber-Zyklus integriert wird, wodurch die manuelle Anmeldung für Early-Access-Versionen entfallen könnte. Spieler können zudem erwarten, dass die Liste der unterstützten Titel weiter wächst, da die Integration von Ray Reconstruction eine Kooperation zwischen Nvidia und den jeweiligen Spieleentwicklern erfordert. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob das Feedback der Early-Access-Nutzer zu weiteren Anpassungen am „Preset F“ führen wird oder ob die aktuelle Version bereits die finale Grundlage für den breiten Rollout darstellt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/internet-technologie-luxus-computer-4581816/ · Foto: Nana Dua
Quelle: https://www.heise.de/news/DLSS-4-5-Nvidia-veroeffentlicht-neues-Ray-Reconstruction-Modell-11425617.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag