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(g+) Technology: No room for data centers? South Korea wants to build one underwater
Technik · 19.08.2026 18:30

(g+) Technology: No room for data centers? South Korea wants to build one underwater

Kurz: Südkorea plant ein Unterwasser-Rechenzentrum vor der Küste von Ulsan, um den steigenden Platzbedarf für KI-Infrastruktur auf begrenzter Landfläche zu decken.

Ein innovativer Vorstoß in die Tiefe

Angesichts eines massiven Platzmangels für die rasant wachsende digitale Infrastruktur geht Südkorea einen technisch ambitionierten Weg. Das Land arbeitet derzeit an der Entwicklung eines Unterwasser-Rechenzentrums. Ziel dieses Vorhabens ist es, den enormen Bedarf an Kapazitäten für Künstliche Intelligenz (KI) zu decken, ohne dabei wertvolle und ohnehin knappe Landflächen in Anspruch nehmen zu müssen. Das zuständige Ministerium für Ozeane und Fischerei hat im April dieses Jahres die Weichen gestellt und die südöstlich gelegene Industriestadt Ulsan als Standort für ein wegweisendes Pilotprojekt ausgewählt. Diese Region, die traditionell als Zentrum für den Automobilbau und die Schiffbauindustrie bekannt ist, soll nun zum Ausgangspunkt für eine neue Ära der IT-Infrastruktur werden. Sollte sich das Konzept in der Praxis als tragfähig erweisen, könnte dies den Grundstein für den Bau eines weitläufigen Unterwasser-Komplexes legen, der speziell auf die Anforderungen moderner KI-Systeme zugeschnitten ist. Die Initiative unterstreicht den hohen Stellenwert, den die südkoreanische Regierung der technologischen Souveränität und der Bereitstellung notwendiger Ressourcen für die KI-Entwicklung beimisst.

Details zum Standort und den Ambitionen

Die Wahl von Ulsan als Standort für dieses Unterwasser-Projekt ist strategisch begründet. Die Stadt verfügt über eine ausgeprägte industrielle Basis, die bereits über die notwendige Erfahrung im Umgang mit maritimen Großprojekten verfügt. Das Projekt, das am 19. August 2026 durch Berichte von Nami Matsuura für Nikkei Asia bekannt wurde, befindet sich derzeit in der Phase der Konzeption und technischen Erprobung. Die Verantwortlichen im Ministerium für Ozeane und Fischerei betrachten Ulsan nicht nur als bloßen Testort, sondern als Modellregion. Die technischen Spezifikationen für ein solches Unterwasser-Rechenzentrum sind komplex, da sie nicht nur den Betrieb der Server, sondern auch deren Kühlung und die Energieversorgung in einer feindlichen, salzhaltigen Umgebung sicherstellen müssen. Das Pilotprojekt soll hierzu wertvolle Daten liefern, die später in die Planung eines deutlich größeren, unterseeischen KI-Infrastruktur-Komplexes einfließen werden. Die südkoreanische Regierung verfolgt damit einen ganzheitlichen Ansatz, um die technologische Infrastruktur des Landes zukunftssicher aufzustellen, während gleichzeitig der Druck auf die städtischen Ballungszentren minimiert wird.

Hintergrund der Platznot

Die Notwendigkeit für dieses Unterwasser-Rechenzentrum ergibt sich aus der spezifischen geografischen und wirtschaftlichen Situation Südkoreas. Das Land verfügt über eine stark begrenzte Landfläche, auf der sich bereits eine hohe Dichte an Wohngebieten, Industrieanlagen und Infrastruktureinrichtungen befindet. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Rechenleistung durch den KI-Boom explodiert. Herkömmliche Rechenzentren benötigen jedoch nicht nur viel Fläche, sondern auch enorme Mengen an Energie und Kühlung. Die Kombination aus Landknappheit und dem Wunsch, die Umweltbelastung durch die Kühlung der Server zu reduzieren, hat die Planer dazu bewogen, das Meer als neuen Standort in Betracht zu ziehen. Die Idee, Rechenzentren unter Wasser zu verlegen, ist international zwar bereits diskutiert worden, doch die Umsetzung in diesem industriellen Maßstab, wie sie Südkorea nun anstrebt, stellt eine neue Qualität der technologischen Entwicklung dar. Die Vorgeschichte dieses Projekts ist eng mit der nationalen Strategie verknüpft, sich als führende KI-Nation zu etablieren, ohne dabei an die physischen Grenzen des eigenen Territoriums zu stoßen.

Die beteiligten Akteure und Institutionen

An der Spitze der Entscheidungsprozesse steht das südkoreanische Ministerium für Ozeane und Fischerei. Diese Behörde fungiert als zentraler Planer und Auftraggeber für das Unterwasser-Projekt. Durch die Auswahl von Ulsan als Standort für das Pilotprojekt hat das Ministerium die Weichen für eine enge Zusammenarbeit mit der lokalen Industrie gestellt. Die Stadt Ulsan selbst spielt eine entscheidende Rolle, da sie ihre maritime Infrastruktur und ihr industrielles Know-how in das Projekt einbringt. Die Berichterstattung über diese Entwicklungen erfolgt durch internationale Medien, wobei Nami Matsuura von Nikkei Asia als zentrale Quelle für die aktuellen Informationen dient. Die Beteiligung dieser Akteure verdeutlicht, dass es sich bei diesem Vorhaben um eine staatlich gelenkte Initiative handelt, die tief in der nationalen Industriepolitik verwurzelt ist. Es gibt keine Hinweise auf private Partner oder internationale Technologiekonzerne, die in diesem frühen Stadium offiziell als Hauptakteure genannt werden, was die staatliche Kontrolle über die technologische Entwicklung unterstreicht.

Einordnung und offene Fragen

Einzuordnen ist das Projekt als ein mutiger Versuch, technologische Innovation mit geografischen Notwendigkeiten in Einklang zu bringen. Den Berichten zufolge ist das Vorhaben ein direktes Resultat des Platzmangels, der Südkorea dazu zwingt, unkonventionelle Wege zu gehen. Ob die Unterwasserlösung tatsächlich eine langfristige und ökonomisch sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Rechenzentren darstellt, bleibt abzuwarten. Es gibt jedoch eine Reihe von offenen Fragen, die der vorliegende Quelltext nicht beantwortet. Dazu gehört insbesondere die Frage nach der konkreten technischen Umsetzung der Energieversorgung unter Wasser und wie die Wartung der Server bei einem Defekt in der Tiefe gewährleistet werden soll. Zudem bleibt unklar, welche ökologischen Auswirkungen der Betrieb eines solchen Komplexes auf die marine Umwelt vor der Küste Ulsans haben könnte. Auch über die genauen Kosten des Pilotprojekts und die Zeitplanung bis zur Inbetriebnahme des ersten Testmoduls liegen derzeit keine öffentlichen Informationen vor. Die technische Realisierbarkeit unter realen Bedingungen ist somit der entscheidende Faktor, der über den Erfolg oder das Scheitern dieses ambitionierten Unterfangens entscheiden wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/technologie-monitor-gerat-drahte-17489155/ · Foto: panumas nikhomkhai
Quelle: https://www.golem.de/news/technology-no-room-for-data-centers-south-korea-wants-to-build-one-underwater-2608-212060.html