Ein glanzvolles Aufgebot am Lido
Die Filmfestspiele von Venedig haben für ihre kommende Ausgabe vom 2. bis 12. September 2026 ein Programm angekündigt, das erneut cineastische Schwergewichte und internationale Stars vereint. Festivaldirektor Alberto Barbera präsentierte eine Auswahl, die von skurrilen Charakterstudien bis hin zu gesellschaftspolitisch relevanten Dokumentationen reicht. Besonders die Rückkehr etablierter Regisseure und die Anwesenheit prominenter Hollywood-Größen unterstreichen die Bedeutung des Festivals als eine der wichtigsten Plattformen der Filmwelt.
Wettbewerb um den Goldenen Löwen
Im Zentrum des Interesses steht der Wettbewerb um den Goldenen Löwen, der dieses Jahr 20 Beiträge umfasst. Ein besonderes Highlight ist Werner Herzogs neuer Film „Bucking Fastard“. Der Regisseur, der für seine Vorliebe für exzentrische und ungewöhnliche Persönlichkeiten bekannt ist, widmet sich hier einer Geschichte, die von den Zwillingen Freda und Greta Chaplin inspiriert wurde. Die Hauptrollen der Schwestern werden von Rooney und Kate Mara übernommen.
Ebenfalls mit Spannung erwartet wird das Melodrama „Possible Love“ von Lee Chang-dong, der nach seinem Erfolg mit „Burning“ vor acht Jahren erneut in Venedig vertreten ist. Auch Martin McDonagh, ein Stammgast des Festivals, kehrt mit der schwarzen Komödie „Wild Horse Nine“ zurück. Der Film, besetzt mit einem hochkarätigen Ensemble bestehend aus John Malkovich, Sam Rockwell, Steve Buscemi und Tom Waits, thematisiert eine Mission von CIA-Agenten.
Prominente Besetzungen und neue Perspektiven
Robert Pattinson ist in Lance Oppenheims „Primetime“ zu sehen, einem Werk, das die Geschichte des US-Moderators Chris Hansen und dessen Methoden zur Überführung von Sexualstraftätern beleuchtet. Ein weiteres beachtetes Projekt ist „Bunker“ von Florian Zeller. Der Film versammelt eine beeindruckende Riege an Schauspielern, darunter Penélope Cruz, Javier Bardem, Paul Dano, Stephen Graham und Patrick Schwarzenegger. Die Handlung dreht sich um einen Architekten, der für einen Techmilliardär einen Bunker baut – ein Auftrag, der moralische Fragen aufwirft und das Vertrauen innerhalb seiner Ehe erschüttert.
Abwesenheiten und dokumentarische Schwerpunkte
Trotz der prominenten Namen sorgte die Programmauswahl auch für Diskussionen. Einige mit Spannung erwartete Spielfilme, die sich mit der Macht von Techmilliardären auseinandersetzen sollten, fehlen im diesjährigen Aufgebot. Dazu zählen Aaron Sorkins „The Social Reckoning“ über Mark Zuckerberg, Luca Guadagninos „Artificial“ über Sam Altman sowie Alejandro G. Iñárritus „Digger“ mit Tom Cruise.
Ein auffälliger Punkt ist zudem die geringe Repräsentation von Regisseurinnen im Wettbewerb. Mit der Dänin May El-Toukhy ist lediglich eine Frau in der Hauptkategorie vertreten. Das Festival versucht jedoch, dieses Ungleichgewicht durch ein starkes Dokumentarfilm-Programm auszugleichen. In der neuen Sektion „Venice Open Non Fiction“ werden Arbeiten von Laura Poitras und Julia Loktev gezeigt. Poitras thematisiert die politische Lage in Minneapolis, während Loktev ihre Serie über russische Dissidentinnen fortsetzt.
Musik, Architektur und Ehrungen
Neben dem Wettbewerb bietet das Festival weitere Höhepunkte. Die Dokumentation „Oasis – Don’t Look Back in Anger“ über die Reunion-Tour der Gallagher-Brüder verspricht einen der Höhepunkte auf dem roten Teppich, da Liam und Noel Gallagher ihr Kommen zugesagt haben. Wim Wenders bereichert das Programm mit einem Porträt über den Architekten Peter Zumthor unter dem Titel „From Inside Out – The Architecture of Peter Zumthor“.
Die Eröffnung des Festivals übernimmt Danny Boyle mit seinem neuen Film „Ink“, der sich kritisch mit dem britischen Boulevardjournalismus befasst. Die Jury wird von Maggie Gyllenhaal geleitet, die zudem ihren Kurzfilm „Flesh Impact“ vorstellt. Besondere Ehrungen für das Lebenswerk gehen in diesem Jahr an die Schauspielerin Ellen Burstyn sowie an George Clooney, die beide für ihr langjähriges Schaffen ausgezeichnet werden.