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Falcon-9-Einschlag auf dem Mond: Simulationen sagen sichtbare Staubwolke voraus
Technik · 02.08.2026 14:16

Falcon-9-Einschlag auf dem Mond: Simulationen sagen sichtbare Staubwolke voraus

Kurz: Am 5. August 2026 schlägt eine Falcon-9-Raketenstufe auf dem Mond ein. Forscher simulieren das Ereignis und erwarten eine für Teleskope sichtbare Staubwolke.

Ein ungewöhnliches Ereignis auf dem Erdtrabanten

Am 5. August 2026 wird der Mond Schauplatz eines seltenen, menschengemachten Ereignisses. Gegen 08:34 Uhr deutscher Zeit soll die obere Stufe einer Falcon-9-Rakete von SpaceX mit einer Geschwindigkeit von etwa 8700 Kilometern pro Stunde auf der Mondoberfläche aufschlagen. Das rund 3,9 Tonnen schwere Wrack befindet sich bereits seit über einem Jahr unkontrolliert im Weltraum.

Die Rakete war im Januar 2025 vom Kennedy Space Center in Florida gestartet, um zwei kommerzielle Mondlander – Blue Ghost-1 und Hakuto-R Mission 2 – in den Orbit zu befördern. Während die erste Stufe der Rakete planmäßig zur Erde zurückkehrte, verblieb die zweite Stufe im All. Normalerweise ist für solche Bauteile ein kontrollierter Wiedereintritt in die Erdatmosphäre vorgesehen, doch dieser Prozess schlägt gelegentlich fehl, was in diesem Fall zum nun bevorstehenden Mond-Einschlag führt.

Simulationen liefern präzise Prognosen

Da sich die Konstruktion der Raketenstufe signifikant von der eines kompakten Meteoriten unterscheidet, haben Wissenschaftler unter der Leitung von William Jo von der University of Texas in Austin den Aufprall detailliert modelliert. Die Simulationen mit dem Programm Isale verdeutlichen einen komplexen Ablauf: Zunächst dringt das massive Triebwerk in den Boden ein, bevor die kollabierenden Seitenwände die restliche Energie freisetzen. Dieser Mechanismus unterscheidet sich grundlegend von natürlichen Einschlägen.

Die Berechnungen sagen eine massive Staubentwicklung voraus. Innerhalb von nur 25 Millisekunden nach dem Aufprall sollen über zwölf Tonnen Mondmaterial aufgewirbelt werden. Dabei entstehen zwei markante Muster: Eine breite Auswurffahne, die bis zu 20 Kilometer hoch aufsteigt und sich über einen Radius von fast 200 Kilometern erstreckt, sowie ein schmaler, senkrechter Staubstrahl, der bis zu 100 Kilometer in die Höhe schießen und etwa zehn Minuten lang bestehen bleiben könnte.

Wissenschaftlicher Nutzen und Beobachtungsmöglichkeiten

Für die astronomische Gemeinschaft bietet das Ereignis eine seltene Gelegenheit. Da die aufgewirbelten Partikel im luftleeren Raum Sonnenlicht stark reflektieren, könnte die Staubwolke mit leistungsstarken Teleskopen von der Erde aus beobachtet werden. Besonders günstig sind Regionen, die einen direkten Blick auf den sonnenbeschienenen westlichen Mondrand haben.

Zudem sind Beobachtungen durch Weltraumteleskope wie Hubble sowie durch Sonden wie den Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA und die südkoreanische Danuri geplant. Diese sollen Vorher-Nachher-Aufnahmen des voraussichtlich 27 Meter breiten und fünf Meter tiefen Kraters anfertigen.

Bedeutung für die künftige Raumfahrt

Über das visuelle Spektakel hinaus erhoffen sich Experten wie Benjamin Fernando vom Los Alamos National Laboratory wichtige Erkenntnisse. Der Einschlag dient als Kalibrierungspunkt für seismische Messgeräte auf dem Mond. Zudem liefern die Daten wertvolle Informationen, um die Risiken durch künstlichen Weltraumschrott für zukünftige Mondmissionen besser bewerten zu können.

Der Vorfall wird in Fachkreisen auch als Mahnung verstanden. Experten betonen, dass ein minimaler Kursimpuls nach dem Aussetzen der Nutzlast ausgereicht hätte, um die Raketenstufe auf eine Sonnenumlaufbahn zu lenken und den Einschlag auf dem Mond zu vermeiden. Angesichts der zunehmenden Zahl an Mondmissionen rückt die Frage nach der Entsorgung von Weltraumschrott damit stärker in den Fokus der internationalen Raumfahrtplanung.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/nahaufnahme-eines-kreissageblattes-in-der-werkstatt-30237909/ · Foto: Christina & Peter
Quelle: https://www.heise.de/news/Falcon-9-Einschlag-auf-dem-Mond-Simulationen-sagen-sichtbare-Staubwolke-voraus-11394650.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag