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Erster Sieg seit März: Darmstadt 98 verschafft sich etwas Ruhe
Regional · 24.08.2026 07:24

Erster Sieg seit März: Darmstadt 98 verschafft sich etwas Ruhe

Kurz: Der SV Darmstadt 98 beendet seine lange Sieglos-Serie. Nach einem hart erkämpften 2:1-Erfolg im DFB-Pokal gegen Jena blickt Trainer Florian Kohfeldt optimistisc

Ein hart erkämpfter Befreiungsschlag in Jena

Der SV Darmstadt 98 hat seine quälend lange Durststrecke beendet und erstmals seit März wieder ein Pflichtspiel für sich entschieden. In einem intensiven DFB-Pokal-Duell gegen den Regionalligisten Carl Zeiss Jena gelang den Südhessen ein knapper, aber verdienter 2:1-Erfolg. Für die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt war dieser Sieg von enormer Bedeutung, da der Verein saisonübergreifend elf Pflichtspiele ohne einen einzigen Erfolg absolvieren musste. Der Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals sorgt nun für die dringend benötigte Ruhe im Umfeld, bevor der Fokus wieder voll auf den harten Alltag in der zweiten Fußball-Bundesliga gerichtet wird. Die Atmosphäre im Stadion war von einer besonderen Intensität geprägt, die den Pokalfight zu einer echten Herausforderung für den Zweitligisten machte. Trotz des Klassenunterschieds begegnete der Regionalligist aus Jena den Gästen auf Augenhöhe, was die Partie bis zum Schlusspfiff spannend hielt. Für Darmstadt war es ein emotionaler Abend, an dem das nackte Ergebnis über eine spielerische Glanzleistung gestellt wurde. Die Erleichterung bei Spielern, Verantwortlichen und Fans war nach dem Abpfiff deutlich spürbar, da man nun mit einem positiven Gefühl in die kommenden Trainingswochen gehen kann, anstatt sich weiter mit der negativen Serie der vergangenen Monate auseinandersetzen zu müssen.

Die entscheidenden Momente und Akteure auf dem Platz

Das Spiel nahm bereits nach elf Minuten eine erste erfreuliche Wendung für die Gäste aus Darmstadt, als Stürmer Milan Smit den Führungstreffer zum 1:0 erzielte. Die Freude währte jedoch nicht ungestört, denn in der 38. Minute mussten die Lilien ein spektakuläres Gegentor hinnehmen. Elias Löder von Carl Zeiss Jena traf aus einer Distanz von über 30 Metern in einer Manier, die von Trainer Florian Kohfeldt als potenzielles „Tor des Monats“ geadelt wurde. Auch Darmstadts Torhüter Marcel Schuhen, der bei dem Treffer etwas weiter vor seinem Kasten stand, zollte dem Schützen Anerkennung und betonte, dass er aufgrund der taktischen Anforderung, auf Steckpässe zu reagieren, keine grobe Fehlentscheidung getroffen habe. Die Antwort der Darmstädter folgte prompt: Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich erzielte Lance Duijvestijn den Treffer zum 2:1-Endstand. Besonders hervorzuheben ist das Zusammenspiel der beiden Niederländer Smit und Duijvestijn, die sich gegenseitig die Tore auflegten und damit die spielerische Qualität in der Offensive unterstrichen. Zudem feierte das Eigengewächs Manolo Merx kurz nach seinem 18. Geburtstag sein Startelfdebüt und zeigte eine ansprechende Leistung, auch wenn er eine große Chance auf das zwischenzeitliche 2:0 ungenutzt ließ. Marcel Schuhen betonte nach dem Spiel unmissverständlich, dass es an diesem Abend ausschließlich um das Weiterkommen ging und spielerische Eleganz dabei zweitrangig war.

Der Weg zur sportlichen Stabilisierung

Die Vorgeschichte des SV Darmstadt 98 ist von einer Phase der sportlichen Ernüchterung geprägt. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga und den Schwierigkeiten beim Neuaufbau der Mannschaft in der zweiten Liga verlief der Start in die aktuelle Saison schleppend. In den ersten beiden Zweitliga-Partien konnte das Team lediglich einen Punkt einfahren, was den Druck auf das neu formierte Team vor der Pokalreise nach Jena deutlich erhöhte. Die Serie von elf sieglosen Pflichtspielen seit dem vergangenen März lastete schwer auf der Mannschaft. Trainer Florian Kohfeldt ordnete die aktuelle Bilanz – bestehend aus einem Unentschieden, einem Sieg und einer Niederlage in den Pflichtspielen der neuen Saison – als eine Phase ein, die zwar keinen Traumstart darstelle, aber dennoch eine solide Basis biete, um in Ruhe weiterzuarbeiten. Die defensive Stabilität, die das Team laut Kohfeldt in den vergangenen Wochen bereits gezeigt hatte, sollte nun durch die offensive Effektivität in Jena ergänzt werden. Der Pokalerfolg dient somit als psychologischer Wendepunkt, um die Blockade zu lösen, die sich durch die lange sieglose Zeit aufgebaut hatte. Die Mannschaft befindet sich in einem Prozess der Konsolidierung, bei dem jeder Erfolgserlebnis dazu beiträgt, das Vertrauen in das eigene System zu stärken.

Die Akteure und ihre Einschätzungen

Im Zentrum der Aufarbeitung steht Trainer Florian Kohfeldt, der die Partie als „riesigen Pokalfight“ bezeichnete und die faire, aber intensive Spielweise des Gegners lobte. Er fungiert als Ruhepol, der die Erwartungen moderiert und das Augenmerk auf die kontinuierliche Weiterentwicklung legt. Auf dem Platz war Torhüter Marcel Schuhen der wichtigste Kommunikator, der die pragmatische Herangehensweise der Mannschaft verdeutlichte. Seine Aussage, dass spielerische Elemente angesichts des Siegesdrucks zweitrangig waren, spiegelt die aktuelle Mentalität im Kader wider. Auf der Gegenseite zeigte sich Elias Löder durch sein Traumtor als gefährlichster Akteur der Gastgeber, der die Darmstädter Defensive vor große Probleme stellte. Auch die jungen Spieler wie Manolo Merx rücken in den Fokus, da sie trotz ihrer Unerfahrenheit Verantwortung übernehmen sollen. Das Zusammenspiel der niederländischen Offensivkräfte Smit und Duijvestijn wird intern als Hoffnungsträger für die kommenden Ligaspiele gesehen. Die Vereinsführung und der Trainerstab setzen darauf, dass diese Personalentscheidungen und die taktische Ausrichtung auf ein stabiles Defensivgerüst in Kombination mit einer effizienten Chancenverwertung den SV Darmstadt 98 zurück in die Erfolgsspur führen können.

Einordnung der aktuellen Situation

Einzuordnen ist der Sieg gegen Jena als wichtiger psychologischer Erfolg, der jedoch nicht über die bestehenden Herausforderungen hinwegtäuschen darf. Den Berichten zufolge war der Klassenunterschied zwischen dem Zweitligisten und dem Regionalligisten nur selten auf dem Platz erkennbar, was darauf hindeutet, dass die Darmstädter Mannschaft noch nicht ihr volles Potenzial abruft. Die Tatsache, dass der Sieg erst durch eine Einzelleistung und eine knappe Führung gesichert werden konnte, zeigt, dass das Team weiterhin an seiner spielerischen Dominanz arbeiten muss. Die „Ruhe“, von der Kohfeldt spricht, ist als Arbeitsruhe zu verstehen, die notwendig ist, um die neu zusammengestellte Mannschaft zu festigen. Dennoch ist der Sieg ein notwendiges Signal nach außen, um die kritische Stimmung im Umfeld zu beruhigen. Die defensive Stabilität, die der Trainer hervorhebt, ist ein positives Fundament, doch die offensive Durchschlagskraft bleibt eine Baustelle, die in den kommenden Wochen kontinuierlich bearbeitet werden muss. Der Sieg ist somit kein Grund zur Euphorie, sondern ein notwendiger Zwischenschritt, um den sportlichen Abwärtstrend der vergangenen Monate endgültig zu stoppen und die Basis für eine stabilere Zweitliga-Saison zu legen.

Offene Fragen und kommende Herausforderungen

Der Quelltext lässt einige Fragen offen, die für den weiteren Saisonverlauf von Bedeutung sein könnten. So bleibt unklar, wie nachhaltig die offensive Abstimmung zwischen Smit und Duijvestijn gegen defensiv stärkere Gegner in der zweiten Liga funktionieren wird. Auch die Frage, wie der Verein bei weiteren Rückschlägen reagieren würde, wird nicht thematisiert. Zudem bleibt offen, welche taktischen Anpassungen Trainer Kohfeldt für die kommenden Ligaspiele plant, um die spielerischen Elemente, die in Jena vernachlässigt wurden, wieder stärker in den Vordergrund zu rücken. Wie es weitergeht, ist hingegen klar definiert: Der Blick richtet sich nun auf das nächste Heimspiel. Am kommenden Sonntag um 13.30 Uhr trifft der SV Darmstadt 98 im heimischen Stadion am Böllenfalltor auf Hannover 96. Diese Begegnung wird ein echter Gradmesser für die neu gewonnene Stabilität der Lilien sein. Die Vorbereitung auf dieses Spiel wird zeigen, ob der Pokalerfolg tatsächlich eine Trendwende eingeleitet hat oder ob die Mannschaft weiterhin mit den Herausforderungen der zweiten Liga zu kämpfen hat. Die Fans und Beobachter werden genau verfolgen, ob die „Ruhe“, die Kohfeldt einfordert, auch unter dem Druck eines Ligaspiels Bestand haben wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/hamburger-rathaus-und-architektur-31089918/ · Foto: Wolfgang Weiser
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-erster-sieg-seit-maerz-darmstadt-98-verschafft-sich-etwas-ruhe-102.html