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Erdbeben erschüttert Kolumbien - mindestens 69 Tote
Schlagzeilen · 10.08.2026 20:05

Erdbeben erschüttert Kolumbien - mindestens 69 Tote

Kurz: Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 erschüttert Kolumbien. Behörden melden über 100 Todesopfer und massive Zerstörungen in mehreren Regionen des Landes.

Schwere Zerstörungen nach Beben der Stärke 7,4

Ein heftiges Erdbeben hat den Westen Kolumbiens erschüttert und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Nach offiziellen Angaben des Kolumbianischen Geologischen Dienstes (SGC) erreichte das Beben eine Stärke von 7,4 auf der Momenten-Magnituden-Skala. Das Epizentrum wurde in der Nähe von San José del Palmar im Departamento Chocó lokalisiert, wobei die Tiefe des Bebens auf etwa 96 bis 107 Kilometer geschätzt wird.

Die Auswirkungen sind verheerend: Die Behörden bestätigten mittlerweile mehr als 100 Todesopfer. Da Rettungskräfte und Anwohner weiterhin in den Trümmern eingestürzter Gebäude nach Überlebenden suchen, ist nicht auszuschließen, dass die Opferzahlen weiter steigen könnten.

Betroffene Regionen und Ausmaß der Schäden

Die Erschütterungen waren in weiten Teilen des Landes zu spüren, darunter in den Metropolen Bogotá, Medellín, Cali, Popayán, Armenia, Pereira und Manizales. In den sozialen Netzwerken verbreitete Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Zerstörung und zeigen Menschen, die in Panik auf die Straßen flüchteten.

Besonders schwer betroffen sind mehrere Departamentos:

* **Risaralda:** Allein in dieser für den Kaffeeanbau bekannten Region wurden mindestens 40 Todesopfer gemeldet.

* **Valle del Cauca:** Die Gouverneurin Dilian Francisca Toro bestätigte mindestens 27 Tote, darunter drei Kinder. Diese Zahl ist jedoch vorläufig und umfasst nicht die Millionenstadt Cali.

* **Cali:** Der Bürgermeister der Großstadt berichtete von mehr als 20 eingestürzten Gebäuden, in denen Menschen vermutet werden.

* **Manizales:** Hier meldete die Stadtverwaltung über zehn eingestürzte Gebäude sowie schwere Schäden an der Infrastruktur, darunter an einem Turm der Kathedrale.

* **Quibdó:** In der Hauptstadt des Departamentos Chocó kam es zu Panik und schweren Gebäudeschäden.

Politische Reaktion und Katastrophenfall

Der kolumbianische Präsident Abelardo de la Espriella, der erst wenige Tage zuvor sein Amt angetreten hatte, reagierte umgehend auf die nationale Tragödie. Er rief den offiziellen Katastrophenfall aus, um die Hilfsmaßnahmen zu koordinieren. Der Präsident kündigte zudem an, persönlich in das besonders betroffene Pereira zu reisen, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.

Hintergrund und weitere Entwicklung

Das Beben ereignete sich am Morgen um 7:34 Uhr Ortszeit und löste bereits kurz darauf ein Nachbeben der Stärke 4,6 in der Nähe von Nóvita aus. Die Erschütterungen waren aufgrund ihrer Intensität sogar in den Nachbarländern Venezuela, Ecuador und Panama wahrnehmbar.

Die Region ist durch seismische Aktivitäten vorbelastet. Erst vor rund sechs Wochen erschütterte ein schweres Doppel-Erdbeben das Nachbarland Venezuela, bei dem nach Berichten mehr als 6.000 Menschen ums Leben kamen. Ob das aktuelle Ereignis in Kolumbien in einem direkten geologischen Zusammenhang steht, ist Gegenstand laufender Untersuchungen durch die Geologischen Dienste.

Für die betroffenen Gebiete stehen nun die Rettung und Bergung verschütteter Personen sowie die Sicherung beschädigter Infrastruktur, darunter auch betroffener Flughäfen, im Vordergrund. Die Regierung steht vor der Herausforderung, die humanitäre Hilfe in den zerstörten Gebieten schnellstmöglich zu organisieren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/casa-destruida-14000749/ · Foto: Franklin Peña Gutierrez
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/erdbeben-kolumbien-cali-bogota-100.html