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Erdbeben erschüttert Kolumbien - mehr als 100 Tote
Schlagzeilen · 10.08.2026 21:29

Erdbeben erschüttert Kolumbien - mehr als 100 Tote

Kurz: Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 erschüttert Kolumbien. Behörden melden über 100 Tote und massive Gebäudeschäden. Präsident de la Espriella ruft Katastrophe

Schwere Erschütterungen im Westen Kolumbiens

Ein verheerendes Erdbeben hat den Westen Kolumbiens am Morgen des 10. August 2026 erschüttert und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Mit einer Stärke von 7,4 auf der Momenten-Magnituden-Skala markiert das Ereignis laut dem Kolumbianischen Geologischen Dienst das stärkste Beben im Land seit mindestens einem Jahrzehnt. Die Auswirkungen sind gravierend: Aktuellen Behördenangaben zufolge kamen mindestens 111 Menschen ums Leben, während die Zahl der Verletzten auf mindestens 87 beziffert wird.

Das Epizentrum des Bebens lag in der Nähe von San José del Palmar im Departamento Chocó. Während der Kolumbianische Geologische Dienst die Tiefe des Bebens mit 96 Kilometern angibt, verortete der US-amerikanische Geologische Dienst den Ursprung in einer abweichenden Tiefe. Die Erschütterungen ereigneten sich um 7:34 Uhr Ortszeit und waren in zahlreichen Großstädten wie Bogotá, Medellín, Cali, Popayán, Armenia, Pereira und Manizales deutlich spürbar.

Ausmaß der Zerstörung und Rettungsarbeiten

Die Bilanz der Schäden ist verheerend. Präsident Abelardo de la Espriella, der erst wenige Tage zuvor sein Amt angetreten hatte, reagierte umgehend und rief den Katastrophenfall aus. Nach ersten offiziellen Schätzungen sind mehr als 1.500 Wohnhäuser beschädigt, mindestens 61 Gebäude sind vollständig eingestürzt. Besonders schwer getroffen wurde das für den Kaffeeanbau bekannte Departamento Risaralda, wo bereits 47 Todesopfer bestätigt wurden.

In der Millionenstadt Cali berichten lokale Behörden von über 20 eingestürzten Gebäuden, unter deren Trümmern noch Menschen vermutet werden. Auch in Manizales ist die Lage kritisch: Neben mehr als zehn eingestürzten Häusern und weiteren schweren Gebäudeschäden wurde auch ein Turm der örtlichen Kathedrale in Mitleidenschaft gezogen. In Quibdó, der Hauptstadt des Departamentos Chocó, lösten das Hauptbeben und darauffolgende Nachbeben Panik unter der Bevölkerung aus.

Regionale Auswirkungen und Nachbeben

Die seismischen Wellen machten vor den Landesgrenzen nicht halt. Berichten zufolge war das Beben auch in den Nachbarländern Venezuela, Ecuador und Panama wahrnehmbar. Die Region ist durch seismische Aktivitäten vorbelastet; erst vor etwa sechs Wochen erschütterte ein schweres Doppel-Erdbeben Venezuela, das zehntausende Menschenleben forderte. In Kolumbien selbst registrierten die Behörden kurz nach dem Hauptbeben ein Nachbeben der Stärke 4,6 in der Region Nóvita, was die Rettungsarbeiten zusätzlich erschwert.

Politische Reaktion und nächste Schritte

Präsident de la Espriella hat angekündigt, persönlich in das besonders betroffene Pereira zu reisen, um sich ein Bild der Lage vor Ort zu machen. Die Priorität liegt derzeit auf der Suche nach Verschütteten. Rettungskräfte und Anwohner sind im Einsatz, um die Trümmer der eingestürzten Gebäude zu durchsuchen und Überlebende zu bergen. Auch der Betrieb an mehreren Flughäfen wurde durch das Beben beeinträchtigt.

Die Situation bleibt aufgrund der laufenden Rettungsmaßnahmen und der Gefahr weiterer Nachbeben angespannt. Die Regierung steht vor der Herausforderung, die humanitäre Hilfe in den betroffenen Regionen zu koordinieren und gleichzeitig die Infrastruktur in den zerstörten Gebieten zu sichern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/autos-fahrzeuge-strasse-gebaude-17142486/ · Foto: Serkan Gönültaş
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/erdbeben-kolumbien-cali-bogota-100.html