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El Niño wird laut WMO-Bericht sehr stark ausfallen
Schlagzeilen · 03.09.2026 10:54

El Niño wird laut WMO-Bericht sehr stark ausfallen

Kurz: Die WMO warnt vor einem sehr starken El Niño, der bis Februar 2027 andauern soll. Experten befürchten massive Auswirkungen auf das globale Klima und die Wirtsch

Ein Wetterphänomen mit globaler Tragweite

Die Weltwetterorganisation (WMO) hat eine eindringliche Warnung veröffentlicht: Das Klimaphänomen El Niño wird in den kommenden Monaten eine außergewöhnliche Intensität erreichen. Nach den aktuellen Berechnungen der Experten in Genf steht die Welt vor einem sehr starken El-Niño-Ereignis, das voraussichtlich bis in den Februar 2027 hinein anhalten wird. Die Auswirkungen auf das globale Wettergeschehen sind bereits jetzt absehbar und lassen die internationale Gemeinschaft aufhorchen. Es wird mit einer signifikanten Verschiebung der Niederschlags- und Temperaturmuster gerechnet, was in vielen Regionen der Erde zu extremen Wetterbedingungen führen dürfte. Die Prognosen deuten auf eine gefährliche Kombination aus extremer Hitze, lang anhaltenden Dürreperioden und verheerenden Überschwemmungen hin. UN-Generalsekretär António Guterres unterstrich die Ernsthaftigkeit der Lage mit dem Hinweis, dass sich der Planet derzeit in unbekannten Gewässern bewege. Es gehe nun darum, in einem Wettlauf gegen die Zeit die wachsenden Risiken für die Bevölkerung und die Infrastruktur weltweit zu minimieren, um die drohenden Schäden so gering wie möglich zu halten.

Konkrete Prognosen und klimatische Daten

Die wissenschaftliche Datenlage ist eindeutig und besorgniserregend. Wie die WMO mitteilte, lag die durchschnittliche Oberflächentemperatur im zentral-östlichen Äquatorial-Pazifik im Zeitraum von Mai bis Juli bereits 1,5 Grad über dem langjährigen Normalwert. Im August verschärfte sich diese Entwicklung weiter, wobei die Werte auf 2,2 bis 2,6 Grad über dem Durchschnitt anstiegen. Besonders alarmierend sind die Messungen aus den tieferen Schichten des Ozeans: Dort wurden im Juli und Anfang August Abweichungen von mehr als 8 Grad über dem üblichen Niveau registriert. Diese thermischen Anomalien dienen als Grundlage für die Vorhersage, dass das Phänomen gegen Ende des Jahres seinen Höhepunkt erreichen wird. Das britische Met Office schloss sich dieser Einschätzung bereits Ende August an und warnte davor, dass es sich um den intensivsten El Niño seit mehr als einem Jahrhundert handeln könnte. Die klimatischen Folgen sind keine bloße Theorie, sondern bereits in der Realität angekommen, wie die ungewöhnlich langen und intensiven Trockenperioden in Indonesien belegen, die dort bereits zu schweren Waldbränden mit massiven Zerstörungen führten.

Der historische Kontext und die Rolle des Klimawandels

Ein El Niño tritt typischerweise in einem Rhythmus von zwei bis sieben Jahren auf und ist untrennbar mit einer Erwärmung der Meeresoberfläche im Pazifischen Ozean verbunden. Diese Erwärmung wirkt wie ein Motor, der die globalen Wettermuster massiv stört und aus dem Gleichgewicht bringt. Während einige Regionen der Erde mit extremer Trockenheit und Hitze zu kämpfen haben, drohen in anderen Gebieten kühlere und feuchtere Bedingungen, die ebenfalls zu katastrophalen Überschwemmungen führen können. Wissenschaftler sind sich in ihrer Analyse einig, dass der menschengemachte Klimawandel die Intensität und die Auswirkungen dieses natürlichen Phänomens zusätzlich verstärkt. Die aktuelle Situation wird durch die Rekordtemperaturen der Weltmeere, die Ende August vom EU-Klimadienst Copernicus gemeldet wurden, weiter verschärft. Die Ozeane speichern derzeit so viel Wärme wie noch nie zuvor, was die Vorhersagemodelle der Meteorologen bestätigt und die Befürchtung nährt, dass die kommenden Monate eine beispiellose Belastungsprobe für das globale Klimasystem darstellen werden. Die historische Einordnung zeigt, dass wir es hier mit einer außergewöhnlichen meteorologischen Konstellation zu tun haben.

Die Akteure und ihre Einschätzungen

Verschiedene internationale Institutionen und Experten beobachten die Entwicklung mit großer Sorge. Die WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo betonte, dass das Ereignis das Potenzial habe, Gesellschaften und Volkswirtschaften auf der ganzen Welt einen massiven Schlag zu versetzen. Diese Einschätzung wird von der Klimaforscherin Daniela Matei vom Max-Planck-Institut geteilt, die im Interview mit tagesschau24 die Grenzen der menschlichen Einflussnahme aufzeigte. Während man bei absehbaren Dürren durch gezielte Maßnahmen noch abfedern könne, seien extreme Wetterereignisse wie Sturzfluten oder Taifune trotz verbesserter Frühwarnsysteme kaum zu verhindern. Matei äußerte sich in diesem Zusammenhang sehr deutlich und prognostizierte, dass es bei derartigen Ereignissen leider auch Todesopfer geben werde. Die nationale Wetterdienste weltweit arbeiten unter Hochdruck daran, ihre Frühwarnsysteme zu verstärken, um die Bevölkerung rechtzeitig zu erreichen. Die Zusammenarbeit zwischen der WMO, nationalen Behörden und der internationalen Politik ist in dieser Phase entscheidend, um die Resilienz gegenüber den zu erwartenden Extremwetterlagen zu erhöhen, auch wenn die Möglichkeiten zur direkten Abwehr der Naturgewalten begrenzt bleiben.

Einordnung der drohenden Auswirkungen

Einzuordnen ist die aktuelle Warnung der WMO als ein Weckruf für die globale Gemeinschaft. Die Kombination aus dem natürlichen El-Niño-Zyklus und der durch den Klimawandel bedingten Erwärmung der Ozeane schafft eine gefährliche Dynamik. Den Berichten zufolge ist die Vorhersagegenauigkeit zwar so hoch wie nie zuvor, doch die Erkenntnis über die Stärke des Phänomens führt nicht zwangsläufig zu einer Entschärfung der Folgen. Die Experten betonen, dass die Auswirkungen weit über den Pazifikraum hinausgehen und globale Lieferketten, die landwirtschaftliche Produktion und die Sicherheit von Millionen Menschen gefährden. Es ist davon auszugehen, dass die ökonomischen Folgen durch Ernteausfälle und zerstörte Infrastruktur erheblich sein werden. Die Einordnung der Situation durch die WMO macht deutlich, dass es sich nicht um ein lokales Wetterereignis handelt, sondern um eine systemische Herausforderung, die die Stabilität vieler Regionen auf die Probe stellen wird. Die Vorbereitungen laufen zwar auf Hochtouren, doch die schiere Gewalt der prognostizierten Wetterextreme lässt die Experten an der Wirksamkeit der bisherigen Schutzmaßnahmen zweifeln.

Offene Fragen und der Blick in die Zukunft

Trotz der präzisen Messdaten und der hohen Vorhersagegenauigkeit bleiben entscheidende Fragen offen. Der Quelltext beantwortet beispielsweise nicht, welche spezifischen Regionen jenseits von Indonesien am stärksten von den Dürren oder den Überschwemmungen betroffen sein werden. Auch die genaue Ausprägung der wirtschaftlichen Schäden lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer quantifizieren. Es bleibt zudem unklar, welche konkreten politischen Schritte die Vereinten Nationen oder einzelne Staaten unternehmen werden, um die angekündigten Frühwarnmaßnahmen über die bloße Information hinaus in effektiven Schutz umzusetzen. Wie es weitergeht, hängt nun maßgeblich von der Entwicklung der Meeresoberflächentemperaturen in den kommenden Monaten ab. Der Höhepunkt wird für Ende des Jahres erwartet, wobei die klimatischen Nachwirkungen bis weit in das Jahr 2027 hineinreichen werden. Die Weltgemeinschaft muss sich auf eine lange Phase der Unsicherheit einstellen, in der die meteorologischen Daten kontinuierlich neu bewertet werden müssen, um auf die sich zuspitzende Lage reagieren zu können. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die verstärkten Frühwarnsysteme ausreichen, um die schlimmsten Auswirkungen für die Bevölkerung abzuwenden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/madchen-gesicht-portrat-frisur-15174955/ · Foto: Emiel Vansteenbrugge
Quelle: https://www.tagesschau.de/wissen/klima/who-warnt-vor-el-nino-100.html