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Eintracht-Wahrheit liegt zurzeit nicht auf dem Platz - Hütter geht von Uzun-Verbleib aus
Regional · 22.08.2026 09:25

Eintracht-Wahrheit liegt zurzeit nicht auf dem Platz - Hütter geht von Uzun-Verbleib aus

Kurz: Eintracht Frankfurt feiert einen Pokalsieg, doch der Fokus liegt auf Transferfragen. Trainer Adi Hütter äußert sich zur Personalie Can Uzun.

Ein historischer Erfolg und die sportliche Realität

Eintracht Frankfurt hat die erste Runde des DFB-Pokals mit einem Paukenschlag eröffnet und einen neuen Vereinsrekord aufgestellt. Gegen den Fünftligisten SC St. Tönis gelang den Hessen ein deutlicher 11:0-Erfolg, der den Einzug in die nächste Runde sicherte. Trotz dieses Ergebnisses war die Stimmung beim Trainerteam, allen voran bei Adi Hütter, nicht uneingeschränkt euphorisch. Während die erste Halbzeit von einer beeindruckenden Torquote geprägt war, ließ die Intensität der Frankfurter in den zweiten 45 Minuten spürbar nach. Hütter zeigte sich sichtlich unzufrieden mit der mangelnden Zielstrebigkeit seiner Mannschaft in der Schlussphase, als das Spiel gegen die sichtlich erschöpften Amateure zeitweise in eine ereignislose Phase abdriftete. Erst zehn Minuten vor dem Abpfiff konnte Fares Chaibi mit einem weiteren Treffer den Schlusspunkt setzen. Hütter nutzte die Gelegenheit, um seine Unzufriedenheit direkt auf dem Platz lautstark zu artikulieren, was die Diskrepanz zwischen dem Pflichtsieg und dem eigenen Anspruch des Trainers verdeutlichte. Dennoch lobte Hütter im Nachgang die Seriosität, mit der sein Team das Spiel anging, und betonte, dass der Sieg in dieser Höhe absolut verdient gewesen sei.

Die sportliche Einordnung des Pokalauftritts

Sowohl das Trainerteam als auch die Spieler sind sich einig, dass der 11:0-Erfolg gegen den SC St. Tönis nur bedingt als Gradmesser für die kommende Bundesliga-Saison dienen kann. Mario Götze stellte nach der Partie klar, dass man sich bewusst sei, dass dieser Auftritt in Krefeld kaum Rückschlüsse auf das Niveau der ersten Liga zulasse. Auch Ansgar Knauff unterstrich, dass der Fokus bereits voll auf dem kommenden Wochenende liege. Dann steht das erste Bundesligaspiel gegen Union Berlin an, eine Aufgabe, die von den Spielern als traditionell unangenehm eingestuft wird. Die Mannschaft weiß, dass die wahre Bewährungsprobe erst noch bevorsteht und die Leistung gegen einen unterklassigen Gegner nicht über die noch bestehenden Baustellen im Kader hinwegtäuschen darf. Die Frankfurter Profis richten ihren Blick daher bereits auf die Vorbereitung in den kommenden Tagen, um für die physisch und taktisch anspruchsvolle Partie in Berlin gewappnet zu sein. Die sportliche Erkenntnis aus dem Pokalspiel beschränkt sich somit auf die Pflichtaufgabe, die souverän gelöst wurde, ohne dabei den Blick für die notwendigen Korrekturen zu verlieren.

Die Transferphase als zentrale Herausforderung

Während der sportliche Erfolg im Pokal abgehakt ist, verlagert sich das Zentrum der Aufmerksamkeit nun auf die Vorstandsbüros. Sportvorstand Markus Krösche steht in den kommenden Tagen unter besonderer Beobachtung, da der Kader der Eintracht noch immer nicht die gewünschte Form für die Bundesliga-Saison erreicht hat. Trainer Adi Hütter äußerte sich zwar grundsätzlich zufrieden mit dem aktuellen Personal, ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass noch Bewegung in den Kader kommen muss. Es ist bekannt, dass der Verein noch weitere Spieler abgeben möchte, um finanzielle Spielräume zu schaffen und Platz für drei bis fünf Neuzugänge zu generieren. Die Zeit drängt, da bis zum Ende der Transferperiode beziehungsweise dem Ligastart noch strukturelle Schwachstellen behoben werden müssen. Die Personalplanungen sind derzeit das dominierende Thema, das die sportliche Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison begleitet. Die Eintracht befindet sich in einer Phase des Umbruchs, in der die Balance zwischen sportlicher Kontinuität und notwendiger Kaderoptimierung gefunden werden muss.

Die Personalien Atubolu, Brassier und die Torwartfrage

Ein wesentlicher Punkt in den aktuellen Transferbemühungen ist die Besetzung der Torwartposition. Medienberichten zufolge gilt Noah Atubolu als ein heißer Kandidat für die Nachfolge im Frankfurter Kasten. Die Finanzierung dieses Transfers stellt jedoch weiterhin eine erhebliche Hürde dar, die es für die Verantwortlichen zu überwinden gilt. Trainer Adi Hütter vermied es in Krefeld erneut, ein klares Bekenntnis zu Kaua Santos abzugeben, was als deutliches Signal gewertet werden kann, dass der Trainer auf dieser Position eine Veränderung anstrebt. Neben der Torwartfrage richtet sich der Blick auch auf die Innenverteidigung. Hier wird der Franzose Lilian Brassier von Stade Rennes als ernsthafter Kandidat gehandelt. Die Eintracht sucht gezielt nach Verstärkungen, die den Kader sofort auf ein höheres Niveau heben können. Die Spekulationen um diese Spieler halten an, während der Verein versucht, die Verhandlungen mit den abgebenden Klubs zum Abschluss zu bringen. Es bleibt abzuwarten, ob die sportliche Leitung in den verbleibenden Tagen der Transferperiode die gewünschten Verstärkungen realisieren kann.

Die Causa Can Uzun und der Kaderumbruch

Ein besonders beachtetes Thema ist die Zukunft von Can Uzun. Trainer Adi Hütter äußerte sich dazu ungewohnt deutlich und betonte, dass er fest von einem Verbleib des Spielers ausgeht. Hütter unterstrich, dass er Uzun als noch nicht fertig entwickelten Spieler sehe und ihn in Frankfurt weiter verbessern wolle. Damit erteilte er den anhaltenden Spekulationen eine Absage, zumal Uzun Berichten zufolge bereits ein Angebot von Galatasaray Istanbul abgelehnt haben soll. Der Kaderumbruch zeigt sich auch in der Aufstellung für das Pokalspiel: Spieler wie Arthur Theate, Elye Wahi und Niels Nkounkou standen nicht im Kader, während stattdessen Nachwuchskräfte wie Jeremiaha Maluze, Julian Etse und Malik Pimpong auf der Bank Platz nahmen. Dies wird als deutliches Signal an die Verkaufskandidaten interpretiert, sich einen neuen Verein zu suchen. Die Eintracht setzt hier ein Zeichen, dass die sportliche Planung für die neue Saison ohne diese Akteure vorangetrieben wird, um Platz für neue Impulse zu schaffen.

Offene Fragen und der weitere Ausblick

Trotz der klaren Aussagen von Adi Hütter bleiben zahlreiche Fragen offen. Es ist derzeit unklar, wie genau die Finanzierung für Wunschspieler wie Noah Atubolu gestemmt werden soll und ob die kolportierten Transferziele tatsächlich zeitnah verpflichtet werden können. Ebenso bleibt abzuwarten, welche der Verkaufskandidaten den Verein tatsächlich verlassen werden und welche Ablösesummen dabei erzielt werden können. Die Lücke zwischen dem aktuellen Kaderstand und der von Hütter angestrebten Qualität ist noch immer spürbar. Die kommenden Tage bis zum Bundesliga-Start bei Union Berlin werden entscheidend sein, um Klarheit über die endgültige Zusammensetzung des Kaders zu gewinnen. Die Eintracht steht vor einer intensiven Arbeitsphase, in der sowohl auf dem Trainingsplatz als auch auf dem Transfermarkt wichtige Weichen gestellt werden müssen. Die Fans und Beobachter werden genau verfolgen, ob die angekündigten Verstärkungen tatsächlich den Weg nach Frankfurt finden und ob die Mannschaft zum Saisonstart die nötige Stabilität aufweisen kann.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/quedlinburgs-historische-architektur-mit-strassenlaterne-32473921/ · Foto: Studio Friluma
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-eintracht-wahrheit-liegt-zurzeit-nicht-auf-dem-platz-huetter-geht-von-uzun-verbleib-aus-102.html