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Eine einzige Herstellerfolie zeigt, wie schlecht es um SSD-Preise steht
Technik · 07.08.2026 17:00

Eine einzige Herstellerfolie zeigt, wie schlecht es um SSD-Preise steht

Kurz: Eine Herstellerfolie von Sandisk offenbart, warum SSD-Preise auf absehbare Zeit hoch bleiben: Langzeitverträge binden große Kapazitäten für Rechenzentren.

Engpässe bei NAND-Flash: Warum SSD-Preise stabil bleiben

Für Käufer von PCs, Notebooks oder Smartphones zeichnet sich am Speichermarkt ein schwieriges Bild ab. Aktuelle Einblicke in die Geschäftszahlen des NAND-Flash-Herstellers Sandisk verdeutlichen, dass die Zeiten günstiger SSD-Preise, wie sie in der Vergangenheit zu beobachten waren, vorerst vorbei sein könnten. Eine interne Präsentationsfolie des Unternehmens zu sogenannten „New Business Models“ (NBMs) gibt Aufschluss über die strategische Ausrichtung, die den freien Markt für Endkunden zunehmend unter Druck setzt.

Langzeitverträge binden Kapazitäten

Der Kern des Problems liegt in langfristigen Liefervereinbarungen, die Sandisk mit Großkunden aus den Bereichen Rechenzentren und Edge-Computing geschlossen hat. Diese Verträge, die typischerweise über Laufzeiten von vier bis fünf Jahren abgeschlossen werden, sichern den Abnehmern feste Speicherkontingente zu.

Die Zahlen sind dabei beachtlich: Für den Zeitraum von Juli 2026 bis Mitte 2027 hat der Hersteller bereits die Hälfte seiner gesamten Speicherproduktion fest an diese acht NBM-Partner vergeben. Für die darauf folgenden zwölf Monate steigt dieser Anteil sogar auf zwei Drittel der Produktion. Da PC- und Smartphone-Hersteller in diesen exklusiven Verträgen offenbar keine Rolle spielen, verbleibt für den klassischen Endkundenmarkt ein immer kleiner werdendes Kontingent an NAND-Flash-Speicher.

Milliardenwerte und Preiskorridore

Die wirtschaftliche Dimension dieser Vereinbarungen ist immens. Die acht Verträge summieren sich auf einen Mindestwert von knapp 94 Milliarden US-Dollar. Dabei handelt es sich um Garantiesummen, die greifen, sollten die Kunden weniger Speicher abnehmen als ursprünglich vereinbart.

Finanzchef Luis Visoso betonte in einer Analystenkonferenz, dass der tatsächliche Umsatz voraussichtlich über diesem Mindestwert liegen wird. Ein entscheidender Faktor für den Markt ist dabei die Struktur der Verträge: Die Unternehmen haben Preiskorridore ausgehandelt, die sich an der aktuellen Marktlage orientieren. Da alle großen Speicherhersteller derzeit ähnliche Strategien verfolgen, wird die Volatilität am Markt aktiv gedämpft. Indem hohe Mindestpreise festgeschrieben werden, entfällt der gegenseitige Preisdruck, was eine Rückkehr zu den niedrigen Preisniveaus vergangener Jahre äußerst unwahrscheinlich macht.

Massive Gewinnsteigerungen bei den Herstellern

Die Strategie der festen Bindung und höheren Preise zahlt sich für die Unternehmen finanziell aus. Sandisk meldete für das zweite Kalenderquartal 2026 einen Umsatz von neun Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 51 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Besonders auffällig ist die Bruttomarge von 84,6 Prozent. Während das Unternehmen vor einem Jahr noch an der Schwelle zur Profitabilität operierte und einen Nettoverlust auswies, erwirtschaftete es nun einen Nettogewinn von knapp sieben Milliarden US-Dollar.

Auch der japanische Konkurrent Kioxia, der größte reine NAND-Flash-Produzent, verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Umsatz von elf Milliarden US-Dollar. Zwar fällt der Gewinn aufgrund höherer Betriebsausgaben und steuerlicher Belastungen mit 5,3 Milliarden US-Dollar geringer aus als bei Sandisk, doch auch hier zeigt sich der Trend zu einer deutlich profitableren Marktlage.

Ausblick für den Endkundenmarkt

Die aktuelle Marktsituation ist durch eine deutliche Priorisierung von Großkunden geprägt. Für den Endverbraucher bedeutet dies, dass die Verfügbarkeit von NAND-Flash-Speicher für Consumer-Produkte wie M.2-SSDs künftig stärker schwanken könnte, während das Preisniveau stabil hoch bleibt. Da die Speicherhersteller durch ihre langfristigen Verträge ihre Auslastung und Margen bereits weit in die Zukunft hinein abgesichert haben, besteht für sie derzeit kaum wirtschaftlicher Anreiz, die Preise durch ein Überangebot auf dem freien Markt zu senken.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-technologie-computer-tastatur-16172593/ · Foto: Sidde
Quelle: https://www.heise.de/news/Eine-einzige-Herstellerfolie-zeigt-wie-schlecht-es-um-SSD-Preise-steht-11403644.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag