Einigkeit bei den Drittligisten
Die 20 Vereine der 3. Liga haben sich in einer gemeinsamen Erklärung deutlich positioniert. Nach dem vorläufigen Scheitern der Reformbemühungen rund um die Regionalligen fordern die Klubs nun ein entschlossenes Handeln. Die Vertreter der Vereine machten deutlich, dass die aktuelle Situation, in der fünf Regionalligen um lediglich vier Aufstiegsplätze konkurrieren, keine dauerhafte Lösung darstellt.
Die Drittligisten betonen, dass sie bereits im Jahr 2018 mit der Einführung eines vierten Abstiegsplatzes erhebliche Zugeständnisse gemacht haben. Diese Entscheidung sei in der Erwartung getroffen worden, dass im Gegenzug eine grundlegende Reform der Unterbau-Strukturen erfolgen würde. Da diese Reform bisher ausblieb, wächst der Druck auf die Verantwortlichen, nun zeitnah eine tragfähige Lösung zu finden.
Die Forderung nach sportlicher Fairness
Das Ziel der Vereine ist klar definiert: Es soll eine einheitliche und sportlich faire Aufstiegsregelung etabliert werden, die innerhalb der bestehenden Regionalliga-Strukturen funktioniert. Um dies zu erreichen, fordern die Drittligisten eine finale Abstimmung über die bereits vorliegenden Konzepte. Dabei sollen demokratische Grundsätze im Vordergrund stehen, um das Ergebnis anschließend verbindlich umzusetzen.
Die Vereine haben sich dabei auf zwei zentrale Modelle festgelegt, die aus ihrer Sicht als Grundlage dienen sollen:
* **Das Kompassmodell:** Hierbei würden die 80 Viertliga-Klubs mittels technischer Unterstützung nach geografischen Gesichtspunkten auf vier Staffeln verteilt werden.
* **Das Regionenmodell:** Dieses sieht vor, dass aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln gebildet werden, während die West- und Südwest-Staffeln in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben könnten.
Andere Lösungsansätze, wie etwa eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Mannschaften bei gleichzeitiger Erhöhung der Abstiegsplätze auf fünf, werden von den Drittligisten kategorisch abgelehnt. Die Klubs sehen ihren Beitrag zur Problemlösung als bereits geleistet an.
Hintergrund und aktueller Stand
Die Debatte um die Regionalliga-Reform ist seit langem ein zentrales Thema im deutschen Fußball. Ende Juni 2026 scheiterte ein Reformversuch, da bei einer bundesweiten Abstimmung keine Einigung erzielt werden konnte. Während in drei Regionen eine Mehrheit für das Kompassmodell stimmte, verweigerten die Vertreter aus Bayern und dem Südwesten ihre Zustimmung. Damit wurde die notwendige Basis für eine Umsetzung zur Saison 2028/29 verfehlt.
Parallel dazu wächst der Unmut an der Basis. In der Regionalliga Nordost kam es bereits zu Protestaktionen, bei denen Vereine den Saisonstart symbolisch verzögerten, um den Druck auf die Verbände zu erhöhen. Auch wenn der Reformprozess offiziell fortgesetzt werden soll, bleibt die Frage offen, ob eine Einigung zwischen den verschiedenen Regionalverbänden und den Drittligisten in absehbarer Zeit möglich ist.
Ausblick auf den weiteren Prozess
Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob die Reformbemühungen in eine konkrete Umsetzungsphase übergehen oder ob die Blockadehaltung einzelner Regionen den Prozess weiter lähmt. Die Drittligisten haben mit ihrem geschlossenen Auftreten ein deutliches Signal gesendet, dass sie keine weiteren Verzögerungen akzeptieren wollen. Die Verbände stehen nun vor der Herausforderung, einen Konsens zu finden, der sowohl die sportliche Gerechtigkeit wahrt als auch die wirtschaftlichen Interessen der betroffenen Vereine berücksichtigt. Ob dies gelingt, bleibt angesichts der unterschiedlichen Interessenlagen innerhalb der fünf Regionalligen weiterhin ungewiss.