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Dieser Hesse geht in sechs Sekunden die Wand hoch
Regional · 22.07.2026 19:49

Dieser Hesse geht in sechs Sekunden die Wand hoch

Kurz: Der Bickenbacher Ben Schmidt tritt bei den deutschen Meisterschaften im Speedklettern an und strebt eine neue persönliche Bestzeit unter sechs Sekunden an.

Höchstgeschwindigkeit an der Kletterwand

Wenn die Finals anstehen, rückt eine Disziplin in den Fokus, die kaum Zeit zum Durchatmen lässt: das Speedklettern. Während andere Sportarten auf Ausdauer setzen, entscheidet hier die pure Explosivität. Die Athleten erklimmen eine 15 Meter hohe Wand in einem Tempo, das selbst Sprinter blass aussehen lässt. Mit Ben Schmidt aus Bickenbach geht ein hessischer Athlet an den Start, der die Faszination für diesen rasanten Sport verkörpert.

Der 17-Jährige ordnet die Disziplin ein: „Speedklettern ist die schnellste olympische Sportart.“ Bei internationalen Wettkämpfen auf Weltcup-Niveau sind Zeiten von unter fünf Sekunden mittlerweile der Standard, um sich für das Finale zu qualifizieren. Für Zuschauer bedeutet das: Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit reicht aus, um den entscheidenden Augenblick zu verpassen.

Zielmarke: Unter sechs Sekunden

Für Ben Schmidt, der bereits im vergangenen Jahr bei den Finals in Dresden wertvolle Erfahrungen vor einer großen Kulisse von 7.000 Zuschauern sammeln konnte, steht in Hannover ein ehrgeiziges Ziel im Raum. Er möchte seine persönliche Bestzeit verbessern und peilt eine Zeit im Bereich von 5,8 oder 5,9 Sekunden an. Sein sportliches Ziel für das Wochenende ist klar definiert: Er möchte unter die besten 16 Kletterer kommen und sich damit für das Finale qualifizieren.

Der Wettkampfmodus: Präzision unter Zeitdruck

Die Rahmenbedingungen für die Athleten sind weltweit identisch. Die 15 Meter hohe Wand ist stets um genau fünf Prozent geneigt, und die Anordnung der Griffe und Tritte ist an jedem Ort der Welt gleich. Da die Sportler die Route auswendig kennen, liegt die Herausforderung nicht in der taktischen Planung, sondern in der fehlerfreien Ausführung unter maximalem Zeitdruck.

Der Wettkampf findet im K.o.-System statt, bei dem zwei Athleten parallel gegeneinander antreten. Wer zuerst den Buzzer am oberen Ende der Wand betätigt, zieht in die nächste Runde ein. Der psychologische Druck ist dabei enorm, denn die Fehlerquote ist minimal. „Wenn der Fuß einmal abrutscht, bist du raus aus dem Wettkampf“, verdeutlicht Schmidt die Kompromisslosigkeit des Sports.

Ein junger Sport auf dem Weg zur Etablierung

Speedklettern hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Ein Meilenstein war das Jahr 2024, als die Disziplin bei den Olympischen Spielen in Paris erstmals als eigenständiger Wettbewerb vertreten war. Die Begeisterung des Publikums zeigt, dass das Format mit seiner Kürze und Intensität den Zeitgeist trifft.

In Hannover wird das Programm über drei Tage verteilt ausgetragen:

* Freitag: Mixed-Team-Wettbewerb

* Samstag: Männer-Wettbewerb

* Sonntag: Frauen-Wettbewerb

Der Veranstaltungsort auf dem Opernplatz bietet dabei eine prominente Bühne für die Sportlerinnen und Sportler. Für Ben Schmidt und die anderen Teilnehmenden ist es die Gelegenheit, sich im direkten Duell zu beweisen und die Grenzen des Machbaren an der vertikalen Wand weiter zu verschieben.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/nachtansicht-der-strassenszene-in-der-innenstadt-von-hamburg-30716070/ · Foto: Frank Rietsch
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-dieser-hesse-geht-in-sechs-sekunden-die-wand-hoch-102.html