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Die Pokalreise des SSV Jeddeloh II endet gegen Hertha BSC
Sport · 28.10.2026 20:24

Die Pokalreise des SSV Jeddeloh II endet gegen Hertha BSC

Kurz: Der SSV Jeddeloh II ist im DFB-Pokal ausgeschieden. Trotz eines leidenschaftlichen Kampfes unterlag der Regionalligist Hertha BSC mit 0:2.

Das Ende eines Pokalmärchens: Jeddeloh II unterliegt Hertha BSC

Die ambitionierte Pokalreise des SSV Jeddeloh II hat am Abend des 28. Oktober 2026 ein Ende gefunden. In einer mit Spannung erwarteten Zweitrundenpartie des DFB-Pokals mussten sich die Nord-Regionalligisten dem Zweitligisten Hertha BSC mit 0:2 geschlagen geben. Vor einer beeindruckenden Kulisse von knapp 10.000 Zuschauern im Oldenburger Marschwegstadion boten die Gastgeber dem favorisierten Tabellenführer der 2. Bundesliga über weite Strecken mutig Paroli. Doch während die Jeddeloher in der ersten Halbzeit noch durch eine disziplinierte Defensivarbeit überzeugten, schwanden ihnen mit zunehmender Spieldauer auf dem tiefen Geläuf die Kräfte. Letztlich setzte sich die individuelle Klasse der Berliner durch, die mit zwei Toren in der zweiten Hälfte den Einzug in die nächste Runde perfekt machten. Für den SSV Jeddeloh II bleibt trotz der Niederlage die Erinnerung an einen großen Kampf, der jedoch nicht mit der Sensation belohnt wurde, auf die viele Fans gehofft hatten.

Die sportlichen Details des Pokal-Abends

Die Partie begann mit einer taktisch klugen Ausrichtung des Gastgebers. Der SSV Jeddeloh II agierte defensiv kompakt und verhinderte lange Zeit, dass Hertha BSC zu gefährlichen Abschlüssen kam. Erst in der 26. Minute verzeichnete Mads Pedersen mit einem Schuss aus etwa 20 Metern an den Außenpfosten die erste nennenswerte Torgelegenheit für die Gäste. In der Folge erhöhte die Hertha den Druck, was zu weiteren brenzligen Situationen führte. In der 39. Minute musste ein Berliner Versuch von Kevin Sessa noch kurz vor der Linie geklärt werden, und nur vier Minuten später rettete das Aluminium bei einem Schuss von Farid Alfa-Ruprecht die Niedersachsen vor einem Rückstand. Nach dem torlosen Remis zur Pause bot sich Jeddeloh unmittelbar nach Wiederanpfiff die größte Chance des Spiels: Nach einem Konter über Pascal Steinwender kam Moritz Brinkmann fünf Meter vor dem gegnerischen Tor frei zum Abschluss, schob den Ball jedoch knapp am linken Pfosten vorbei. Die Quittung folgte in der 57. Minute durch das 1:0 von Josip Brekalo, bevor Julian Eitschberger in der 63. Minute den Endstand zum 2:0 markierte.

Der Weg bis zum Pokal-Aus

Der Weg des SSV Jeddeloh II in diese zweite Pokalrunde war von bemerkenswerten Ereignissen geprägt. Besonders der spektakuläre 5:2-Sieg in der ersten Runde gegen den damaligen Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim hatte für landesweites Aufsehen gesorgt und den Status des Vereins als „Pokal-Schreck“ gefestigt. Doch der Erfolg im Pokal stand in starkem Kontrast zur sportlichen Situation in der Regionalliga Nord. Dort kämpfte der Club mit erheblichen Schwierigkeiten, was im Oktober 2026 zu personellen Konsequenzen führte. Nach einer deutlichen 2:7-Niederlage gegen Drochtersen/Assel wurde der bisherige Trainer Kristian Arambasic entlassen. Sein Nachfolger Burak Bahar übernahm das Ruder mit dem Ziel, die Mannschaft zu stabilisieren. Das Heimspiel gegen Hertha BSC markierte für den 34-jährigen Bahar sein Debüt auf der Trainerbank vor eigenem Publikum – ein besonderes Spiel, da er in der Vergangenheit eine Verbindung zu den Berlinern hatte. Die Pokalreise war somit ein atmosphärischer Höhepunkt in einer ansonsten sportlich schwierigen Phase für die Ammerländer.

Die Akteure im Fokus

Im Mittelpunkt des Geschehens standen neben den Spielern beider Mannschaften vor allem die Verantwortlichen an der Seitenlinie. Burak Bahar, der erst kurz zuvor das Traineramt beim SSV Jeddeloh II übernommen hatte, versuchte durch eine taktisch disziplinierte Einstellung, die individuelle Überlegenheit der Berliner auszugleichen. Auf Seiten der Berliner war es insbesondere die Qualität von Akteuren wie Josip Brekalo und Julian Eitschberger, die den Unterschied ausmachten. Moritz Brinkmann, der nach der Partie stellvertretend für die Mannschaft sprach, äußerte sich trotz der Enttäuschung über die vergebene Großchance zufrieden mit der kämpferischen Leistung seines Teams. Er betonte, dass man das Spiel lange offen halten konnte. Auch die Zuschauer im Marschwegstadion spielten eine Rolle, indem sie die Mannschaft trotz der Niederlage unterstützten und den Einsatz der Spieler mit lautstarkem Beifall honorierten, als diese nach der ersten Halbzeit in die Kabinen gingen.

Einordnung der Leistung

Einzuordnen ist der Pokalabend als ein Achtungserfolg, der jedoch die strukturellen Unterschiede zwischen den Ligen deutlich machte. Den Berichten zufolge war das torlose Unentschieden zur Halbzeit ein verdientes Resultat für eine aufopferungsvoll kämpfende Heimmannschaft, die ihre taktische Marschroute konsequent umsetzte. Dass die Kräfte im zweiten Durchgang nachließen, ist vor dem Hintergrund der hohen Belastung und des tiefen Bodens, der den Spielern alles abverlangte, nachvollziehbar. Die individuelle Klasse von Hertha BSC, die sich in den beiden Treffern manifestierte, war letztlich der entscheidende Faktor für den Ausgang der Partie. Die vergebene Chance von Moritz Brinkmann kurz nach der Pause lässt sich rückblickend als spielentscheidender Moment bewerten; ein Führungstreffer hätte den Spielverlauf möglicherweise in eine andere Richtung lenken können. Dennoch bleibt festzuhalten, dass Jeddeloh II sich gegen einen ungeschlagenen Zweitliga-Spitzenreiter keinesfalls verstecken musste und die Partie bis zum Ende ernsthaft gestaltete.

Offene Fragen und der Blick nach vorn

Der Quelltext lässt einige Fragen offen, die über den Spielbericht hinausgehen. So wird nicht konkretisiert, welche langfristigen Auswirkungen das Pokal-Aus auf die Stimmung innerhalb der Mannschaft im Hinblick auf den Abstiegskampf haben wird. Auch bleibt offen, wie der Verein die finanzielle Situation nach dem Ende der Pokalreise bewertet, da Pokaleinnahmen für Regionalligisten oft von großer Bedeutung sind. Zudem gibt es keine Informationen darüber, ob die taktische Ausrichtung gegen Hertha BSC als Vorbild für die kommenden Ligaspiele dienen soll. Wie es weitergeht, ist hingegen klar definiert: Für den SSV Jeddeloh II steht am kommenden Sonntag das nächste Pflichtspiel in der Regionalliga Nord gegen den Bremer SV an. Nach nur 14 Punkten aus 15 Spielen ist der Druck im Abstiegskampf groß. Die Mannschaft muss nun den Fokus schnellstmöglich auf den Liga-Alltag verlagern, in dem die Kulisse deutlich kleiner ausfallen dürfte als bei diesem Pokalabend. Das Ziel für Trainer Burak Bahar und sein Team ist es, die kämpferische Einstellung aus dem Pokal in die Meisterschaft zu übertragen, um den Klassenerhalt zu sichern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/fussballspieler-stellen-sich-fur-freistoss-auf-dem-feld-auf-30726650/ · Foto: Omar Ramadan
Quelle: https://www.sportschau.de/regional/ndr/die-pokalreise-des-ssv-jeddeloh-ii-endet-gegen-hertha-bsc,jeddeloh-128.html