Die Herausforderung der Kaderplanung
Bei Eintracht Frankfurt herrscht derzeit ein deutlicher Überhang an Profis. Während Cheftrainer Adi Hütter das Ziel verfolgt, die Trainingsgruppe auf eine überschaubare Größe von etwa 22 bis 23 Feldspielern zu reduzieren, wächst der Kader aktuell eher an, statt zu schrumpfen. Diese Situation stellt Sportvorstand Markus Krösche vor eine komplexe Aufgabe, da der Transfermarkt bisher nicht die gewünschte Dynamik für die Frankfurter Abgänge entwickelt hat.
Eine lange Liste an Verkaufskandidaten
Die Liste der Spieler, die den Verein verlassen sollen, ist lang und prominent besetzt. Einige Akteure wurden bereits freigestellt, um Verhandlungen mit anderen Klubs zu führen, während andere ihren Urlaub verlängert haben, um aktiv nach neuen Arbeitgebern zu suchen. Zu den Spielern, die auf der Streichliste stehen, gehören unter anderem Ellyes Skhiri, Elye Wahi und Arthur Theate.
Zudem gibt es eine Gruppe von Profis, die derzeit in die Regionalliga-Reserve abgeschoben wurden und für die bislang keine Abnehmer gefunden werden konnten. Dazu zählen Noel Futkeu, Jessic Ngankam und Michy Batshuayi. Auch Spieler wie Junior Dina Ebimbe und Niels Nkounkou, die vom Trainerteam bereits getestet wurden, konnten sich nicht nachhaltig empfehlen und stehen nun ebenfalls zum Verkauf.
Stockende Abgänge blockieren Neuzugänge
Der Stau auf der Abgangsseite hat direkte Auswirkungen auf die sportliche Planung. Die Eintracht ist darauf angewiesen, durch Spielerverkäufe finanzielle Mittel zu generieren, um den Kader an anderer Stelle gezielt zu verstärken. Bislang konnten lediglich einige wenige Akteure wie Simon Simoni, Hrvoje Smolcic und Krisztian Lisztes an andere Vereine abgegeben werden.
Die Schwierigkeit, Spieler aus der zweiten und dritten Reihe zu veräußern, hemmt die Bemühungen, neue Talente zu verpflichten. Ein prominentes Beispiel ist der Innenverteidiger Nobel Mendy. Obwohl Hütter von dessen Qualität überzeugt war, scheiterte eine Verpflichtung an den hohen Ablöseforderungen, die mittlerweile bei über 20 Millionen Euro liegen – eine Summe, die die Eintracht in der aktuellen wirtschaftlichen Lage nicht mehr investieren möchte.
Die Suche nach Lösungen
Um den Trainingsbetrieb effizienter zu gestalten, steht die Einführung einer sogenannten „Trainingsgruppe zwei“ im Raum, wie sie bereits in der Vergangenheit bei der Eintracht praktiziert wurde. Offiziell bestätigt ist dieses Vorgehen jedoch nicht. Trainer Adi Hütter betont, dass in den kommenden Tagen wegweisende Entscheidungen getroffen werden müssen, um den Kader zu strukturieren.
Für die kommenden Wochen bleibt das Ziel klar: Es sollen weitere Positionen in der Abwehr und im Angriff verstärkt werden. Neben der Suche nach einem Stürmer, der den Konkurrenzkampf im Team beleben soll, bleibt die finanzielle Flexibilität der entscheidende Faktor. Sollten sich für Spieler wie Jean-Mattéo Bahoya oder Farès Chaibi zahlungskräftige Interessenten finden, könnte dies den nötigen Spielraum für weitere Investitionen schaffen. Bis dahin bleibt die Situation für die Verantwortlichen in Frankfurt eine Geduldsprobe, da die Qualität des Personals und die Marktlage derzeit nicht optimal ineinandergreifen.