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DFB-Pokal: Dzeko bewahrt Schalke vor Blamage in Halle
Sport · 24.08.2026 23:32

DFB-Pokal: Dzeko bewahrt Schalke vor Blamage in Halle

Kurz: Der FC Schalke 04 entgeht im DFB-Pokal beim Halleschen FC nur knapp einer Sensation. Joker Edin Dzeko rettet den Bundesligisten mit zwei Toren und zwei Vorlagen

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Der FC Schalke 04 ist in der ersten Runde des DFB-Pokals nur knapp an einer historischen Blamage vorbeigeschrammt. Als frisch aufgestiegener Bundesligist stand die Mannschaft von Trainer Miron Muslic beim Viertligisten Hallescher FC vor einer enormen Herausforderung, die beinahe im vorzeitigen Ausscheiden geendet hätte. Erst durch eine Leistungssteigerung in der Verlängerung gelang den Gelsenkirchenern ein 5:2-Sieg. Lange Zeit sah es so aus, als könnte der Regionalligist den Favoriten aus dem Wettbewerb werfen. Die Partie war geprägt von einer zähen ersten Halbzeit, in der Schalke defensiv anfällig agierte und durch einen Treffer von Vin Kastull kurz vor der Pause in Rückstand geriet. Erst in der zweiten Hälfte fand der Bundesligist durch den Ausgleich von Dejan Ljubicic besser in die Spur. Die Entscheidung fiel jedoch erst in der Verlängerung, in der der eingewechselte Edin Dzeko mit zwei eigenen Treffern und zwei Vorlagen zum entscheidenden Akteur avancierte. Damit bewahrte der Routinier sein Team davor, als erster Erstligist in dieser Pokalsaison bereits in der ersten Runde die Segel streichen zu müssen.

Die Einzelheiten des Pokalspiels

Die Partie im Stadion des Halleschen FC verlief über weite Strecken anders als erwartet. Bereits früh sorgte eine kuriose Szene für Aufsehen, als die Tormusik nach einem Freistoß von Fabrice Hartmann ertönte, obwohl der Ball knapp am Tor vorbeigegangen war. Sportlich blieb Schalke in der ersten Halbzeit blass. Chancen durch Adil Aouchiche in der 21. Minute und ein Lattentreffer von Vitalie Becker in der 27. Minute blieben ungenutzt. Die größte Möglichkeit zur Führung vergab Moussa Sylla in der 36. Minute. Kurz vor dem Pausenpfiff, in der 45. Minute, nutzte Vin Kastull eine Unordnung in der Schalker Defensive zur überraschenden Führung für die Gastgeber. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Schalke den Druck. In der 62. Minute profitierte Dejan Ljubicic von einem Fehler von Burim Halili und erzielte den Ausgleich. Edin Dzeko, der nach seiner Einwechslung das Spiel prägte, verwandelte in der 81. Minute einen Foulelfmeter zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung. Doch Halle schlug zurück: Niclas Stierlin traf in der Nachspielzeit (90.+1) zum Ausgleich. In der Verlängerung sorgten Sylla (98.), Junior Adamu (105.+1) und erneut Dzeko (117.) für den Endstand.

Hintergrund und Vorgeschichte

Die Erwartungshaltung in Gelsenkirchen war nach dem Aufstieg in die Bundesliga riesig. Der Verein befindet sich in einem Prozess der Euphorie, die Rückkehr in das Oberhaus des deutschen Fußballs wurde über Monate hinweg herbeigesehnt. Das Pokalspiel gegen den Halleschen FC, einen Tabellenzehnten der Regionalliga Nordost, sollte eigentlich als Pflichtaufgabe dienen, um mit Rückenwind in die kommende Bundesliga-Saison zu starten. Trainer Miron Muslic hatte im Vorfeld betont, dass seine Mannschaft bereit für den Kampf sei, den der unterklassige Gegner bieten würde. Doch die Realität auf dem Platz spiegelte diese Vorbereitung nicht wider. Die Mannschaft wirkte zu Beginn des Spiels desillusioniert und fand gegen den leidenschaftlich verteidigenden Viertligisten kaum spielerische Lösungen. Die Sorge vor einem Stimmungskiller, nur drei Monate nach dem Aufstieg aus der 2. Liga, war im Stadion deutlich spürbar, als der Bundesligist mit einem Rückstand in die Kabine ging. Die Partie verdeutlichte, dass der Übergang in den Bundesliga-Alltag für den Aufsteiger mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist.

Die Beteiligten und ihre Rollen

Im Zentrum des Geschehens stand Edin Dzeko, dessen Einwechslung als Joker die Partie maßgeblich beeinflusste. Trainer Miron Muslic bewies mit der Einwechslung des Bosniers sowie von Robin Gosens ein glückliches Händchen. Gosens, der sein Debüt für Schalke gab, lobte nach dem Spiel die Resilienz der Mannschaft, räumte aber gleichzeitig ein, dass noch viel Arbeit vor dem Team liege. Auf Seiten der Gastgeber zeigte sich insbesondere die Defensive um Torschütze Vin Kastull und den Unglücksraben Burim Halili kämpferisch, konnte aber den Qualitätsunterschied in der Verlängerung nicht mehr kompensieren. Torhüter Loris Karius, der für Schalke zwischen den Pfosten stand, verhinderte in der 90. Minute mit einer starken Parade eine noch frühere Entscheidung zugunsten der Hallenser, war jedoch beim Ausgleichstreffer von Niclas Stierlin machtlos. Die Akteure auf dem Platz spiegelten die Anspannung wider, die ein solches Pokalduell zwischen einem Bundesligisten und einem Regionalligisten mit sich bringt, wobei die Schalker Spieler nach dem Abpfiff vor allem Erleichterung verspürten.

Einordnung der Leistung

Einzuordnen ist das Ergebnis als ein Erfolg mit einem sehr faden Beigeschmack. Den Berichten zufolge war die Leistung der Schalker über weite Strecken nicht bundesligatauglich. Dass der Aufsteiger gegen einen Viertligisten in die Verlängerung musste, unterstreicht die enorme Instabilität, die das Team derzeit noch prägt. Die taktische Marschroute von Muslic, mit nur einem Neuzugang – Junior Dina Ebimbe – zu starten, ging in der ersten Hälfte nicht auf. Der Sieg war zwar am Ende deutlich, kam aber erst durch individuelle Klasse und die Erfahrung von Spielern wie Dzeko zustande, nicht durch eine geschlossene taktische Überlegenheit. Die Eindrücke aus Halle bestätigen die Einschätzung, dass Schalke 04 eine schwierige Saison im Abstiegskampf bevorsteht. Der Sieg wird zwar als „königsblaues Auge“ gewertet, doch die spielerischen Defizite sind offensichtlich. Die Euphorie im Verein ist zwar groß, doch der sportliche Alltag wird deutlich härter, als es das Ergebnis gegen den Regionalligisten vermuten lässt.

Offene Fragen zum Spielverlauf

Der Quelltext lässt einige Fragen offen, die für die sportliche Analyse von Interesse wären. So bleibt unklar, warum die Mannschaft in der ersten Halbzeit derart orientierungslos agierte und die defensive Ordnung bei Standardsituationen – wie beim Gegentor durch Kastull – derart vernachlässigte. Auch die Gründe für die anfängliche Entscheidung von Trainer Muslic, Leistungsträger wie Gosens zunächst auf der Bank zu lassen, werden nicht im Detail erläutert. Zudem bleibt offen, wie die medizinische Abteilung die Belastung durch die Verlängerung einschätzt, insbesondere im Hinblick auf das kommende Bundesligaspiel in Augsburg. Es wird nicht explizit thematisiert, welche taktischen Korrekturen Muslic in der Halbzeitpause konkret vorgenommen hat, um den Umschwung einzuleiten. Auch die genauen Hintergründe für den Fehler von Burim Halili, der den Ausgleich einleitete, werden nur als „eklatant“ bezeichnet, ohne die taktische Ursache tiefer zu beleuchten. Die Lücken in der Berichterstattung lassen Raum für Spekulationen über die interne Verfassung des Kaders.

Wie es weitergeht für Schalke

Für den FC Schalke 04 geht der Blick nun unmittelbar nach vorne. Bereits am kommenden Sonntag steht der erste Spieltag der Bundesliga auf dem Programm. Die Gelsenkirchener müssen auswärts beim FC Augsburg antreten, Anpfiff der Partie ist um 17.30 Uhr. Nach dem kräftezehrenden Pokalspiel in Halle bleibt dem Team nur eine kurze Vorbereitungszeit, um die offensichtlichen Schwächen in der Defensive und im Spielaufbau zu korrigieren. Bezüglich des DFB-Pokals steht der nächste Schritt ebenfalls fest: Die zweite Runde wird ausgelost. Aufgrund der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet die Auslosung der nächsten Pokalrunde abweichend vom üblichen Rhythmus an einem Samstag statt. Das Team von Miron Muslic wird dann erfahren, welcher Gegner auf sie wartet. Bis dahin steht für die Mannschaft intensive Trainingsarbeit an, um den Anforderungen der Bundesliga gerecht zu werden, nachdem das Spiel in Halle deutlich vor Augen geführt hat, dass für den Klassenerhalt noch einiges an Arbeit notwendig ist.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/leeres-fussballfeld-im-emirates-stadium-in-london-28517856/ · Foto: Mario Spencer
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/dfbpokal/dzeko-bewahrt-schalke-vor-pokal-blamage-in-halle,spielbericht-dfb-pokal-hallescher-schalke-04-100.html