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Deepfakes, Stalking, Drohungen: Wie verbreitet digitale Gewalt wirklich ist
Technik · 02.03.2026 16:38

Deepfakes, Stalking, Drohungen: Wie verbreitet digitale Gewalt wirklich ist

Kurz: Eine neue Studie beleuchtet das Ausmaß digitaler Gewalt in Deutschland und zeigt, dass besonders Frauen und queere Menschen betroffen sind.

Digitale Gewalt in Deutschland: Eine alarmierende Studie

Eine aktuelle Studie zeigt erstmals umfassend, wie weit verbreitet digitale Gewalt in Deutschland ist. Diese Form der Gewalt umfasst verschiedene Übergriffe, die online oder unter Einsatz digitaler Hilfsmittel stattfinden. Besonders betroffen sind Frauen und queere Menschen.

Formen digitaler Gewalt

Digitale Gewalt manifestiert sich in vielen Formen, darunter:

  • **Beleidigungen und Drohungen** über soziale Medien oder Messenger-Dienste.
  • **Nacktaufnahmen**, die ohne Zustimmung veröffentlicht werden.
  • **Stalking**, bei dem Täter digitale Technologien nutzen, um ihre Opfer zu überwachen.
  • **Deepfakes** und gefälschte Profile auf Dating- oder Social-Media-Plattformen.

Hintergrund der Studie

Die Studie, die von Bundesfamilienministerin Karin Prien und anderen vorgestellt wurde, ist Teil der Initiative, die durch die Istanbul-Konvention gefordert wird. Diese Konvention verpflichtet Deutschland, Daten über Gewalt gegen Frauen zu erheben. Vor dieser Untersuchung gab es kaum belastbare Zahlen zu digitaler Gewalt in Deutschland.

Methodik der Studie

Über 15.000 Menschen aus verschiedenen Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen wurden befragt. Dies ermöglicht einen umfassenden Vergleich und zeigt, dass digitale Gewalt nicht nur Frauen betrifft, wie es in früheren Studien oft dargestellt wurde.

Ergebnisse der Studie

Häufigkeit von digitaler Gewalt

Laut der Studie haben 20 Prozent der Frauen und 13,9 Prozent der Männer in den letzten fünf Jahren digitale Gewalt erlebt. Diese Zahlen verdeutlichen, dass digitale Gewalt ein ernstzunehmendes Problem ist. Die Dunkelziffer ist jedoch hoch, da nur ein kleiner Teil der Betroffenen die Taten zur Anzeige bringt.

Geschlechterunterschiede

Die Studie zeigt, dass Frauen von digitaler Gewalt außerhalb einer Partnerschaft fünf Mal häufiger betroffen sind als Männer. Zudem empfinden Frauen die Vorfälle als schwerwiegender und haben häufiger Angst.

Altersgruppen

Jüngere Menschen sind besonders anfällig für digitale Gewalt. Die Gruppe der 16- bis 24-Jährigen weist die höchsten Zahlen auf. Diese Erkenntnis könnte auf den Einfluss sozialer Medien und digitaler Kommunikation in der Lebenswelt dieser Altersgruppe hinweisen.

Stalking und digitale Nachstellung

Stalking ist eine besonders besorgniserregende Form digitaler Gewalt. Jede 30. befragte Frau gab an, Erfahrungen mit digitaler Nachstellung gemacht zu haben. Die Mehrheit dieser Fälle geschah unter Einsatz digitaler Hilfsmittel, was die Notwendigkeit einer Sensibilisierung für dieses Thema unterstreicht.

Queere und trans Menschen im Fokus

Die Studie zeigt auch, dass LSBTIQ* Personen überproportional häufig von digitaler Gewalt betroffen sind. Rund 16 Prozent dieser Gruppe haben im Laufe ihres Lebens digitale Gewalt erfahren, was mehr als doppelt so hoch ist wie bei anderen Befragten.

Herausforderungen bei der Anzeige

Ein zentrales Problem bleibt die geringe Bereitschaft, digitale Gewalt zur Anzeige zu bringen. Viele Betroffene fühlen sich von den Behörden nicht ernst genommen, was auf einen Mangel an Sensibilität und Fachwissen im Umgang mit digitalen Übergriffen hinweist.

Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen, dass digitale Gewalt ein weit verbreitetes und ernstes Problem in Deutschland ist. Die Öffentlichkeit und die Politik sind gefordert, um die betroffenen Gruppen zu unterstützen und Maßnahmen zur Bekämpfung digitaler Gewalt zu ergreifen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/blau-verbindung-usb-technologie-4065705/ · Foto: Castorly Stock
Quelle: https://netzpolitik.org/2026/deepfakes-stalking-drohungen-wie-verbreitet-digitale-gewalt-wirklich-ist/