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Das starke Marokko und Infantino - enge Bande
Sport · 05.08.2026 15:49

Das starke Marokko und Infantino - enge Bande

Kurz: Inmitten einer schweren Führungskrise der FIFA sucht Präsident Gianni Infantino Rückhalt in Marokko. Welche Rolle spielt dabei der einflussreiche Fouzi Lekjaa?

Ein Treffen in der Krise

Die FIFA befindet sich in einer turbulenten Phase. Während sich die Vorwürfe gegen Präsident Gianni Infantino häufen – bis hin zu Anschuldigungen wegen Erpressung durch den ehemaligen Gegenspieler Prinz Ali bin al-Hussein –, sucht der Weltverband nach Wegen aus der Krise. Am 5. August 2026 versammelten sich ranghohe FIFA-Vertreter zu einer Krisensitzung in Rabat, Marokko. Der Ort der Zusammenkunft ist dabei kein Zufall: Marokko hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Machtzentrum des Weltfußballs entwickelt.

Marokko als neues Machtzentrum

Das nordafrikanische Land investierte in den letzten Jahren Milliardenbeträge in die Entwicklung des Fußballs. Diese Strategie zahlte sich sportlich aus: Die U20-Männer gewannen 2025 die Weltmeisterschaft, die A-Nationalmannschaft erreichte bei der WM in Nordamerika das Viertelfinale, und der Afrika-Cup-Sieg 2025 unterstrich die Ambitionen. Hinter diesen Erfolgen steht maßgeblich Fouzi Lekjaa, der Präsident des marokkanischen Fußballverbandes FRMF. Lekjaa ist nicht nur Vizepräsident des afrikanischen Kontinentalverbandes CAF und FIFA-Ratsmitglied, sondern bekleidet zudem ein hochrangiges Amt im marokkanischen Finanzministerium.

Die Allianz zwischen Infantino und Lekjaa

Lekjaa gilt als einer der wichtigsten Verbündeten von Gianni Infantino. Während der Rückhalt für den FIFA-Präsidenten weltweit schwindet – insbesondere nach dem gescheiterten Plan, WM-Rechte zu verkaufen –, hält der marokkanische Funktionär dem Schweizer die Treue. Lekjaa begründet seine Unterstützung mit den erzielten Fortschritten durch FIFA-Entwicklungsprogramme in Afrika, die es zu bewahren gelte. Für Infantino ist dieser Rückhalt in einer Zeit, in der selbst frühere Unterstützer auf Distanz gehen, von hoher Bedeutung.

Politische Ambitionen und WM-Pläne

Die enge Verbindung wird durch die anstehende Weltmeisterschaft 2030 weiter gestärkt. Marokko ist einer der Gastgeber, und Fouzi Lekjaa trägt die Verantwortung für das Organisationskomitee. Ein zentraler Punkt ist die Vergabe des Endspielortes. Während das Estadio Santiago Bernabéu in Madrid als Favorit gilt, entsteht in Casablanca derzeit ein Stadion mit einer Kapazität von 115.000 Plätzen, das den Namen Hassan II. tragen soll. Eine öffentliche Unterstützung durch Infantino für diesen Standort könnte Marokkos Ambitionen massiv vorantreiben.

Zudem steht Lekjaa vor einer politischen Karriere im eigenen Land. Als Mitglied der Partei der Authentizität und Modernität (PAM) wird er als möglicher Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten gehandelt. Die Parlamentswahlen in Marokko finden am 23. September 2026 statt.

Ungewisse Zukunft für den Weltverband

Der Druck auf Gianni Infantino bleibt hoch. Der Kongress am 18. März 2027, bei dem die 211 Mitgliedsverbände einen neuen Präsidenten wählen, wirft seine Schatten voraus. Ob Infantino bis dahin im Amt bleibt oder ob die aktuelle Revolte gegen ihn zu einem Rücktritt führt, ist offen. Die Krisensitzung in Rabat verdeutlicht jedoch, dass die FIFA in dieser Phase der Unsicherheit verstärkt auf die Stabilität und die Ressourcen ihrer engsten Partner setzt. Die weitere Entwicklung hängt nun davon ab, ob die Allianz zwischen Infantino und den einflussreichen Verbänden wie dem marokkanischen den anhaltenden Sturm überstehen kann.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/feld-football-spieler-sportler-10719279/ · Foto: Omar Ramadan
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/das-starke-marokko-und-infantino-enge-bande,marokko-fifa-100.html