Ungeplanter Werbeeffekt durch WM-Finale
Beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft rückte nicht nur das sportliche Geschehen in den Fokus, sondern auch ein modisches Detail des spanischen Nationalspielers Lamine Yamal. Während des Spiels rutschte die Trikothose des jungen Talents mehrfach so tief, dass der Schriftzug seiner Unterwäsche deutlich sichtbar wurde. Dabei handelte es sich um ein Modell der Frankfurter Marke 6pm. Der Vorfall löste in den sozialen Medien sofort Spekulationen über eine groß angelegte Werbekampagne aus.
Der Gründer der Marke, der Influencer Achraf Ait Bouzalim, stellte jedoch in einem Video auf der Plattform TikTok klar, dass es sich hierbei um keine bezahlte Kooperation handelte. Die Sichtbarkeit der Unterwäsche war demnach reiner Zufall und kein Resultat eines Sponsoring-Vertrags.
Warum der Hype so effektiv ist
Trotz der fehlenden finanziellen Gegenleistung für den Fußballstar erzielte der Vorfall eine enorme Wirkung. Die Nachfrage nach den Boxershorts stieg unmittelbar nach dem Finale so stark an, dass das Unternehmen in seinem Onlineshop zeitweise mit Lieferengpässen in verschiedenen Größen zu kämpfen hatte.
Marketing-Experten bewerten den Vorfall als einen glücklichen Zufall, der perfekt in die Strategie der Marke passt. Max Bimboese, ein Experte für Marketing, ordnet den Erfolg als typisches Beispiel für Guerrilla-Marketing ein. Laut Bimboese verfolgt 6pm eine Strategie, die fast ohne klassisches Werbebudget auskommt und stattdessen auf eine starke Community-Bindung setzt. Die Marke kommuniziere über spezifische Codes, die vor allem von einer jungen Zielgruppe verstanden werden.
Strategie der Verknappung als Markenzeichen
Das Prinzip der Verknappung ist ein zentrales Element der Unternehmensführung von 6pm. Dies zeigt sich nicht nur bei den aktuell vergriffenen Unterhosen, sondern auch bei den sogenannten „Drops“. Bei diesen Verkaufsaktionen werden neue Kollektionen in limitierter Stückzahl veröffentlicht, was in der Vergangenheit bereits zu langen Warteschlangen und Tumulten führte. Die Marke versteht es, durch diese künstliche oder reale Limitierung ein hohes Maß an Begehrlichkeit zu erzeugen.
Nächster Meilenstein: Großevent in Frankfurt
Der aktuelle Hype um die Unterwäsche ist nur ein Teil der Aufmerksamkeit, die der Marke derzeit entgegengebracht wird. Bereits für das kommende Wochenende plant 6pm eine Großveranstaltung in der Frankfurter Festhalle. Das Unternehmen erwartet dort rund 18.000 Besucher zu einem eigens organisierten Festival.
Dass dieses Event bereits im Vorfeld auf ein enormes Interesse stößt, beweist der Ticketverkauf: Die Eintrittskarten, die jeweils 90 Euro kosteten, waren bereits im Mai innerhalb von nur 52 Stunden komplett vergriffen. Der Vorfall um Lamine Yamal hat diesen Erfolg zwar weiter befeuert, war jedoch für den bereits geplanten Ansturm auf die Veranstaltung nicht zwingend erforderlich. Die Marke festigt damit ihre Position als relevante Größe in der jungen Modeszene, weit über die Grenzen Frankfurts hinaus.