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Cyberattacke: Hackerangriff friert rumänischen Immobilienmarkt ein
Technik · 22.07.2026 20:49

Cyberattacke: Hackerangriff friert rumänischen Immobilienmarkt ein

Kurz: Ein massiver Hackerangriff auf die rumänische Grundbuchbehörde ANCPI legt den Immobilienmarkt lahm. Daten wurden gelöscht, Notare und Bürger stehen vor dem Nich

Stillstand im Immobilienwesen durch Cyberkriminalität

Seit Mitte Juli 2026 ist der Immobilienmarkt in Rumänien weitgehend blockiert. Ursache ist ein schwerwiegender Hackerangriff auf die Nationale Agentur für Grundkataster und Immobilienverlautbarung (ANCPI). Die Behörde, die für die Verwaltung sämtlicher Grundbuchdaten zuständig ist, wurde zum Ziel eines Kriminellen, der nach einem gescheiterten Erpressungsversuch die vollständige Löschung der Systemdaten veranlasste.

Der Ablauf der Attacke

Nach Angaben des auf Cybersicherheit spezialisierten Portals Risky Business verschaffte sich der Angreifer vermutlich durch die Nutzung gültiger Zugangsdaten Zugang zum internen Netzwerk der ANCPI. Nachdem Forderungen der Behörde gegenüber abgelehnt wurden, eskalierte der Hacker die Situation. Er sicherte sich sensible Informationen und löschte anschließend die gesamten Datenbanken der Agentur.

Der Akteur, der im Darknet unter dem Pseudonym „ByteToBreach“ auftritt, behauptet zudem, Zugriff auf den Quellcode der behördlichen Systeme erlangt zu haben. In einem Hacker-Forum äußerte er sich hämisch über den Vorfall und kündigte an, die erbeuteten Daten zum Verkauf anzubieten.

Folgen für den Immobilienmarkt

Die Auswirkungen für die Bevölkerung und die Wirtschaft sind gravierend. Da kein Zugriff auf die Grundbuchdaten möglich ist, können derzeit weder detaillierte Grundstücksinformationen abgerufen noch Besitznachweise erbracht werden. Notare berichten übereinstimmend, dass sie keine Kaufverträge abwickeln oder Hypotheken eintragen können.

Besonders kritisch wird das Timing des Angriffs bewertet. Ab August 2026 soll in Rumänien die Immobiliensteuer von bisher neun Prozent auf 21 Prozent steigen. Viele Käufer und Bauherren hatten ihre Transaktionen für den Zeitraum vor dieser Steuererhöhung geplant, was durch den Systemausfall nun massiv erschwert oder unmöglich gemacht wird.

Wiederaufbau und behördliche Reaktion

Die ANCPI hat mittlerweile eine rudimentäre Version ihrer Website wieder online gestellt. Laut offiziellen Angaben arbeitet die Behörde daran, ihre Anwendungen in die Regierungscloud zu überführen. Dies deutet darauf hin, dass ein Offline-Backup existiert, der Wiederaufbau der notwendigen Strukturen jedoch einem Neuanfang gleichkommt. Die Behörde warnt zudem vor der Verbreitung inoffizieller Informationen über das Ausmaß des Schadens.

In der öffentlichen Debatte wächst die Kritik an der Sicherheitsstrategie der Behörde. Dan Cîmpean, Leiter der nationalen IT-Sicherheitsbehörde DNSC, erklärte, dass der Angriff hätte verhindert werden können. Die ANCPI sei bereits zuvor auf bestehende Schwachstellen in ihrem System hingewiesen worden, habe jedoch nicht ausreichend reagiert.

Identifizierung des Täters

Das Cybersicherheitsunternehmen KELA bringt den Angriff mit dem Algerier Zakaria Mahdjoub in Verbindung. Der als technisch versiert geltende Akteur soll bereits für weitere Angriffe, etwa auf ein schwedisches Unternehmen für Online-IDs, verantwortlich sein. KELA stützt diese Einschätzung auf Daten, die von infizierten Geräten und Browser-Cookies stammen. Mahdjoub betreibt laut Berichten eine breit angelegte, plattformübergreifende Operation, bei der er erbeutete Daten von Behörden, Universitäten und Unternehmen gezielt vermarktet.

Die Ermittlungen zum Vorfall dauern an. Während die ANCPI versucht, die Onlinedienste schrittweise wiederherzustellen, bleibt die Unsicherheit für den rumänischen Immobilienmarkt bestehen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/verkehr-sommer-baume-auto-27584350/ · Foto: Duc N.
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/hacker-legt-rumaenischen-immobilienmarkt-lahm-201053438.html