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Cyberangriffe auf Wasserwerke in mehreren US-Bundesstaaten
Technik · 02.08.2026 11:31

Cyberangriffe auf Wasserwerke in mehreren US-Bundesstaaten

Kurz: US-Behörden warnen vor einer Welle von Cyberangriffen auf Wasserwerke. Kriminelle nutzen Sicherheitslücken in Steuerungssystemen, was zu Betriebsstörungen führt

Bedrohungslage für die kritische Infrastruktur

In den Vereinigten Staaten haben das FBI und die Environmental Protection Agency (EPA) eine dringende Warnung veröffentlicht. Hintergrund ist eine Serie von Cyberangriffen, die gezielt auf die kritische Infrastruktur im Wasser- und Abwassersektor abzielen. Laut den Behörden wurden in mindestens sieben Bundesstaaten Sicherheitsvorfälle gemeldet, die zu operativen Beeinträchtigungen der Wasserversorgung führten.

Im Fokus der Angriffe stehen programmierbare Steuergeräte (PLCs) des Herstellers Rockwell Automation, spezifisch die Modelle Allen-Bradley MicroLogix 1100 und 1400. Die Täter verschaffen sich über das Internet Zugriff auf unzureichend geschützte Systeme. Einmal eingedrungen, ändern sie Passwörter und IP-Adressen, wodurch den Betreibern vor Ort die Kontrolle über die Anlagen entzogen wird.

Operative Auswirkungen und Sicherheitsrisiken

Die Folgen dieser Manipulationen sind gravierend. In einigen Fällen wurden die Steuerungslogik und Projektdateien direkt verändert. Das FBI berichtet von konkreten Auswirkungen wie Druckabfällen im Leitungsnetz und Überflutungen. Ein kritischer Aspekt dabei ist das Risiko von Druckverlusten: Diese können dazu führen, dass unbehandeltes Grundwasser in das Rohrleitungsnetz eindringt, was die Trinkwasserqualität gefährden könnte. Bisherigen Berichten zufolge kam es jedoch in den betroffenen Regionen, darunter Minnesota, zu keinen Beeinträchtigungen der Wasserqualität für die Bevölkerung.

Die Angreifer profitieren dabei von einer hohen Standardisierung in der Branche. Da Dienstleister häufig identische Netzwerkkonfigurationen bei verschiedenen Kunden einsetzen, lassen sich erfolgreiche Angriffsmuster schnell auf weitere Einrichtungen übertragen. Allein in Minnesota waren über 30 kommunale Wasserwerke von den Vorfällen betroffen.

Politische Auseinandersetzungen um die Herkunft der Angriffe

Die Vorfälle haben eine hitzige politische Debatte ausgelöst. Während US-Geheimdienste den Iran als potenziellen Akteur hinter den Angriffen sehen – eine Einschätzung, die bereits in früheren Warnungen des Weißen Hauses thematisiert wurde –, weist US-Präsident Donald Trump diese Vermutungen zurück. Er kritisierte stattdessen die Führung in Minnesota, insbesondere den dortigen Gouverneur Tim Walz, und warf den Verantwortlichen Inkompetenz vor.

Gouverneur Walz wies diese Vorwürfe entschieden zurück und betonte, dass es sich um ein landesweites Problem handele, das als moderne Form der Kriegsführung zu betrachten sei. Zudem kritisierte er Einsparungen bei der Cybersicherheitsbehörde CISA, die seiner Ansicht nach die Verwundbarkeit der USA erhöht hätten.

Empfohlene Schutzmaßnahmen für Betreiber

Um künftige Angriffe zu verhindern, haben die Sicherheitsbehörden klare Handlungsempfehlungen formuliert:

* **Kein direkter Internetzugriff:** PLCs dürfen unter keinen Umständen direkt aus dem öffentlichen Netz erreichbar sein.

* **Absicherung der Fernzugriffe:** Verbindungen müssen zwingend über gesicherte Gateways, Firewalls sowie verschlüsselte VPN-Tunnel oder Zero-Trust-Architekturen erfolgen.

* **Authentifizierung und Updates:** Modems und Steuerungen benötigen eine starke Authentifizierung, regelmäßige Firmware-Updates und eine lückenlose Protokollierung.

* **Notfallplanung:** Betreiber sollten den manuellen Notbetrieb regelmäßig üben, um bei einem Ausfall der digitalen Steuerung handlungsfähig zu bleiben.

* **Hardware-Management:** Veraltete Geräte, für die keine Sicherheitsupdates mehr verfügbar sind, sollten entweder isoliert oder vollständig ersetzt werden.

Experten unterstreichen, dass die kontinuierliche Überprüfung der Systeme essenziell bleibt, da die Bedrohung durch Akteure, die gezielt kritische Infrastrukturen destabilisieren wollen, weiterhin besteht.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/klassischer-amerikanischer-muscle-car-auf-einer-europaischen-strasse-38623482/ · Foto: Hert Niks
Quelle: https://www.heise.de/news/FBI-und-US-Umweltbehoerde-warnen-Cyberangriffe-auf-US-Wasserwerke-haeufen-sich-11394614.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag