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CSU-Chef Söder wirbt für Geschlossenheit im ARD-Sommerinterview
Schlagzeilen · 02.08.2026 16:51

CSU-Chef Söder wirbt für Geschlossenheit im ARD-Sommerinterview

Kurz: Nach schwachen Wahlergebnissen und parteiinterner Kritik betont CSU-Chef Markus Söder im ARD-Sommerinterview die Rolle seiner Partei als Stabilitätsanker.

Zwischen Wahlergebnissen und Führungsanspruch

Die CSU befindet sich in einer Phase politischer Herausforderungen. Nach den Kommunalwahlen im März, bei denen die Partei mit 32,5 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis seit den 1950er-Jahren erzielte und zudem 13 Landratsposten einbüßte, wächst der Druck. Auch innerhalb der eigenen Reihen mehren sich kritische Stimmen. So beklagte CSU-Vize Manfred Weber in einem internen Schreiben ein mangelndes Gemeinschaftsgefühl und kritisierte, dass die bisherige politische Kommunikation der Partei bei den Wählern nicht mehr verfange.

Markus Söder begegnet dieser Kritik mit demonstrativer Gelassenheit. Im ARD-Sommerinterview betonte der bayerische Ministerpräsident, dass die CSU im Vergleich zu anderen demokratischen Parteien weiterhin die stärkste Kraft sei. Die Verluste bei der Kommunalwahl ordnete er als moderat ein und verwies auf die Ergebnisse von 2020. Dennoch ist der Rückhalt in der Bevölkerung messbar gesunken: Seine persönlichen Zustimmungswerte fielen laut DeutschlandTrend von 58 Prozent während der Pandemie auf zuletzt 27 Prozent im April 2026.

Umgang mit der AfD und politische Strategie

Ein zentrales Thema des Gesprächs war der Aufstieg der AfD, die in Bayern auf 12,2 Prozent zulegen konnte. Söder bezeichnete die Partei als ein europäisches Phänomen und betonte, man könne die AfD nicht einfach „wegzaubern“. Eine inhaltliche Kopie der AfD-Positionen lehnt er ab, da sich die Partei zunehmend radikalisiere. Stattdessen setzt Söder auf eine harte Migrationspolitik als Gegenmittel. Er forderte konsequentere Abschiebungen von Personen ohne Aufenthaltsrecht, um die Attraktivität der AfD zu schwächen.

Zusätzlich sieht der CSU-Chef die Wirtschaftspolitik als entscheidenden Hebel. Trotz Meldungen über Stellenabbau, etwa bei BMW, hält Söder an der Einschätzung fest, Bayern sei ein wirtschaftlich starkes und innovatives Bundesland. Konkrete Maßnahmen zur Belebung der Konjunktur ließ er jedoch offen und verwies stattdessen auf die Notwendigkeit, die allgemeinen Wettbewerbsbedingungen zu verbessern. In diesem Zusammenhang kritisierte er Forderungen nach Arbeitszeitverkürzungen oder einem früheren Renteneintritt als langfristig nicht tragfähig.

Positionierung in der Renten- und Regierungspolitik

Die aktuelle Debatte um die „Rente mit 63“ sorgt für Spannungen innerhalb der Union. Während CDU-Ministerpräsidenten aus Ostdeutschland sich für den Erhalt der Rente nach 45 Beitragsjahren aussprechen, sieht Söder darin eine Gefahr für den langfristigen Rentenfrieden. Er äußerte sich überrascht über den Vorstoß und warnte davor, das mühsam ausgehandelte Rentenpaket erneut zur Disposition zu stellen.

Trotz der turbulenten Woche für Bundeskanzler Friedrich Merz, geprägt von Kabinettsumbildungen und Kritik, stärkte Söder dem Regierungschef den Rücken. Er bezeichnete die Personalwechsel als „Episode“ und betonte, dass die Bundesregierung stabil agiere. Söders Appell richtete sich an die Geschlossenheit innerhalb der Union: Anstatt sich in internen Debatten zu verlieren, müsse der Fokus auf der Regierungsarbeit liegen.

Ein weiterer Aspekt seiner politischen Agenda bleibt die Nachfolge im Amt des Bundespräsidenten. Söder bekräftigte seine Unterstützung für Ilse Aigner als Kandidatin. Er sieht darin eine Chance, erstmals eine Frau in dieses Amt zu wählen, und verwies darauf, dass es bereits positive Signale aus der SPD gegeben habe. Eine endgültige Entscheidung müsse jedoch im Konsens zwischen CDU und CSU getroffen werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/blick-auf-das-brandenburger-tor-und-den-berliner-fernsehturm-36937027/ · Foto: Max Kladitin
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/sommerinterview-soeder-112.html