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CSD-Anschlag in Berlin: Identität des Opfers bekannt
Schlagzeilen · 27.07.2026 14:23

CSD-Anschlag in Berlin: Identität des Opfers bekannt

Kurz: Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD ist die Identität des Todesopfers geklärt. Der mutmaßliche Attentäter wurde bei einem Polizeieinsatz in Spandau erschosse

Identität des Opfers nach CSD-Anschlag geklärt

Nach dem verheerenden Angriff auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin am vergangenen Samstagabend herrscht traurige Gewissheit über das Todesopfer. Wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft auf Anfrage bestätigte, handelt es sich bei der Verstorbenen um eine 65-jährige Frau mit polnischer Staatsangehörigkeit. Bei der Tat wurden zudem 29 weitere Personen verletzt, deren Zustand nach Angaben der Polizei vom Sonntagnachmittag glücklicherweise nicht mehr lebensbedrohlich ist.

Tödlicher Polizeieinsatz in Spandau

Der mutmaßliche Attentäter, der 21-jährige Abdul B., wurde am Sonntagabend bei einem Zugriff der Polizei getötet. Einsatzkräfte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) lokalisierten den Mann gegen 18 Uhr in einer Kleingartenanlage im Berliner Bezirk Spandau. Laut offiziellen Angaben der Polizei kam es zu einer Konfrontation, bei der der Verdächtige mit einer Stichwaffe auf die Beamten zulief. Die Einsatzkräfte machten daraufhin von ihren Schusswaffen Gebrauch. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsversuche durch die Berliner Feuerwehr verstarb der Mann noch vor Ort.

Hintergrund zum Tathergang

Der Angriff ereignete sich am späten Samstagabend kurz vor 22 Uhr am Rande der Großveranstaltung im Berliner Tiergarten. Ein Auto raste in eine Menschenmenge und prallte anschließend gegen einen Baum. Der Fahrer verließ das Fahrzeug und floh zu Fuß. Nach Schilderungen von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) soll der Mann dabei auch mit einer Machete auf Passanten losgegangen sein. Aufgrund der Schwere des Vorfalls und der mutmaßlichen islamistischen Motivation übernahm die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen.

Wer war der mutmaßliche Täter?

Der 21-jährige Abdul B. war deutscher Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund. Er war den Behörden bereits bekannt und wurde der islamistischen Szene zugeordnet. Innenminister Dobrindt teilte mit, dass der Mann in der Vergangenheit bereits zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden war – ein Urteil, gegen das die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt hatte.

Die Biografie des Täters weist zudem einen Auslandsaufenthalt auf: Im vergangenen Jahr reiste B. in den Libanon, mit dem erklärten Ziel, nach Syrien zu gelangen und sich dort dem „bewaffneten Kampf“ der Terrormiliz Islamischer Staat anzuschließen. Nach einer dreimonatigen Haftstrafe im Libanon kehrte er nach Deutschland zurück.

Politische Debatte und Konsequenzen

Der Anschlag hat eine parteiübergreifende Debatte über den Umgang mit mutmaßlichen islamistischen Gefährdern ausgelöst. Experten wie der Terrorismusexperte Peter Neumann kritisierten, dass präventive Maßnahmen im Fall von Abdul B. nicht effektiv gegriffen hätten und forderten eine Kombination aus härteren Strafen und verbesserter Prävention. Bundeskanzler Merz betonte bei einer Trauerfeier, dass der Terror nicht gewinnen dürfe und bezeichnete die Tat als einen „Angriff auf unsere Gesellschaft“.

Da der Hauptverdächtige verstorben ist, werden die Ermittlungen gegen ihn persönlich eingestellt. Die Bundesanwaltschaft führt die Untersuchungen zum genauen Tatgeschehen und zu möglichen Hintermännern oder weiteren Hintergründen jedoch fort. Ein weiterer Mann, der vorübergehend in Gewahrsam genommen worden war, wurde wieder entlassen, da sich der Verdacht gegen ihn nicht erhärten ließ.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/berliner-fernsehturm-mit-blick-auf-moderne-architektur-38233241/ · Foto: Vinay Reddy Sama
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/kriminalitaet/csd-berlin-tote-verletzte-fahndung-100.html