Rechtliche Schritte wegen ausstehender Zahlungen
Das ambitionierte Infrastrukturprojekt von SpaceXAI, bekannt unter dem Namen Colossus, sieht sich mit erheblichen finanziellen Unstimmigkeiten konfrontiert. Mehrere am Bau beteiligte Unternehmen haben in den USA gerichtliche Pfandrechte gegen SpaceXAI erwirkt, um ausstehende Forderungen für erbrachte Dienstleistungen einzufordern. Im Zentrum der Kontroverse steht die Summe von über 500 Millionen US-Dollar, die laut Berichten des Memphis Business Journal von dem Dienstleister Darana Hybrid geltend gemacht wird.
Die Forderungen beziehen sich auf umfangreiche Arbeiten an Rechenzentren sowie zugehörigen Energieanlagen in den Bundesstaaten Mississippi und Tennessee. Allein eine am 5. August 2026 eingereichte Forderung beläuft sich auf knapp 430 Millionen US-Dollar. Dieser Betrag unterteilt sich in rund 379,6 Millionen US-Dollar für Tätigkeiten am Rechenzentrum selbst sowie 50 Millionen US-Dollar für die Errichtung eines Umspannwerks am Standort Southaven, Mississippi.
Umfang der Bauaktivitäten und weitere Beteiligte
Die Dimension der Bauarbeiten am Colossus-Projekt war zeitweise massiv. Zwischen März 2024 und Juni 2026 setzte Darana Hybrid nach eigenen Angaben zeitweise mehr als 3.000 Arbeitskräfte für die Projekte im Umfeld von Memphis ein. Die wirtschaftliche Verflechtung betrifft jedoch nicht nur diesen einen Dienstleister.
Bereits eine Woche vor der massiven Forderung von Darana Hybrid wurden Pfandrechte in Höhe von 136,9 Millionen US-Dollar gegen die SpaceXAI-Partner MZX Tech und CTC Property angemeldet. Diese Summe setzt sich aus 18,6 Millionen US-Dollar für Arbeiten an einer Wasseraufbereitungsanlage des Colossus-Rechenzentrums sowie 118,25 Millionen US-Dollar für Bauleistungen auf dem Campus von Colossus II zusammen.
Weitere Unternehmen schließen sich den Forderungen an:
* **USW-Menard:** Beansprucht 2,27 Millionen US-Dollar für Spezialarbeiten am Boden sowie an der Wasseraufbereitungsanlage.
* **Torcsill Foundations:** Fordert 65.000 US-Dollar für Fundamentarbeiten am Colossus-II-Rechenzentrum, wobei sich dieser Anspruch gegen den Generalunternehmer Baker Constructions richtet.
Expansion trotz Widerständen
Die rechtlichen Auseinandersetzungen fallen in eine Phase, in der SpaceXAI seine Kapazitäten massiv ausbaut. Allein für das Jahr 2026 sollen Baugenehmigungen für Projekte mit einem Volumen von einer Milliarde US-Dollar in der Region um Memphis erteilt worden sein. Trotz der aktuellen Unstimmigkeiten und lokaler Proteste von Anwohnern hält das Unternehmen an seinen langfristigen Plänen fest.
Für die Datenzentren im Norden von Mississippi sind Investitionen in Höhe von insgesamt 20 Milliarden US-Dollar vorgesehen. Die gerichtlichen Pfandrechte stellen nun eine Hürde dar, die klären muss, wie die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den ausführenden Bauunternehmen erfüllt werden. Wie sich diese Forderungen auf den Zeitplan der weiteren Expansion auswirken, bleibt abzuwarten, da die rechtliche Aufarbeitung der ausstehenden Zahlungen nun in den Fokus rückt.