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Cisco-Studie: Deutschlands Firmennetzwerke kommen ohne Ausbau nicht mit KI klar
Technik · 24.07.2026 17:03

Cisco-Studie: Deutschlands Firmennetzwerke kommen ohne Ausbau nicht mit KI klar

Kurz: Eine neue Cisco-Studie warnt: Deutsche Unternehmensnetzwerke sind für den KI-Boom oft nicht gerüstet. Massive Kapazitätsengpässe drohen in den kommenden zwei Ja

Netzwerkinfrastruktur vor der Belastungsprobe

Die zunehmende Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Unternehmensalltag stellt die IT-Abteilungen in Deutschland vor enorme Herausforderungen. Laut einer aktuellen Untersuchung des US-Netzwerkausrüsters Cisco in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Foundry drohen viele Firmennetzwerke in absehbarer Zeit an ihre Belastungsgrenzen zu stoßen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die bisherige Infrastruktur den Anforderungen moderner KI-Workloads kaum gewachsen ist.

Wachsender Datenverkehr durch KI-Systeme

Die Prognosen für die kommenden 24 Monate sind eindeutig: 67 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland rechnen damit, dass ihre Netzwerkkapazitäten nicht ausreichen werden, um den durch KI-Anwendungen verursachten Datenverkehr zu bewältigen. Die Dynamik ist dabei beachtlich. Während derzeit 36 Prozent der Betriebe generative KI nutzen, setzen 32 Prozent auf agentische KI und 25 Prozent auf physische KI-Systeme wie Robotik.

Experten gehen davon aus, dass sich das Datenvolumen in den Unternehmensnetzen in den nächsten drei Jahren mehr als verdreifachen wird. Besonders das WLAN steht hierbei im Fokus, da die Hälfte der Befragten in diesem Bereich den stärksten Anstieg des Datenaufkommens erwartet.

Warum klassische Netzwerke an ihre Grenzen stoßen

Der Grund für die drohende Überlastung liegt in der spezifischen Arbeitsweise von KI-Systemen. Im Gegensatz zu menschlichen Nutzern, die sequenziell auf Daten zugreifen, generieren KI-Agenten innerhalb von Sekunden eine Vielzahl an API-Aufrufen, Datenbankabfragen und komplexen Inferenzprozessen. Die vorhandenen Unternehmensnetzwerke wurden für solche Lastspitzen und die damit verbundene hohe Frequenz an Anfragen ursprünglich nicht konzipiert.

Die Folgen für die betriebliche Effizienz sind spürbar. Agentenbasierte KI-Workloads reagieren deutlich empfindlicher auf Instabilitäten als herkömmliche Anwendungen. Die Befragten nannten insbesondere folgende Problemfelder:

* Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit (65 Prozent)

* Latenzzeiten (64 Prozent)

* Bandbreitenengpässe (62 Prozent)

* Paketverlust (42 Prozent)

Deutschland im internationalen Vergleich

Im globalen Vergleich zeigt sich ein deutlicher Rückstand der deutschen IT-Infrastruktur. Während weltweit immerhin 23 Prozent der Unternehmen angeben, ihre Netzwerke seien vollständig für die Anforderungen der KI-Zukunft gerüstet, liegt dieser Wert in Deutschland bei lediglich 16 Prozent. Diese Diskrepanz unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf.

Notwendigkeit einer Modernisierung

Um den Anschluss nicht zu verlieren, planen 84 Prozent der befragten deutschen Unternehmen, ihre Netzwerkinfrastruktur in naher Zukunft aufzurüsten. Uwe Peter, Deutschlandchef von Cisco, betont in diesem Zusammenhang den Wandel der Rolle von Netzwerken: Diese seien längst keine reinen Datenleitungen mehr, sondern hätten sich zu einer zentralen Produktivitätsinfrastruktur entwickelt.

Für Unternehmen bedeutet dies, dass Investitionen in moderne Switches, Router und leistungsfähige WLAN-Zugangspunkte unumgänglich werden. Ohne eine gezielte Modernisierung der Hardware und der zugrunde liegenden Netzwerkarchitektur riskieren Betriebe, dass ihre KI-Initiativen durch technische Hürden ausgebremst werden. Die kommenden zwei Jahre werden somit entscheidend dafür sein, ob die deutsche Wirtschaft die technologischen Potenziale von KI voll ausschöpfen kann oder durch eine veraltete IT-Basis blockiert wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/hande-laptop-arbeiten-computer-6771432/ · Foto: Alesia Kozik
Quelle: https://www.golem.de/news/cisco-studie-deutschlands-firmennetzwerke-kommen-ohne-ausbau-nicht-mit-ki-klar-2607-211268.html