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Brückensätze, Pausen, tiefes Atmen: Eine Rhetorik-Coachin verrät ihre besten Strategien für schwierige Gespräche
Technik · 25.08.2026 08:48

Brückensätze, Pausen, tiefes Atmen: Eine Rhetorik-Coachin verrät ihre besten Strategien für schwierige Gespräche

Kurz: Rhetorik-Coachin Nerissa Rothhardt erklärt, wie man sich gegen schwarze Rhetorik wehrt, mit Brückensätzen Zeit gewinnt und durch richtiges Atmen souverän bleibt

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

In einer aktuellen Ausgabe des Podcasts „t3n Arbeit in Progress“ widmet sich die Rhetorik-Coachin Nerissa Rothhardt einer der größten Herausforderungen im modernen Berufsleben: dem souveränen Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen. Viele Arbeitnehmer kennen das Szenario, in dem die eigene fachliche Kompetenz in einem Meeting plötzlich infrage gestellt wird, man von Kollegen ständig unterbrochen wird oder durch gezieltes Schweigen des Gegenübers in eine unangenehme Defensive gedrängt wird. Rothhardt, die regelmäßig Führungskräfte in solchen kommunikativen Ausnahmesituationen schult, liefert konkrete Handlungsanweisungen, wie man diesen Druckmomenten begegnet. Die Kernbotschaft ihrer Strategie ist ein Mix aus psychologischer Selbstregulierung, wie etwa bewussten Atemtechniken, und handfesten rhetorischen Werkzeugen wie den sogenannten Brückensätzen. Ziel ist es, die eigene Handlungsfähigkeit in Momenten zu bewahren, in denen man sich eigentlich angegriffen oder bloßgestellt fühlt. Die Expertin betont dabei, dass viele Menschen in solchen Augenblicken den entscheidenden Fehler begehen, sofort in einen Rechtfertigungsmodus zu verfallen, anstatt die Kontrolle über den Gesprächsverlauf zu behalten.

Die Einzelheiten – Namen, Orte und Zitate

Die Rhetorik-Expertin Nerissa Rothhardt analysiert im Gespräch mit dem Magazin t3n gezielt Methoden, die sie als „schwarze Rhetorik“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um Techniken, die darauf abzielen, den Gesprächspartner durch Einschüchterung oder gezielte Störungen zum Verstummen zu bringen. Rothhardt nennt hierbei explizit die Nutzung von Ironie, Sarkasmus und Verachtung als Werkzeuge, um den anderen dumm dastehen zu lassen. Ein weiteres Mittel seien sogenannte „Partisanen-Fragen“: Dabei handelt es sich um Detailfragen, die für den eigentlichen Sachverhalt völlig irrelevant sind, den Befragten jedoch in Bedrängnis bringen sollen, da er die spezifischen Details nicht kennen kann oder muss. Als konkrete Gegenmaßnahme empfiehlt die Coachin den sogenannten Brückensatz, auch bekannt als „The Bridge“. Formulierungen wie „Guter Ansatz“ oder „Spannende Frage“ sollen in Kombination mit einer wertschätzenden Haltung Zeit verschaffen. Sollte dies nicht ausreichen, rät sie dazu, den Spieß umzudrehen und eine offene Rückfrage zu stellen, etwa: „Woran genau machen Sie denn das jetzt fest?“

Hintergrund – wie es dazu kam

Die Auseinandersetzung mit diesen Themen speist sich aus der täglichen Coaching-Praxis von Nerissa Rothhardt. Sie beobachtet, dass viele Führungskräfte und Angestellte in Meetings an identischen Punkten scheitern. Der Ursprung des Problems liegt oft in einer biologischen Reaktion: Sobald wir uns angegriffen fühlen, feuert unsere Amygdala, das Gefahrenzentrum im Gehirn. Da der Mensch seit Jahrmillionen darauf programmiert ist, Gefahren sofort zu identifizieren, wertet unser System jede Abweichung von der Norm – wie eine verbale Attacke oder eine Störung – als existenzielle Bedrohung. Dies führt zu einer flachen Atmung, die wiederum die Stimme dünner klingen lässt und die eigene Wirkung schwächt. Rothhardt erklärt, dass diese Reaktion zwar tief in unserer Evolution verwurzelt ist, wir ihr jedoch nicht blind vertrauen müssen. Die Erkenntnis, dass man „mehr als seine Angst“ ist, bildet das Fundament für ihre Trainingsmethoden, um aus dem reaktiven Modus der Rechtfertigung in eine proaktive, selbstbewusste Kommunikation zu gelangen.

Die Beteiligten – wer entscheidet und wer sich äußert

Die zentrale Expertin in diesem Kontext ist Nerissa Rothhardt. Als Rhetorik-Coachin arbeitet sie intensiv mit Führungskräften zusammen, um deren kommunikative Kompetenz in schwierigen Arbeitsumgebungen zu stärken. Die Plattform t3n fungiert als Medium, das diese Expertise im Rahmen ihres Podcasts „t3n Arbeit in Progress“ einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich macht. Die Redakteurin Stella-Sophie Wojtczak führt durch das Thema und bereitet die Inhalte für das Nachrichtenportal auf. Betroffen von den beschriebenen Problematiken sind laut Rothhardt nahezu alle Arbeitnehmer, die sich in Meetings oder bei Verhandlungen behaupten müssen. Die Entscheidung, welche rhetorischen Mittel in einer spezifischen Situation angewendet werden, liegt jedoch immer beim Individuum selbst. Rothhardt liefert hierfür lediglich das notwendige Werkzeugset, um die Entscheidungsgewalt über die eigene Wirkung im Raum zurückzugewinnen, anstatt sich den Spielregeln von Angreifern zu unterwerfen.

Einordnung – was das bedeutet

Einzuordnen ist das so: Die von Rothhardt propagierten Strategien zielen auf eine Entschärfung von Machtkämpfen ab. Wenn sie von „schwarzer Rhetorik“ spricht, beschreibt sie keine magischen Fähigkeiten, sondern manipulative Machttechniken, die darauf abzielen, den Sprecher aus dem Konzept zu bringen. Den Berichten zufolge ist der größte Fehler, den viele begehen, das direkte Einsteigen in das „Frage-Antwort-Spiel“. Wer sich sofort rechtfertigt, gibt die Kontrolle ab. Die Empfehlung, stattdessen eine Pause einzulegen, tief zu atmen und mit einem Brückensatz zu antworten, ist eine Methode zur psychologischen Distanzierung. Man macht sich nicht mehr zum Spielball der Angriffe, sondern agiert als Beobachter der Situation. Dies ist eine Form der emotionalen Intelligenz, die über die reine Wortwahl hinausgeht. Die Einordnung der Rhetorik als „Botschaft“, bei der man sich bewusst ist, wer man ist und welche Absicht man verfolgt, rückt die Kommunikation weg vom reinen Schlagabtausch hin zu einer zielgerichteten, professionellen Interaktion, die idealerweise auch noch einen gewissen Unterhaltungswert bietet.

Offene Fragen – was der Quelltext nicht beantwortet

Der Quelltext bietet zwar eine fundierte Einführung in die Rhetorik-Strategien von Nerissa Rothhardt, lässt jedoch einige Fragen unbeantwortet. So bleibt offen, wie genau man in einer akuten Stresssituation den Übergang von der biologischen Gefahrenreaktion zur bewussten Atemkontrolle vollzieht, ohne dass dies für das Gegenüber als „Einfrieren“ oder Unsicherheit wahrgenommen wird. Auch die Frage, wie man die Balance zwischen einer wertschätzenden Haltung – wie bei den Brückensätzen gefordert – und der notwendigen Härte gegenüber unfairen Angriffen in der Praxis findet, wird nur angerissen. Der Text nennt zwar Beispiele für Brückensätze, lässt aber offen, wie man diese in einem sehr aggressiven Umfeld einsetzt, ohne dabei naiv oder beschwichtigend zu wirken. Zudem wird nicht detailliert erläutert, wie man mit Situationen umgeht, in denen die Gegenseite die Brückensätze als Schwäche interpretiert und ihre Angriffe daraufhin weiter intensiviert. Diese Nuancen der praktischen Anwendung bleiben den weiterführenden Inhalten des Podcasts vorbehalten.

Wie es weitergeht – angekündigte Schritte

Für Interessierte, die ihre rhetorischen Fähigkeiten weiter vertiefen möchten, verweist das Nachrichtenportal auf die vollständige Podcast-Folge von „t3n Arbeit in Progress“. Dort werden weitere Fragen behandelt, insbesondere der Umgang mit hartnäckigen Unterbrechungen oder Desinteresse seitens der Gesprächspartner. Die Hörer haben die Möglichkeit, den Podcast über gängige Plattformen wie Apple Podcasts oder Spotify zu abonnieren. Die Redaktion stellt zudem sicher, dass der Zugang zu diesen Inhalten durch die Einbindung von RSS-Feeds und direkten Verlinkungen erleichtert wird. Wer sich also tiefergehend mit den Techniken von Nerissa Rothhardt auseinandersetzen möchte, ist angehalten, das vollständige Gespräch zu verfolgen, da der vorliegende Text lediglich einen gekürzten Auszug aus dem Interview darstellt. Weitere Termine für spezifische Coachings oder weiterführende Seminare der Expertin werden im Rahmen des Podcasts oder über die bekannten Kanäle der Rhetorik-Coachin kommuniziert, sofern diese dort explizit beworben werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/gemutlicher-arbeitsplatz-mit-kaffee-und-schreibwaren-30705603/ · Foto: Katja B
Quelle: https://t3n.de/news/rhetorik-tipps-schwierige-gespraeche-coach-1757639/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed