Ein tierischer Ermittlungserfolg in Brachttal
In der Gemeinde Brachttal-Hellstein im Main-Kinzig-Kreis hat ein ungewöhnlicher Vermisstenfall ein glückliches Ende gefunden. Eine Königspython namens „Buddy“, die seit über zwei Wochen als verschwunden galt, wurde wieder eingefangen. Den entscheidenden Hinweis auf den Aufenthaltsort des Reptils lieferte dabei kein technisches Gerät, sondern eine schwarze Hauskatze.
Die Katze entdeckte die Schlange in der Nacht zum Mittwoch kurz nach Mitternacht im Freien. Das Zusammentreffen der beiden Tiere verlief offenbar nicht unbemerkt: Durch die Geräuschkulisse wurden Anwohner auf die Situation aufmerksam und alarmierten umgehend die Polizei sowie die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte konnten das Tier schließlich sicher einfangen und der Besitzerin übergeben. Laut Angaben der Polizei blieb die Schlange bei dem Vorfall unverletzt.
Der Weg in die Freiheit
Die Suche nach dem Tier hatte Ende Juli begonnen, nachdem eine Anwohnerin in ihrem Garten auf einem Holzstapel mehrere Stücke Schlangenhaut gefunden hatte. Da das Muster und die Größe der Haut nicht zu den in der Region heimischen Schlangenarten passten, schaltete sich die Polizei ein. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass in der direkten Nachbarschaft eine Königspython vermisst wurde.
Die Halterin des Tieres war zum Zeitpunkt des Verschwindens verreist. Zunächst war sie davon ausgegangen, dass sich die Schlange lediglich in der Wohnung unter einem Möbelstück versteckt hielt. Wie sich später herausstellte, hatte Buddy jedoch bereits den Weg nach draußen gefunden. Als wahrscheinlichster Fluchtweg gilt ein gekipptes Badezimmerfenster, durch das das Reptil entkommen konnte.
Hintergrund und Sicherheitshinweise
Der Vorfall hatte in der Gemeinde für einiges Aufsehen gesorgt. Die Anwohner hatten bereits geplant, das Gelände mit einer Wärmebildkamera abzusuchen, um das Tier aufzuspüren. Die Katze kam dieser geplanten Suchaktion jedoch zuvor.
Königspythons gelten für Menschen und Haustiere in der Regel als ungefährlich, da sie nicht giftig sind und sich primär von kleinen Nagetieren wie Mäusen oder Ratten ernähren. Dennoch hatten Experten bereits im Vorfeld davon abgeraten, eigenständige Fangversuche zu unternehmen. Nach der erfolgreichen Bergung stellten die Polizeibeamten sicher, dass das Tier wieder ordnungsgemäß in seinem Terrarium untergebracht wurde, womit der Fall offiziell abgeschlossen werden konnte.