News aus aller Welt
Start
Boeing 787-9 - Untersuchung nach Beinahe-Unglück am Flughafen München läuft
Schlagzeilen · 17.08.2026 20:54

Boeing 787-9 - Untersuchung nach Beinahe-Unglück am Flughafen München läuft

Kurz: Nach einem gefährlichen Zwischenfall am Flughafen München mit einer Boeing 787-9 von Vietnam Airlines hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung ermittelt.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Am vergangenen Wochenende kam es am Flughafen München zu einem schwerwiegenden Zwischenfall, der nun die Behörden beschäftigt. Eine Boeing 787-9 der Fluggesellschaft Vietnam Airlines war während eines Startvorgangs über das Ende der dafür vorgesehenen Startbahn hinausgerollt, bevor die Maschine schließlich in die Luft abhob. Dieser Vorfall, bei dem die Sicherheit der Passagiere und der Besatzung in unmittelbarer Gefahr war, löste sofortige Ermittlungen aus. Die zuständige Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat bereits reagiert und eine offizielle Untersuchung eingeleitet, um die genauen Umstände des Beinahe-Unglücks zu rekonstruieren. Nach dem Abheben bemerkte die Cockpit-Crew offensichtlich Unregelmäßigkeiten, woraufhin die Entscheidung getroffen wurde, den geplanten Flug in die vietnamesische Hauptstadt Hanoi abzubrechen. Die Maschine kehrte daraufhin sicher zum Flughafen München zurück. Glücklicherweise wurde bei diesem Vorfall nach aktuellem Kenntnisstand niemand verletzt, und die Landung verlief ohne weitere Komplikationen. Dennoch wiegt der Vorfall schwer, da das Überrollen des Startbahnendes ein hohes Risiko für die strukturelle Integrität des Flugzeugs sowie für die Sicherheit am Boden darstellt.

Die Einzelheiten des Vorfalls

Die Details des Geschehens zeichnen ein dramatisches Bild der Situation am Münchner Flughafen. Augenzeugen und Videomaterial, das den Vorfall dokumentiert, zeigen deutlich, wie die Boeing 787-9, ein sogenannter Dreamliner, über die markierte Begrenzung der Startbahn hinausfuhr. Auf den Aufnahmen ist eine markante Staubwolke zu erkennen, die aufgewirbelt wurde, als das Fahrwerk den befestigten Bereich verließ. Die Fluggesellschaft Vietnam Airlines hat den Zwischenfall in einer ersten Stellungnahme bestätigt und dabei auf ein technisches Problem verwiesen, das während der Startphase aufgetreten sei. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat als erste Konsequenz den Flugschreiber der Maschine sichergestellt. Dieses Gerät ist von zentraler Bedeutung für die Ermittlungen, da es sämtliche technischen Parameter des Flugzeugs sowie die Kommunikation im Cockpit aufzeichnet. Die Behörde hat bereits darauf hingewiesen, dass die Auswertung der Daten sowie die gesamte Untersuchung mehrere Wochen in Anspruch nehmen werden, da eine gründliche Analyse der komplexen technischen Zusammenhänge erforderlich ist.

Hintergrund und bisheriger Verlauf

Der Vorfall ereignete sich am Wochenende des 17. August 2026. Der Flug war als reguläre Verbindung zwischen dem Flughafen München und Hanoi geplant. Dass eine Maschine dieser Größenordnung über das Ende einer Startbahn hinausrollt, ist ein äußerst seltener und kritischer Vorgang in der zivilen Luftfahrt. Üblicherweise sind Startbahnen so dimensioniert, dass Flugzeuge bei korrekter Berechnung der Startgeschwindigkeit und unter Berücksichtigung der Wetterbedingungen innerhalb der markierten Fläche sicher abheben können. Die Tatsache, dass dies hier nicht der Fall war, deutet auf eine Verkettung unglücklicher Umstände oder einen spezifischen technischen Defekt hin, der das Beschleunigungsverhalten oder die Bremsleistung beeinflusst haben könnte. Die bisherige Historie der Boeing 787-9 gilt in der Luftfahrtbranche eigentlich als sicher, weshalb der Vorfall in München für erhebliche Aufmerksamkeit bei Experten und Sicherheitsbehörden sorgt. Die Rückkehr zum Flughafen München unmittelbar nach dem Start war eine notwendige Sicherheitsmaßnahme, um das Flugzeug einer technischen Überprüfung zu unterziehen und die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten.

Die Beteiligten und ihre Rollen

In den Vorfall sind verschiedene Akteure involviert, die nun zur Aufklärung beitragen müssen. Die Fluggesellschaft Vietnam Airlines steht als Betreiberin des Flugzeugs im Fokus, da sie für die technische Wartung und den operativen Betrieb der Boeing 787-9 verantwortlich ist. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) fungiert als unabhängige Ermittlungsbehörde, die den Auftrag hat, die Ursachen für den Zwischenfall objektiv zu klären. Als externer Experte äußerte sich zudem Heinrich Großbongardt zu dem Vorfall. Er betonte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa die Schwere der Situation und ordnete sie als eine Situation ein, in der der Flughafen München nur knapp einer Katastrophe entgangen sei. Die Piloten der Maschine, deren Identität nicht öffentlich gemacht wurde, stehen ebenfalls im Zentrum der Untersuchung, da ihr Handeln während der Startphase entscheidend für den Verlauf des Ereignisses war. Die Zusammenarbeit zwischen der Fluggesellschaft und der BFU ist für den weiteren Fortgang der Ermittlungen essenziell, um technische Daten und Protokolle auszuwerten.

Einordnung und offene Fragen

Einzuordnen ist das Geschehen als ein schwerwiegender sicherheitsrelevanter Vorfall, der eine lückenlose Aufklärung erfordert. Experten wie Heinrich Großbongardt unterstreichen, dass die Situation das Potenzial für ein Unglück großen Ausmaßes hatte. Den Berichten zufolge stellt sich insbesondere die Frage, warum die Cockpit-Crew den Startvorgang nicht rechtzeitig abgebrochen hat, als erkennbar wurde, dass die verbleibende Bahnlänge für einen sicheren Abflug möglicherweise nicht ausreichen würde. Hierbei muss geklärt werden, ob technische Anzeigen im Cockpit versagt haben oder ob menschliche Faktoren eine Rolle spielten. Dennoch bleiben zahlreiche Fragen offen: Welche spezifische Art von technischem Problem lag vor? War es ein Fehler an den Triebwerken, ein Problem mit der Steuerung oder ein Fehler bei der Berechnung der Startparameter? Auch die Frage, inwieweit äußere Bedingungen wie Windverhältnisse oder der Zustand der Startbahn eine Rolle spielten, ist bisher nicht beantwortet. Die Ermittler müssen nun klären, ob die Sicherheitsabstände am Flughafen München eingehalten wurden oder ob das Flugzeug über eine kritische Distanz hinausgelangt ist, die über das normale Maß hinausgeht.

Wie es weitergeht

Die Ermittlungen der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung werden in den kommenden Wochen fortgesetzt. Der Fokus liegt nun auf der detaillierten Auswertung des sichergestellten Flugschreibers, der Aufschluss über die letzten Minuten vor dem Abheben geben soll. Es ist zu erwarten, dass die BFU zu einem späteren Zeitpunkt einen Zwischenbericht oder eine erste Einschätzung veröffentlicht, sobald die Daten des Flugschreibers vollständig analysiert wurden. Die Fluggesellschaft Vietnam Airlines wird ihrerseits interne Prüfungen durchführen müssen, um sicherzustellen, dass keine systemischen Probleme an ihren Boeing 787-9-Maschinen vorliegen. Bis zum Abschluss der Untersuchungen bleibt das Flugzeug vermutlich am Boden, um für weitere technische Inspektionen zur Verfügung zu stehen. Die Öffentlichkeit und die Luftfahrtbranche warten nun auf die Ergebnisse der BFU, um zu erfahren, ob es sich um einen isolierten Vorfall oder um ein technisches Problem handelt, das möglicherweise weitere Konsequenzen für den Betrieb dieses Flugzeugtyps nach sich ziehen könnte. Ein konkreter Zeitplan für den Abschluss der Untersuchung wurde seitens der Behörde noch nicht kommuniziert.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/flug-fliegen-runway-flugzeug-28152363/ · Foto: Miguel Cuenca
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/untersuchung-nach-beinahe-unglueck-am-flughafen-muenchen-laeuft-100.html