Pläne für ein größeres Teilnehmerfeld
Der Fußball-Weltverband FIFA forciert nach übereinstimmenden Medienberichten von Institutionen wie dem "Guardian", ESPN und Sky News die Prüfung einer weiteren WM-Aufstockung. Ziel der Überlegungen ist es, das Turnier auf insgesamt 64 Mannschaften auszuweiten. Grundlage für diese Berichte sind interne Dokumente des Verbandes, die eine detaillierte Untersuchung der Auswirkungen einer solchen Erweiterung vorsehen.
Der Zeitplan für dieses Vorhaben ist eng gesteckt: Bis zum 14. August soll ein unabhängiger Dienstleister mit der Analyse beauftragt werden. Diesem Unternehmen wird im Anschluss ein Zeitraum von vier Wochen eingeräumt, um die Machbarkeit und die Konsequenzen einer derartigen Vergrößerung des Teilnehmerfeldes wissenschaftlich zu bewerten.
Kontext der FIFA-Strategie
Die Bestrebungen zur Aufstockung fallen in eine Phase, in der die FIFA unter Präsident Gianni Infantino bereits mit anderen kontroversen Projekten für Aufsehen sorgt. Parallel zu den Expansionsplänen steht der Weltverband wegen seiner Investorenpläne in der Kritik. Hierbei geht es um den geplanten Verkauf kommerzieller WM-Rechte, um Milliardeneinnahmen zu generieren. Für die Abwicklung dieses Geschäfts ist die Gründung des Tochterunternehmens FIFA Forward Enterprise (FFE) vorgesehen. Diese Pläne stießen auf massiven Widerstand, wobei der europäische Dachverband UEFA sogar mit einem Boykott der Weltmeisterschaft drohte.
Die Vision von Gianni Infantino
Die Diskussion um eine weitere Vergrößerung wurde maßgeblich durch Infantino angestoßen. Während der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko, bei der erstmals 48 Nationen teilnahmen, betonte der 56-Jährige, dass eine weitere Aufstockung nach dem Turnier zwingend diskutiert werden müsse. Infantino begründet dies mit dem Anspruch, dass die gesamte Welt von der WM träumen können solle, anstatt das Turnier auf Europa und Südamerika zu fokussieren.
Unterstützung erhält der FIFA-Präsident dabei von Alejandro Domínguez, dem Präsidenten des südamerikanischen Verbandes. Die Idee einer inklusiveren WM findet in diesen Kreisen breite Zustimmung, auch wenn die organisatorischen Herausforderungen durch die bereits beschlossenen Formate immens sind.
Herausforderungen der WM 2030
Die kommende Weltmeisterschaft 2030 stellt bereits jetzt einen logistischen Meilenstein dar. Mit der Austragung in Spanien, Portugal und Marokko sowie den zusätzlichen Auftaktspielen in Uruguay, Argentinien und Paraguay findet das Turnier auf drei Kontinenten in sechs Ländern statt. Mit einer geplanten Dauer vom 8. Juni bis zum 21. Juli 2030 ist sie bereits jetzt als die längste Endrunde in der Historie des Wettbewerbs terminiert.
Die Komplexität dieses Turniers, das als Ergebnis eines Deals im FIFA-Rat gilt, wirft bereits zahlreiche Fragen zur logistischen Umsetzbarkeit auf. Sollte das Teilnehmerfeld tatsächlich auf 64 Mannschaften erweitert werden, dürften die Anforderungen an die Infrastruktur, die Spielplangestaltung und die Belastung der Spieler weiter in den Fokus der öffentlichen Debatte rücken. Ob und wie die FIFA diese Pläne trotz der aktuellen Widerstände und der bereits bestehenden organisatorischen Herausforderungen umsetzen wird, bleibt abzuwarten.