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Behörden: Drohne auf Flughafen hatte "Sprengvorrichtung"
Politik · 05.08.2026 15:45

Behörden: Drohne auf Flughafen hatte "Sprengvorrichtung"

Kurz: Am Flughafen Leipzig wurde eine Drohne mit Sprengvorrichtung sichergestellt. Zeitgleich kollidierte ein DHL-Frachtflugzeug mit einem unbekannten Objekt.

Sicherheitsvorfall am Flughafen Leipzig

Am Flughafen Leipzig/Halle kam es zu einem schwerwiegenden Sicherheitszwischenfall, der die Behörden in Alarmbereitschaft versetzt hat. In der Nacht zum Mittwoch wurde auf dem Rollfeld eine Drohne entdeckt, die nach Angaben des sächsischen Landeskriminalamtes (LKA) mit einer Sprengvorrichtung präpariert war. Das Fluggerät wurde in unmittelbarer Nähe zu mehreren ukrainischen Transportmaschinen sichergestellt.

Der Fund löste einen umfangreichen Einsatz aus. Spezialkräfte setzten einen Sprengstoffroboter ein, um den Zünder des Flugobjekts zu entfernen. Medienberichten zufolge wies die Drohne eine unbekannte Masse sowie einen Zünder auf, der nach Informationen der „Bild“-Zeitung jedoch defekt gewesen sein soll. Die Ermittlungen werden nun federführend vom Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) sowie der Generalstaatsanwaltschaft Dresden geführt, da ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen werden kann.

Kollision mit unbekanntem Objekt

Parallel zum Drohnenfund ereignete sich ein weiterer Vorfall im Luftraum über dem Flughafen. Eine DHL-Frachtmaschine kollidierte kurz nach dem Start mit einem bislang unbekannten Gegenstand. Das Flugzeug konnte aufgrund der Sperrungen am Leipziger Flughafen nicht zur Landung zurückkehren und wich nach Hannover aus. Dort stellten die Behörden leichte Beschädigungen im Frontbereich der Maschine fest. Ob ein direkter Zusammenhang zwischen der Kollision und der sichergestellten Drohne besteht, ist derzeit Gegenstand laufender Untersuchungen.

Auswirkungen auf den Flugbetrieb

Der Vorfall hatte spürbare betriebliche Konsequenzen für den Logistikstandort Leipzig, der stark von DHL genutzt wird. Während der Nordbereich des Flughafens nach einigen Stunden wieder freigegeben werden konnte, blieb die Südpiste für die kriminaltechnische Spurensicherung länger gesperrt. Der Betrieb war zeitweise erheblich beeinträchtigt.

Sicherheitsdebatte um kritische Infrastruktur

Der sächsische Innenminister Armin Schuster stufte die Ereignisse als „sehr ernsten Sicherheitsvorfall“ ein. Auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung betonte die Dringlichkeit, die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen als kritischer Infrastruktur zu verstärken. Er forderte Bund und Länder auf, finanziell stärker in den Schutz dieser Anlagen zu investieren.

Experten weisen jedoch auf die technologischen Herausforderungen bei der Drohnenabwehr hin. Laut Drohnenexperte Christian Kaiser ist ein hundertprozentiger Schutz kaum realisierbar. Die Detektion und Identifizierung von Flugobjekten sei zeitkritisch, und die Abwehrmechanismen hinkten der rasanten technischen Entwicklung oft hinterher. Wenn ein Fluggerät in unmittelbarer Nähe zum Zielgebiet starte, sei der zeitliche Spielraum für ein Eingreifen der Sicherheitskräfte extrem begrenzt.

Hintergrund und Ermittlungsstand

Der Flughafen Leipzig dient unter anderem als Basis für die ukrainische Antonov Airlines, die sowohl zivile als auch militärische Güter transportiert. Die sächsische Polizei hat die Ermittlungen übernommen, nachdem die Bundespolizei ihre Arbeit vor Ort abgeschlossen hat. Da es in der Vergangenheit bereits mehrfach zu unklaren Drohnensichtungen in der Region kam, liegt der Fokus nun darauf, die Herkunft und den Zweck des sichergestellten Objekts zweifelsfrei zu klären. Die Behörden stehen hierbei in engem Austausch auf Bundes- und Landesebene.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/jet-der-pegasus-airlines-auf-der-landebahn-des-flughafens-prag-29511177/ · Foto: Wolfgang Weiser
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/leipzig-flughafen-drohne-zwischenfall-100.html