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BASF kommt beim Konzernumbau voran - Aktie im Plus
Schlagzeilen · 29.07.2026 13:42

BASF kommt beim Konzernumbau voran - Aktie im Plus

Kurz: BASF treibt den Konzernumbau massiv voran: Stellenabbau am Stammsitz Ludwigshafen, angehobene Gewinnziele und ein neues Aktienrückkaufprogramm überzeugen die Bö

Strategische Neuausrichtung in Ludwigshafen

Der weltweit größte Chemiekonzern BASF befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Wie Vorstandschef Markus Kamieth bei der Präsentation der Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026 erläuterte, hat das Unternehmen das Tempo beim Konzernumbau nochmals verschärft. Ein zentraler Punkt ist dabei die Verschlankung der Organisation am Stammsitz in Ludwigshafen. Erstmals seit 1954 ist die Zahl der dort beschäftigten Vollzeitkräfte auf unter 30.000 gesunken.

Dieser Stellenabbau wird vom Management als notwendige Maßnahme eingestuft, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig zu sichern. Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden mehr Stellen gestrichen als in den beiden vorangegangenen Jahren zusammen. Weltweit sank die Mitarbeiterzahl im Jahresvergleich um etwa 14 Prozent auf rund 94.900 Angestellte.

Kontext: Die Krise der europäischen Chemiebranche

Die Maßnahmen von BASF sind eingebettet in eine schwierige Marktphase für die gesamte europäische Chemieindustrie. Unternehmen der Branche kämpfen seit geraumer Zeit mit einer schwachen Nachfrage und hohen Energiekosten. Der Stammsitz in Ludwigshafen stand dabei besonders unter Druck, da er zuletzt vier Jahre in Folge rote Zahlen schrieb.

BASF ist mit dieser Strategie nicht allein: Auch Wettbewerber wie Evonik, Wacker und Lanxess haben in jüngster Zeit den Abbau tausender Stellen angekündigt. Um die jährlichen Einsparungen auf das Ziel von 2,3 Milliarden Euro zu heben, setzt BASF auf eine stärkere Fokussierung auf das Kerngeschäft. Randbereiche werden konsequent abgestoßen; so wurde beispielsweise die Mehrheit am Geschäft mit Fahrzeuglacken bereits veräußert, während der Börsengang der Agrarsparte für Mitte 2027 geplant ist.

Positive Impulse durch globale Entwicklungen

Trotz des schwierigen Umfelds konnte BASF im abgelaufenen Quartal von einer anziehenden Nachfrage und gezielten Preiserhöhungen profitieren. Ein unerwarteter Faktor war dabei die geopolitische Lage im Nahen Osten. Aufgrund von Sorgen vor Lieferengpässen füllten viele Kunden ihre Lagerbestände auf, was die Auslastung der Produktionsanlagen spürbar verbesserte.

Zudem zahlt sich die internationale Aufstellung des Konzerns aus. Das Hochfahren des neuen Verbundstandorts im chinesischen Zhanjiang trug maßgeblich zum Mengenwachstum bei. Auch für die Zukunft zeigt sich das Management resilient: Befürchtungen hinsichtlich möglicher Niedrigwasserstände im Rhein, die in der Vergangenheit die Logistik belasteten, wies Kamieth zurück. Der Konzern sei heute deutlich besser gegen Wetterextreme gewappnet als noch im Jahr 2018.

Finanzielle Ziele und Marktreaktion

Die operativen Erfolge und der Fortschritt beim Umbau haben BASF dazu veranlasst, die Prognosen für das Jahr 2026 anzuheben. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) wird nun in einer Spanne zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro erwartet, nachdem zuvor lediglich 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro in Aussicht gestellt wurden.

Als weiteres Signal an die Anleger kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro an, das ab August starten soll. Die Börse reagierte auf diese Nachrichten mit deutlichen Kursgewinnen. Die BASF-Aktie verzeichnete einen Anstieg von rund 3,8 Prozent auf 50,80 Euro. Mit einem Zuwachs von gut 14 Prozent im laufenden Jahr übertrifft das Wertpapier den DAX, der im gleichen Zeitraum ein Plus von 3,7 Prozent erreichte. Investoren honorieren damit sowohl den konsequenten Sparkurs als auch die verbesserte operative Performance in einem herausfordernden globalen Marktumfeld.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/33308476/ · Foto: Xavier Messina
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/marktbericht-basf-quartalszahlen-100.html