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Artenschutz - Wieder mehr Berggorillas
Schlagzeilen · 04.08.2026 17:48

Artenschutz - Wieder mehr Berggorillas

Kurz: Die Population der Berggorillas in Zentral- und Ostafrika wächst. Dank intensiver Schutzmaßnahmen gibt es heute wieder über 1.000 Tiere in freier Wildbahn.

Ein bemerkenswerter Aufwärtstrend bei den Berggorillas

In der Welt des Naturschutzes gibt es positive Nachrichten aus Zentral- und Ostafrika: Die Bestände der stark gefährdeten Berggorillas verzeichnen ein deutliches Wachstum. Nach aktuellen Angaben der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung hat die Population die Marke von 1.000 Individuen wieder überschritten. Diese Entwicklung markiert einen signifikanten Wendepunkt für eine Tierart, die noch vor wenigen Jahrzehnten am Rande des Aussterbens stand.

Historischer Rückblick und Schutzmaßnahmen

Die Situation der Menschenaffen war in den 1980er Jahren äußerst kritisch. Damals sank die Zahl der freilebenden Berggorillas auf einen Tiefstand von weniger als 620 Tieren. Dass sich der Bestand heute wieder stabilisiert hat, führen Experten der Senckenberg Gesellschaft primär auf die konsequente Umsetzung intensiver Artenschutzprogramme zurück.

Felix Ndagijimana, der Landesdirektor für Ruanda beim Dian Fossey Gorilla Fund, ordnet diesen Erfolg als eine der bedeutendsten Errungenschaften im globalen Naturschutz ein. Die Kombination aus intensivem Schutz und der Überwachung der Lebensräume hat maßgeblich dazu beigetragen, den negativen Trend umzukehren.

Kontrast zur Lage der Östlichen Flachlandgorillas

Während die Berggorillas eine positive Entwicklung zeigen, bleibt die Situation für andere Menschenaffenarten in der Region besorgniserregend. Besonders der Östliche Flachlandgorilla ist weiterhin stark bedroht. Trotz punktueller Erfolge bei einzelnen Schutzprojekten schrumpft die Gesamtpopulation dieser Art kontinuierlich.

Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung verdeutlicht das Ausmaß der Krise mit alarmierenden Zahlen: Innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte ist die Zahl der Östlichen Flachlandgorillas um etwa 60 Prozent zurückgegangen. Aktuell wird der Bestand auf weniger als 7.000 Tiere geschätzt.

Ursachen für den Rückgang

Die Gründe für den dramatischen Schwund bei den Flachlandgorillas sind vielfältig und eng mit der sozioökonomischen und politischen Lage in der Region verknüpft. Zu den Hauptfaktoren zählen:

* **Wilderei:** Die illegale Jagd stellt nach wie vor eine erhebliche Bedrohung dar.

* **Verlust des Lebensraums:** Durch die Zerstörung natürlicher Habitate verlieren die Tiere ihre Nahrungsgrundlage und Rückzugsgebiete.

* **Bewaffnete Konflikte:** Die politische Instabilität in Teilen Zentralafrikas erschwert den Schutz der Tiere massiv und stört die ökologischen Zusammenhänge.

Ausblick auf die Zukunft

Die Erfolgsgeschichte der Berggorillas verdeutlicht, dass gezielte Naturschutzmaßnahmen Wirkung zeigen können, sofern sie konsequent und über einen langen Zeitraum hinweg durchgeführt werden. Dennoch bleibt die Herausforderung für den Erhalt der Artenvielfalt in Zentral- und Ostafrika groß. Der drastische Rückgang der Östlichen Flachlandgorillas unterstreicht, dass der Schutz von Wildtieren untrennbar mit der Stabilisierung der Lebensräume und der Eindämmung menschlicher Konflikte verbunden ist. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die für die Berggorillas entwickelten Strategien auch auf andere bedrohte Arten übertragen werden können, um deren Überleben langfristig zu sichern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/tier-gorilla-behaart-haarig-13044256/ · Foto: Horst Joachims
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/wieder-mehr-berggorillas-102.html