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Ansah sprintet zum Titel - nach Wirbel um Dopingtest
Schlagzeilen · 25.07.2026 22:05

Ansah sprintet zum Titel - nach Wirbel um Dopingtest

Kurz: Owen Ansah verteidigt seinen DM-Titel über 100 Meter trotz Doping-Wirbels. Jolina Ernst feiert Heimsieg, während andere Favoriten mit Hindernissen kämpfen.

Souveräner Auftritt trotz drohender Sperre

Bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Wattenscheider Lohrheidestadion stand ein Name besonders im Fokus: Owen Ansah. Der Hamburger Sprinter verteidigte seinen Titel über die 100-Meter-Distanz mit einer beeindruckenden Leistung. In exakt 10,00 Sekunden unterstrich er seine Ambitionen und blieb nur knapp über seinem im Juni aufgestellten deutschen Rekord von 9,98 Sekunden.

Der sportliche Erfolg wurde jedoch von einer laufenden Untersuchung überschattet. Gegen Ansah steht der Vorwurf eines nicht abgegebenen Dopingtests im Raum, der theoretisch eine mehrjährige Sperre nach sich ziehen könnte. Da bisher kein positiver Befund vorliegt, blieb der Athlet vorläufig startberechtigt. Ansah selbst zeigte sich im Stadion unbeeindruckt und betonte nach dem Rennen, er habe hart trainiert, um seine Rolle als schnellster deutscher Sprinter zu untermauern. Ob er an den Europameisterschaften in Birmingham (10. bis 16. August) teilnehmen kann, bleibt offen; eine Entscheidung in dem Doping-Verfahren wird vor dem Turnierbeginn nicht erwartet.

Jolina Ernst triumphiert vor heimischer Kulisse

Ein emotionales Highlight lieferte Jolina Ernst bei den Frauen. Die 22-jährige Athletin aus Wattenscheid sicherte sich vor heimischem Publikum ihren ersten Meistertitel. In einem extrem knappen Finale setzte sie sich mit einer persönlichen Bestzeit von 11,26 Sekunden durch. Sie verwies Emma Goretzka aus Berlin, die zeitgleich ins Ziel kam, aufgrund der Tausendstelsekunden auf den zweiten Platz.

Die ehemalige Europameisterin Gina Lückenkemper musste sich hingegen mit dem dritten Rang begnügen (11,29 Sekunden). Lückenkemper, die in den vergangenen Wochen durch einen Zeckenbiss gesundheitlich stark beeinträchtigt war, zeigte sich angesichts der Umstände mit dem Ergebnis zufrieden. Die Jahresschnellste Rebekka Haase belegte den vierten Platz.

Rekorde und ungewöhnliche Zwischenfälle

Neben den Sprints boten auch die technischen Disziplinen und Langstreckenläufe bemerkenswerte Szenen:

* **Speerwurf:** Julian Weber setzte seine Siegesserie fort. Mit einer Weite von 82,60 Metern sicherte er sich zum sechsten Mal in Folge den deutschen Meistertitel und zog damit mit der Legende Klaus Wolfermann gleich.

* **Hindernislauf:** Karl Bebendorf aus Dresden gewann zum siebten Mal den Titel über 3.000 Meter. Sein Sieg war besonders bemerkenswert, da er vier Runden vor Schluss ohne Fremdeinwirkung stürzte, sich jedoch schnell wieder fing und das Rennen für sich entschied.

* **Hochsprung:** Tobias Potye verteidigte seinen Titel zum sechsten Mal in Folge, obwohl er sich während des Wettkampfs eine Platzwunde zuzog. Bei einem Fehlversuch über 2,19 Meter prallte er gegen einen Ständer und konnte den Wettkampf nicht fortsetzen. Seine übersprungenen 2,15 Meter reichten jedoch für den Sieg vor Falk Wendrich.

Blick auf die kommenden Wochen

Die Meisterschaften in Wattenscheid dienten für viele Athleten als entscheidender Härtetest vor den Europameisterschaften. Während die sportlichen Leistungen in den verschiedenen Disziplinen – von Leichtathletik bis hin zu Triathlon und Klettern – erneut eine große Bühne für den Sport boten, bleibt die sportpolitische Situation um Owen Ansah ein Thema, das die Leichtathletik-Szene in den kommenden Wochen begleiten wird. Die Nominierung für Birmingham dürfte unter dem Vorbehalt der ungeklärten Doping-Thematik stehen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/gesund-stadt-fashion-mode-27430461/ · Foto: Cathy B.
Quelle: https://www.zdfheute.de/sport/ansah-100-meter-sieg-finals-100.html