Aktuelle Bedrohungslage für Netzwerkinfrastrukturen
Die US-amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA hat eine dringende Warnung herausgegeben: Bösartige Akteure nutzen derzeit aktiv Sicherheitslücken in weit verbreiteten Netzwerkkomponenten aus. Im Fokus der Angriffe stehen Produkte von Fortinet sowie der VeloCloud Orchestrator von Arista. Angesichts der aktiven Ausnutzung dieser Schwachstellen ist eine zeitnahe Reaktion der IT-Abteilungen erforderlich, um die Integrität der Unternehmensnetzwerke zu schützen.
Schwachstelle in Fortinet FortiOS
Die Sicherheitslücke in Fortinets Betriebssystem FortiOS betrifft das SSL-VPN der Geräte. Über manipulierte HTTP-Anfragen ist es Angreifern möglich, vertrauliche Informationen auszulesen, ohne dass dafür eine vorherige Authentifizierung erforderlich ist. Die Schwachstelle wird unter der Kennung CVE-2025-68686 geführt und mit einem CVSS-Wert von 5,3 als mittleres Risiko eingestuft.
Betroffene Versionen und Migrationspfade
Das Problem zieht sich durch zahlreiche Versionszweige, darunter 6.4, 7.0, 7.2, 7.4 und 7.6. Fortinet stellt Korrekturen für die Zweige 7.4 und 7.6 bereit. Nutzer, die ältere Versionen einsetzen, müssen zwingend auf die aktuellen Releases (7.4.7, 7.6.2 oder neuer) migrieren. Laut Herstellerangaben ist die Lücke jedoch an eine Bedingung geknüpft: Ein Angreifer muss das betroffene Gerät zuvor bereits über eine andere Schwachstelle auf Dateisystemebene kompromittiert haben.
Kritische Sicherheitslücke in Arista VeloCloud
Deutlich schwerwiegender stellt sich die Situation bei Arista dar. Die Schwachstelle im VeloCloud Orchestrator (VCO) On-Prem, gelistet unter CVE-2026-16812, weist einen CVSS-Wert von 10,0 auf und gilt damit als kritisch. Angreifer aus dem Netzwerk können hierbei auf interne Funktionen zugreifen, die eigentlich höhere Privilegien erfordern und nicht für den externen Zugriff vorgesehen sind.
Sofortmaßnahmen für Administratoren
Da der VeloCloud Orchestrator standardmäßig im Netzwerk erreichbar ist und keine Konfigurationsoption existiert, um diesen Zugriff vollständig zu unterbinden, ist das Risiko hoch. Angreifer benötigen lediglich Zugriff auf das Webinterface, um die Lücke auszunutzen. Arista hat bereits Updates für die betroffenen Versionen veröffentlicht:
* 5.2.3.14
* 6.1.3.4
* 6.4.2.4
* 7.0.0.1
Während gehostete und verwaltete Instanzen bereits durch den Hersteller abgesichert wurden, müssen Administratoren von On-Premises-Installationen die Patches umgehend manuell einspielen.
Empfehlungen für das Sicherheitsmanagement
Die aktuelle Warnlage verdeutlicht, wie wichtig ein konsequentes Patch-Management ist. Da die Arista-Patches erst nach dem Bekanntwerden aktiver Angriffe veröffentlicht wurden, sollten IT-Verantwortliche proaktiv handeln. Es wird dringend empfohlen, betroffene Systeme auf Anzeichen einer Kompromittierung zu prüfen, falls die Updates nicht unmittelbar nach deren Erscheinen installiert werden konnten.
Die Bedrohung durch solche Schwachstellen ist real, wie frühere Vorfälle zeigen. So wurde beispielsweise Mitte Juni bekannt, dass zehntausende Fortinet-Appliances in einer Kampagne unter dem Codenamen „FortiBleed“ erfolgreich angegriffen wurden. Angesichts der aktuellen Meldungen sollten Unternehmen ihre Sicherheitsarchitektur regelmäßig auf Schwachstellen hin überprüfen und sicherstellen, dass alle Systeme auf dem neuesten Stand der Software-Versionen gehalten werden.