News aus aller Welt
Start
Angriff auf Gemüsehändler: Ukraine wirft Moskau "Drohnen-Safari" vor
Technik · 04.08.2026 20:47

Angriff auf Gemüsehändler: Ukraine wirft Moskau "Drohnen-Safari" vor

Kurz: Ein schockierendes Video aus Cherson zeigt die gezielte Verfolgung eines Zivilisten durch eine Drohne. Präsident Selenskyj spricht von einer russischen Drohnen-

Ein Angriff, der Entsetzen auslöst

In der ukrainischen Stadt Cherson hat ein Video für weltweites Aufsehen gesorgt, das eine gezielte Attacke auf einen Zivilisten dokumentiert. Die Aufnahmen zeigen einen Gemüsehändler, der an seinem Transporter arbeitet, als er plötzlich von einer Drohne ins Visier genommen wird. Der Mann versucht verzweifelt zu fliehen, während das Fluggerät ihn verfolgt. Kurz darauf explodiert die Drohne in unmittelbarer Nähe des Händlers. Nach offiziellen Angaben der ukrainischen Behörden überlebte der Mann den Angriff, erlitt jedoch Verletzungen.

Verifikation der Aufnahmen

Das Material verbreitete sich zunächst über soziale Netzwerke und Telegram-Kanäle, bevor es von offiziellen Stellen, darunter dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, geteilt wurde. Obwohl die genaue Quelle des Videos zunächst unklar blieb, konnten Verifikationsexperten von ARD-aktuell bestätigen, dass der Schauplatz tatsächlich in Cherson liegt. Es gibt nach derzeitigem Kenntnisstand keine Hinweise auf eine Manipulation des Videomaterials. Die ukrainische Polizei und Außenminister Andrij Sybiha ordneten den Vorfall als aktuelles Ereignis ein.

Vorwurf der systematischen Einschüchterung

Präsident Selenskyj bezeichnete die Vorgehensweise als eine Art „Drohnen-Safari“, die Russland gezielt gegen die Zivilbevölkerung in Cherson einsetze. Er betonte, dass es sich dabei keineswegs um einen isolierten Vorfall handele, sondern um eine tägliche Praxis. Außenminister Sybiha unterstrich diese Einschätzung und sprach von einer systematischen Kampagne zur Einschüchterung der Menschen vor Ort. Er klassifizierte die Attacken als barbarische Kriegsverbrechen, von denen die Öffentlichkeit nur einen Bruchteil wahrnehme.

Die Perspektive des Opfers

Der betroffene Händler schilderte seine Erlebnisse später in einem Video, das von Olexander Prokudin, dem Chef der Militärverwaltung des Gebiets Cherson, veröffentlicht wurde. Auf dem Krankenbett sitzend berichtete der Mann, dass er während des Angriffs versucht habe, dem Drohnenpiloten durch Gesten zu verdeutlichen, dass er lediglich Lebensmittel wie Tomaten und Auberginen verkaufe. Diese Aussage verdeutlicht die unmittelbare Bedrohung, der Zivilisten in der Region ausgesetzt sind.

Hintergrund und internationale Einordnung

Die Region Cherson ist durch die Frontlinie entlang des Flusses Dnipro geprägt, wo sich russische und ukrainische Truppen gegenüberstehen. Aufgrund dieser geografischen Nähe berichten lokale Behörden regelmäßig von gezielten Jagden auf Zivilpersonen. Bereits im Mai 2025 hatte die UN-Menschenrechtskommission die russischen Drohnenangriffe auf Zivilisten in diesem Gebiet untersucht. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass diese Handlungen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und als Mord einzustufen sind.

Politische Forderungen

Angesichts der anhaltenden Bedrohungslage fordert die ukrainische Führung verstärkten internationalen Druck auf Moskau. Selenskyj mahnte an, dass die Sicherheitslage in der Ukraine Auswirkungen auf die Stabilität der gesamten Region habe. Er appellierte an die Nachbarstaaten Russlands, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren, um gemeinsam auf echte Sicherheitsgarantien hinzuarbeiten und ein Ende der militärischen Aggression herbeizuführen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/nahaufnahme-der-lichtleiste-eines-polnischen-polizeiautos-28490891/ · Foto: SHOX ART
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-cherson-drohnenangriff-100.html