Ein historisches Ereignis im Radsport
Die fünfte Auflage der Tour de France Femmes markiert einen Meilenstein in der Geschichte des Frauenradsports. Vom 1. bis zum 9. August 2026 messen sich 154 Fahrerinnen aus 22 Teams auf einer Strecke, die in ihrer Dimension neue Maßstäbe setzt. Mit insgesamt 1.175 Kilometern und 18.795 zu bewältigenden Höhenmetern ist das Rennen so anspruchsvoll wie nie zuvor.
Der Auftakt findet erstmals in der Schweiz statt. Lausanne dient als Start- und Zielort der ersten Etappe, bevor das Feld über die Alpen in Richtung Südostfrankreich zieht. Das Finale findet, ähnlich wie bei den Männern, in Nizza statt.
Der Streckenverlauf: Von der Schweiz bis zum Mittelmeer
Insgesamt neun Teilstücke prägen den Rennkalender. Auf einen Ruhetag wird in diesem Jahr verzichtet. Die Etappen gliedern sich in drei flache Abschnitte, drei hügelige Etappen und zwei Bergetappen. Ein besonderes Highlight für die Spezialistinnen ist das Einzelzeitfahren auf der vierten Etappe, das über 21 Kilometer von Gevrey-Chambertin nach Dijon führt.
Die sportliche Herausforderung erreicht ihren Höhepunkt auf der siebten Etappe. Erstmals in der Geschichte der Tour de France Femmes steht der legendäre Mont Ventoux auf dem Programm. Dieser Anstieg gilt als eine der größten Prüfungen im Radsport. Auch das Finale in Nizza verspricht Spannung, da die Strecke viermal über den steilen Col d’Eze führt, was Verschiebungen im Gesamtklassement bis zur letzten Sekunde ermöglicht.
Favoritinnen und deutsche Ambitionen
Das Starterfeld ist hochkarätig besetzt. Erstmals treten drei ehemalige Gesamtsiegerinnen gemeinsam an: Demi Vollering, Katarzyna Niewiadoma und die Vorjahressiegerin Pauline Ferrand-Prévot. Aufgrund ihrer starken Leistungen im laufenden Jahr gilt die Niederländerin Vollering als Topfavoritin. Ebenfalls zum erweiterten Favoritenkreis zählt die Spanierin Paula Blasi, die bereits den Gesamtsieg bei der Vuelta feiern konnte.
Aus deutscher Sicht richtet sich der Fokus auf Antonia Niedermaier. Die 23-Jährige hat sich durch Erfolge wie den zweiten Platz beim Giro d’Italia als ernstzunehmende Kraft etabliert und hegt Ambitionen auf das Gelbe Trikot. Andere deutsche Fahrerinnen wie Liane Lippert, Ricarda Bauernfeind und die Paris-Roubaix-Siegerin Franziska Koch konzentrieren sich primär auf Etappensiege.
Die Trikot-Wertungen im Überblick
Wie bei den großen Rundfahrten üblich, kennzeichnen farbige Trikots die Führenden in den verschiedenen Kategorien:
* **Gelbes Trikot (Maillot Jaune):** Führende in der Gesamtwertung.
* **Grünes Trikot:** Beste Fahrerin in der Sprintwertung.
* **Gepunktetes Trikot:** Spitzenreiterin in der Bergwertung.
* **Weißes Trikot:** Beste Nachwuchsfahrerin unter 23 Jahren.
Übertragung und Medienbegleitung
Radrennsport-Fans können das Geschehen umfassend verfolgen. Das Erste überträgt die erste, zweite, achte und neunte Etappe live im Hauptprogramm. Die dazwischenliegenden Etappen werden in voller Länge über den Livestream der ARD Mediathek sowie auf sportschau.de angeboten. Ergänzt wird das Angebot durch Zusammenfassungen auf YouTube, tägliche Berichterstattung im Hörfunk und den „Tourfunk“-Podcast, der das Renngeschehen täglich analysiert.