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Alice Weidel nennt Regierungspolitiker "Flachzangen"
Schlagzeilen · 23.08.2026 16:52

Alice Weidel nennt Regierungspolitiker "Flachzangen"

Kurz: Im ZDF-Sommerinterview gibt sich AfD-Chefin Alice Weidel siegessicher. Sie attackiert die Bundesregierung scharf und bekräftigt ihre umstrittenen Positionen.

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

Im Rahmen der ZDF-Sommerinterview-Reihe hat sich die AfD-Vorsitzende Alice Weidel am 23. August 2026 den Fragen von Moderator Wulf Schmiese gestellt. In dem Gespräch präsentierte sich die Parteichefin äußerst siegessicher hinsichtlich der kommenden politischen Herausforderungen. Weidel betonte dabei nicht nur ihre Erwartungen für die anstehenden Landtagswahlen, sondern formulierte auch einen klaren Machtanspruch für die Bundesebene. Die AfD werde, so die Prognose der Vorsitzenden, in einzelnen Bundesländern sowie letztlich auch im Bund regieren. In ihrer Rhetorik sparte die Politikerin dabei nicht mit scharfer Kritik an den amtierenden Entscheidungsträgern in Berlin. Besonders die CDU nahm sie ins Visier und prophezeite, dass diese Partei keine Bundestagswahl mehr für sich entscheiden werde. Die Kernbotschaft ihres Auftritts war ein radikaler Bruch mit der bisherigen politischen Praxis, wobei sie die aktuelle Regierung scharf angriff und den Wunsch nach einer grundlegenden Veränderung der politischen Verhältnisse in Deutschland unterstrich.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Orte

Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel nutzte das Interview, um ihre politische Haltung in verschiedenen Themenfeldern zu präzisieren. Ein zentraler Punkt ihrer Ausführungen war die Migrationspolitik. Hier forderte sie eine deutliche Verschärfung der Maßnahmen und sprach sich für eine Schließung der Grenzen aus. In diesem Zusammenhang kritisierte sie die Einbürgerungspraxis, insbesondere bei Menschen aus Syrien. Weidel verwies darauf, dass Personen, die länger als fünf Jahre in Deutschland leben, unter bestimmten Bedingungen die Staatsbürgerschaft erhalten können, was sie ablehnt. Auf die Nachfrage von Moderator Wulf Schmiese, wie Rücknahmeabkommen mit Staaten wie Syrien oder Afghanistan konkret organisiert werden sollten, blieb Weidel eine direkte Antwort schuldig. Stattdessen verwies sie auf das Konzept der Prävention und die Notwendigkeit, Deutschland aus dem Schengen-Abkommen herauszulösen. Zudem äußerte sie sich zur Wirtschaftspolitik: Sie forderte ein Ende des Verbrennerverbots und lehnte staatliche Markteingriffe ab. Den Klimawandel bezeichnete sie als ein Phänomen, das es schon immer gegeben habe, weshalb keine politischen Gegenmaßnahmen erforderlich seien.

Hintergrund – Vorgeschichte und bisheriger Verlauf

Die AfD befindet sich laut Weidel in einer Phase, in der sie trotz eines gewissen Drucks auf ihre Person und ihre Partei hohe Umfragewerte verzeichnet. Der politische Kurs, den Weidel im Interview vertrat, knüpft nahtlos an die Programmatik der vergangenen Jahre an. Besonders die Euro-Kritik bleibt ein fester Bestandteil der AfD-Identität. Weidel verteidigte die Forderung nach einem Austritt aus dem Euro, die bereits im Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025 verankert war. Ihrer Ansicht nach ist der Euro eine instabile Währung, die zu Vermögensverlusten für die breite Bevölkerung führt. Sie behauptete, dass es Deutschland vor der Einführung der Gemeinschaftswährung deutlich besser gegangen sei. Trotz der Tatsache, dass einige rechte Schwesterparteien in Europa mittlerweile auf Distanz zur AfD gehen, sieht Weidel ihre Partei mit diesen Positionen nicht isoliert. Die AfD setzt auf eine Strategie, bei der sie sich als Alternative zu den etablierten Parteien wie CDU und SPD positioniert, denen sie vorwirft, die Bürger zu belügen und über den Tisch zu ziehen.

Die Beteiligten – Personen und Institutionen

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die AfD-Vorsitzende Alice Weidel, die ihre Partei als einzige Kraft darstellte, die bereit sei, Recht und Gesetz konsequent umzusetzen. Als Gegenüber fungierte der Moderator Wulf Schmiese, der kritische Nachfragen zu den Umsetzungsplänen der Partei stellte, etwa bei der Frage nach Rücknahmeabkommen für Abschiebungen. Die AfD als Institution ist die treibende Kraft hinter den genannten Forderungen, wobei Weidel für sich in Anspruch nimmt, eine Politik der "Markt- und Technologieoffenheit" zu vertreten. Andere politische Akteure, die im Kontext der Sommerinterview-Reihe des ZDF ebenfalls zu Wort kamen – wie etwa Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, CDU-Chef Friedrich Merz, CSU-Chef Markus Söder, SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, Linken-Chef Luigi Pantisano und Grünen-Parteichef Felix Banaszak – bilden den politischen Rahmen, gegen den sich Weidel in ihren Ausführungen abgrenzte. Weidel betonte ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen, knüpfte dies jedoch an die Bedingung der persönlichen Fähigkeit der Akteure, während sie gleichzeitig die etablierten Parteien pauschal als "Flachzangen" bezeichnete.

Einordnung – Die Bedeutung der Aussagen

Einzuordnen ist das Auftreten von Alice Weidel als eine konsequente Fortführung ihres populistischen Kurses, mit dem sie gezielt die Unzufriedenheit in Teilen der Bevölkerung anspricht. Die Verwendung des Begriffs "Flachzangen" gegenüber Regierungspolitikern ist dabei als bewusste Provokation zu verstehen, um sich vom politischen Establishment abzuheben. Den Berichten zufolge zeigt sich die AfD-Chefin trotz der Distanzierung durch europäische Partnerparteien unbeeindruckt und hält an ihren eurokritischen sowie migrationsfeindlichen Positionen fest. Ihre Argumentation, dass die innere Sicherheit durch Migration gefährdet sei – wobei sie auf Messerattacken und Gruppenvergewaltigungen verwies –, dient dazu, ein Bedrohungsszenario aufzubauen, das ihre Forderungen nach Grenzschließungen und einem Austritt aus dem Schengen-Raum rechtfertigen soll. Die wirtschaftspolitische Haltung, die sie als "Markt- und Technologieoffenheit" bezeichnet, ist im Kern eine Absage an die aktuelle Klimaschutzpolitik der Bundesregierung. Die Bewertung dieser Aussagen durch politische Beobachter dürfte kontrovers ausfallen, da sie komplexe Probleme wie den Klimawandel oder die europäische Währungspolitik stark vereinfacht darstellt.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht beantwortet

Der Quelltext lässt eine Reihe von Fragen offen, die für eine fundierte politische Analyse notwendig wären. Insbesondere bleibt unklar, wie die AfD die von Weidel geforderte "Schließung der Grenzen" rechtlich und praktisch umsetzen will, ohne gegen geltendes Völkerrecht oder EU-Verträge zu verstoßen, über den Austritt aus dem Schengen-Abkommen hinaus. Auch die konkreten Mechanismen für die von ihr angesprochenen Rücknahmeabkommen mit Syrien oder Afghanistan werden nicht erläutert. Weidel blieb eine Antwort darauf schuldig, wie die deutsche Wirtschaft ohne staatliche Lenkung und bei einer Abkehr von der aktuellen Klimapolitik international wettbewerbsfähig bleiben soll, insbesondere im Hinblick auf den globalen Markt für E-Mobilität. Zudem bleibt offen, mit welchen konkreten "fähigen" Partnern die AfD in den Bundesländern oder im Bund zusammenarbeiten will, wenn sie gleichzeitig fast alle anderen Parteien als "Flachzangen" diskreditiert. Die Lücke zwischen der vollmundigen Ankündigung, regieren zu wollen, und der tatsächlichen politischen Umsetzbarkeit ihrer Forderungen bleibt im Interview ungeschlossen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/ausseninterview-mit-kamera-setup-nahe-historischer-mauer-33873547/ · Foto: Tahir Xəlfəquliyev
Quelle: https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/afd-vorsitzende-alice-weidel-zdf-sommerinterview-100.html