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8000 PCs über Steam infiziert: Cyberkriminelle verteilen Malware via Fake-Games
Technik · 23.07.2026 15:28

8000 PCs über Steam infiziert: Cyberkriminelle verteilen Malware via Fake-Games

Kurz: Das FBI hat einen 21-Jährigen festgenommen, der über manipulierte Spiele auf Steam rund 8.000 PCs infizierte und Kryptowährungen im Wert von 220.000 Dollar stah

Ein perfider Plan: Malware getarnt als Gaming-Erlebnis

Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren, beginnend im Mai 2024 bis Februar 2026, nutzten Cyberkriminelle die Plattform Steam als Einfallstor für großangelegte Malware-Angriffe. Insgesamt sieben Spiele, die auf der Plattform veröffentlicht wurden, enthielten schädlichen Code, der gezielt darauf ausgerichtet war, sensible Daten von Nutzern abzugreifen. Nach Angaben der Behörden wurden in diesem Zeitraum knapp 8.000 Computer mit der Schadsoftware infiziert.

Die Ermittlungen, die unter Federführung des FBI standen, konnten nun erfolgreich abgeschlossen werden. Ein 21-jähriger Mann aus Florida wurde als Drahtzieher der Operation identifiziert und festgenommen. Er soll gemeinsam mit weiteren, bislang nicht namentlich bekannten Komplizen agiert haben.

Gezielte Jagd auf Krypto-Vermögen

Das primäre Ziel der Angreifer war der Diebstahl von Kryptowährungen. Die in den Spielen versteckte Malware fungierte als Spionagesoftware, die Passwörter und andere vertrauliche Informationen von den infizierten Rechnern extrahierte. Mit diesen Daten verschafften sich die Täter Zugriff auf die Krypto-Wallets der Opfer. Den Berichten zufolge wurden auf diese Weise 80 Wallets geleert, was zu einem Gesamtschaden von etwa 220.000 US-Dollar führte.

Um die Erfolgschancen zu maximieren, setzten die Täter auf eine gezielte Auswahl ihrer Opfer. Über soziale Medien und den Einsatz von Bots wurden gezielt Personen kontaktiert, bei denen eine hohe Medienpräsenz auf ein gut gefülltes Krypto-Portfolio hindeutete. Ein besonders tragischer Fall betraf den Twitch-Streamer RastalandTV. Dieser hatte Spenden in Höhe von 32.000 US-Dollar für seine Krebsbehandlung gesammelt, die kurz darauf durch eines der infizierten Spiele entwendet wurden. Der Streamer verstarb im März 2026.

Die Spur der digitalen Beweise

Der Ermittlungserfolg des FBI stützte sich maßgeblich auf die Kooperation von betroffenen Gamern, die sich nach einem öffentlichen Aufruf der Behörde im März 2026 gemeldet hatten. Die entscheidende Spur lieferten jedoch Bitrefill-Gutscheine. Die Täter hatten mit dem gestohlenen Geld diese Gutscheine erworben, um damit unter anderem Lieferdienste wie Uber Eats zu bezahlen. Die Rückverfolgung dieser Transaktionen führte die Ermittler schließlich zu den Verantwortlichen.

Zudem hinterließ der Hauptverdächtige digitale Spuren im Darknet. Dort soll er einen Remote-Access-Trojaner für 10.000 Dollar erworben haben. In einschlägigen Foren tauschte er sich zudem aktiv mit anderen Kriminellen darüber aus, wie Nutzer am effektivsten für Krypto-Scams manipuliert werden können.

Rechtliche Konsequenzen und Ausblick

Dem 21-Jährigen drohen nun schwerwiegende strafrechtliche Konsequenzen. Er muss sich unter anderem wegen „Verschwörung zur Verbreitung von Schadsoftware“ verantworten. Allein dieser Anklagepunkt kann in den USA eine Haftstrafe zwischen fünf und 20 Jahren nach sich ziehen.

Der Fall verdeutlicht die Risiken, die von manipulierten Inhalten auf großen Plattformen ausgehen können, selbst wenn diese über etablierte Vertriebskanäle verbreitet werden. Für die IT-Sicherheit unterstreicht dieser Vorfall die Notwendigkeit einer hohen Sensibilität gegenüber Software, die aus weniger verifizierten Quellen stammt oder durch aggressive Werbekampagnen in sozialen Netzwerken beworben wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/34804011/ · Foto: Daniil Komov
Quelle: https://www.heise.de/news/8-000-PCs-ueber-Steam-infiziert-Cyberkriminelle-verteilen-Malware-via-Fake-Games-11376061.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag