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8.000 PCs über Steam infiziert: Cyberkriminelle verteilen fast zwei Jahre Malware über Fake-Games
Technik · 23.07.2026 13:30

8.000 PCs über Steam infiziert: Cyberkriminelle verteilen fast zwei Jahre Malware über Fake-Games

Kurz: Über zwei Jahre hinweg infizierten Kriminelle rund 8.000 PCs über Steam. Mit Schadsoftware in Fake-Spielen stahlen sie Kryptowährungen im Wert von 220.000 Dolla

Ein perfider Plan: Malware über die Spieleplattform Steam

Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren, beginnend im Mai 2024 bis Februar 2026, waren Cyberkriminelle auf der Spieleplattform Steam aktiv. Sie nutzten die Plattform, um gezielt Schadsoftware zu verbreiten. Insgesamt sieben Spiele, die von den Tätern veröffentlicht wurden, dienten als Vehikel für die Malware. Die Ermittlungen des FBI, die durch die Mithilfe betroffener Spieler unterstützt wurden, führten nun zur Festnahme eines 21-jährigen Hauptverdächtigen aus Florida sowie seiner Komplizen.

Die Schadsoftware war hochspezialisiert: Ihr primäres Ziel war der Diebstahl von Kryptowährungen. Durch das Ausspähen von Passwörtern und sensiblen Daten gelang es den Angreifern, Zugriff auf die Krypto-Wallets der Nutzer zu erlangen. Insgesamt wurden 80 Wallets geleert, was zu einem Gesamtschaden von etwa 220.000 US-Dollar führte.

Gezielte Auswahl der Opfer

Die Täter agierten keineswegs wahllos. Um ihre Erfolgschancen zu maximieren, setzten sie auf eine Kombination aus Social-Media-Marketing und direkter Ansprache via Bots. Dabei fokussierten sie sich gezielt auf Personen, deren öffentliche Medienpräsenz auf ein gut gefülltes Krypto-Vermögen schließen ließ.

Ein besonders schwerwiegender Fall betraf den Twitch-Streamer RastalandTV. Der Streamer, der nach einer Krebsdiagnose Spenden für seine Behandlung gesammelt hatte, verlor durch die Malware 32.000 US-Dollar an Kryptowährung. Der Streamer verstarb im März 2026, kurz nachdem das FBI dazu aufgerufen hatte, sich als Geschädigter bei den Ermittlungen zu melden.

Die Spur führt über Bitrefill und das Darknet

Die Überführung der Täter gelang den Behörden durch eine akribische Rückverfolgung digitaler Spuren. Die Kriminellen hatten mit den gestohlenen Geldern Bitrefill-Gutscheine erworben, um damit unter anderem Lieferdienste wie Uber Eats zu bezahlen. Diese Transaktionskette ermöglichte es den Ermittlern, die Identität der Verantwortlichen zu klären.

Zudem hinterließ der Hauptverdächtige Spuren im Darknet. Dort soll er einen Remote-Access-Trojaner für 10.000 Dollar erworben haben. In einschlägigen Foren tauschte er sich zudem aktiv mit anderen Kriminellen über Methoden aus, um Nutzer gezielt in Krypto-Fallen zu locken.

Rechtliche Konsequenzen und Ausblick

Der 21-jährige Hauptverdächtige muss sich nun vor Gericht verantworten. Zu den Anklagepunkten gehört unter anderem die „Verschwörung zur Verbreitung von Schadsoftware“. Allein dieser Vorwurf kann nach US-Recht mit einer Freiheitsstrafe zwischen fünf und 20 Jahren geahndet werden.

Der Fall verdeutlicht die Risiken, die von manipulierten Inhalten auf großen Plattformen ausgehen können, selbst wenn diese als vertrauenswürdig gelten. Die erfolgreiche Identifizierung der Täter durch das FBI unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Behörden und den Betroffenen, um komplexe Cyberkriminalität aufzudecken. Für Nutzer bleibt die Erkenntnis, dass auch bei vermeintlich sicheren Gaming-Plattformen Vorsicht bei der Installation unbekannter Titel geboten ist, insbesondere wenn diese über externe Kanäle beworben werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-tippen-sitzung-sitzen-5380593/ · Foto: Tima Miroshnichenko
Quelle: https://t3n.de/news/steam-malware-fake-games-1754323/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed