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7 Fakten zu Geburten: So kommt Hessen zur Welt
Regional · 02.03.2026 09:58

7 Fakten zu Geburten: So kommt Hessen zur Welt

Kurz: Entdecken Sie die aktuellen Herausforderungen und Trends der Geburtshilfe in Hessen.

Ein Blick auf die Geburten in Hessen

Im Jahr 2026 feiert Hessen seinen 80. Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums werfen wir einen Blick auf die Entwicklung der Geburtshilfe im Bundesland. In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich die Geburtszahlen entwickeln, wo in Hessen die meisten Babys zur Welt kommen und welche Herausforderungen Schwangere heute meistern müssen.

Schrumpfende Kreißsäle in Hessen

Die Geburtshilfe in Hessen hat in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang erlebt. Seit 2015 wurden 14 Kreißsäle geschlossen, sodass aktuell nur noch 39 Kreißsäle in Betrieb sind. Das Gesundheitsministerium hat bereits angedeutet, dass die Zahl möglicherweise weiter sinken könnte. Zwei Standorte, das Asklepios Klinikum Schwalmstadt und das Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar, stehen auf der Kippe und könnten ebenfalls schließen.

Geografische Ungleichheiten

Die Verteilung der Kreißsäle ist in Hessen stark ungleich. Frankfurt am Main führt mit fünf Kreißsälen, während 13 Landkreise nur einen einzigen Kreißsaal haben. Dies betrifft unter anderem den Hochtaunuskreis, den Main-Taunus-Kreis und den Odenwaldkreis. Wenn in diesen Regionen eine Klinik ausfällt, müssen Schwangere oft in Nachbarkreise ausweichen, was zusätzliche Belastungen mit sich bringt.

Geburtskliniken und ihre Schließungen

In einigen Landkreisen gibt es mittlerweile überhaupt keine Geburtskliniken mehr. Der Vogelsbergkreis ist seit 2016 ohne Kreißsaal, was bedeutet, dass schwangere Frauen bis zu 45 Minuten nach Gießen oder Fulda fahren müssen. Auch die Kreisklinik Groß-Umstadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg musste schließen, da viele Hebammen gekündigt hatten. Trotz dieser Herausforderungen sieht das Gesundheitsministerium keine akuten Probleme in der flächendeckenden Geburtshilfe.

Rettungswagengeburten im Vogelsberg

Eine besonders bemerkenswerte Entwicklung ist die Zunahme der Rettungswagengeburten im Vogelsbergkreis. Nach der Schließung des Kreißsaals stieg die Zahl der Geburten im Rettungswagen von etwa zwei auf bis zu zehn pro Jahr. Diese Zahl ist in den letzten Jahren jedoch wieder gefallen, was möglicherweise auf die verbesserte medizinische Versorgung zurückzuführen ist. Seit 2023 werden Hebammen parallel zum Rettungsdienst alarmiert, was die Sicherheit bei Notfällen erhöhen soll.

Demografische Trends: Späte Mütter und sinkende Geburtenzahlen

Laut aktuellen Statistiken liegt das Durchschnittsalter von Frauen in Hessen, die ihr erstes Kind bekommen, bei 30,1 Jahren. In Frankfurt ist dieser Wert mit 31,7 Jahren sogar noch höher. Im Gegensatz dazu haben Frauen in ländlicheren Regionen wie Hersfeld-Rotenburg und dem Odenwaldkreis ein Durchschnittsalter von nur 28,6 Jahren.

Die Geburtenzahlen in Hessen sind auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt gesunken. 2024 wurden nur 53.089 Babys geboren, was einem Rückgang im Vergleich zu 2021 entspricht, als noch über 61.000 Geburten verzeichnet wurden. Die Geburtenrate liegt nun bei 1,35 Kindern pro Frau. In vielen Landkreisen gibt es mehr Sterbefälle als Geburten, mit Ausnahme der Städte Frankfurt und Offenbach, die noch einen Geburtenüberschuss aufweisen.

Kuriositäten rund um Geburten in Hessen

Die Herausforderungen, die mit der Geburt in Hessen verbunden sind, zeigen sich nicht nur in den Zahlen, sondern auch in den Geschichten. So kam beispielsweise im Juli 2021 ein Baby auf der A66 zur Welt, während die Eltern auf dem Weg ins Krankenhaus waren. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich im Mai 2025 auf der B42, wo eine Frau ihr Kind im Rücksitz ihres Autos gebar, angeleitet über das Telefon.

Diese Geschichten verdeutlichen die Dringlichkeit, die mit der Nähe zu einem Kreißsaal verbunden ist. In vielen Fällen zählt jede Minute, wenn die Wehen einsetzen, und nicht jeder Ort in Hessen bietet die notwendige Infrastruktur.

Ausblick auf die Zukunft der Geburtshilfe

Die Geburtshilfe in Hessen steht vor großen Herausforderungen, die durch die Schließung von Kliniken und die sinkenden Geburtenzahlen verstärkt werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Landesregierung und das Gesundheitsministerium auf diese Entwicklungen reagieren werden. Die Notwendigkeit, die medizinische Versorgung für Schwangere zu verbessern und die Kreißsäle zu sichern, wird in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen.

Insgesamt ist die Situation der Geburtshilfe in Hessen ein Spiegelbild der demografischen und gesundheitspolitischen Entwicklungen im Bundesland. Es ist zu hoffen, dass durch gezielte Maßnahmen die Bedingungen für werdende Eltern verbessert werden können.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/neues-rathaus-hannover-22813449/ · Foto: Daniel Lengies
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-7-fakten-zu-geburten-so-kommt-hessen-zur-welt-102.html