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567 Millionen Dollar Strafe: Meta soll Therapiefonds für geschädigte Kinder finanzieren
Technik · 07.08.2026 09:30

567 Millionen Dollar Strafe: Meta soll Therapiefonds für geschädigte Kinder finanzieren

Kurz: Ein Gericht in New Mexico verurteilt Meta zu hohen Zahlungen für einen Therapiefonds. Zudem sollen neue Nutzungsbeschränkungen für Minderjährige gelten.

Hohe finanzielle Forderungen gegen Meta

Ein Gericht im US-Bundesstaat New Mexico hat den Technologiekonzern Meta zu einer massiven Strafzahlung verurteilt. Insgesamt 567 Millionen Dollar sollen in einen Fonds fließen, der speziell für Kinder vorgesehen ist, die durch die Nutzung sozialer Medien wie Facebook und Instagram Schaden erlitten haben. Von dieser Gesamtsumme sind 420 Millionen Dollar explizit für Therapiemaßnahmen reserviert. Diese Entscheidung markiert einen weiteren Höhepunkt in einer Reihe von juristischen Auseinandersetzungen, mit denen sich das Unternehmen konfrontiert sieht.

Die aktuelle richterliche Anordnung baut auf einem Verfahren auf, das bereits im März dieses Jahres für Aufsehen sorgte. Damals befanden Geschworene, dass Meta gegen geltende Verbraucherschutzgesetze verstoßen habe. Die ursprüngliche Strafzahlung von 375 Millionen Dollar wird nun durch die zusätzliche Summe für den Therapiefonds ergänzt. Der Konzern hat bereits angekündigt, gegen dieses Urteil in Berufung zu gehen.

Hintergrund der Klage: Schutz vor Ausbeutung

Die juristische Initiative geht auf den Generalstaatsanwalt von New Mexico, Raúl Torrez, zurück. Er hatte Meta vorgeworfen, seine Plattformen nicht ausreichend gegen die Gefahren sexueller Ausbeutung von Minderjährigen abgesichert zu haben. Die Klage zielt darauf ab, den Konzern stärker in die Verantwortung für die Sicherheit seiner jüngsten Nutzer zu nehmen. Die Gerichtsentscheidung unterstreicht die wachsende Skepsis staatlicher Stellen gegenüber den Sicherheitsmechanismen der großen sozialen Netzwerke.

Neue Nutzungsregeln für Minderjährige

Neben den finanziellen Auflagen sieht das Urteil weitreichende operative Einschränkungen für Nutzer unter 18 Jahren in New Mexico vor. Diese Maßnahmen sollen das Suchtpotenzial der Plattformen begrenzen und den digitalen Alltag der Jugendlichen stärker regulieren:

* **Zeitliche Begrenzung:** Die wöchentliche Nutzungszeit für Facebook und Instagram soll auf maximal 90 Stunden gedeckelt werden.

* **Push-Benachrichtigungen:** In der Nacht zwischen 22:00 Uhr und 07:00 Uhr dürfen keine Benachrichtigungen an Minderjährige gesendet werden. Während der Schulzeit, konkret zwischen 08:00 Uhr und 15:00 Uhr, soll die Zustellung ebenfalls unterbunden werden.

* **Sichtbarkeit von Interaktionen:** Die Anzeige von „Like“-Zahlen soll für Nutzer unter 18 Jahren vollständig entfallen.

Kontext: Meta im Fokus der US-Justiz

Das Urteil in New Mexico ist kein Einzelfall. Meta sieht sich in den Vereinigten Staaten derzeit mit Dutzenden Klagen konfrontiert, die den mangelnden Schutz junger Nutzer thematisieren. Die Vorwürfe wiegen schwer: Kritiker und Kläger werfen den Plattformbetreibern vor, durch algorithmische Gestaltung und mangelnde Sicherheitsvorkehrungen ein hohes Suchtpotenzial zu fördern.

Ein weiterer wegweisender Prozess fand im März in Los Angeles statt. Dort kamen Geschworene zu dem Schluss, dass sowohl Meta als auch die Google-Tochter YouTube fahrlässig gehandelt hätten. Die Unternehmen wurden beschuldigt, ihre Nutzer unzureichend über die Risiken der Plattformen aufgeklärt zu haben. Auch in diesem Fall streben die beteiligten Tech-Giganten eine Anfechtung des Urteils an.

Mögliche Folgen und nächste Schritte

Die juristische Auseinandersetzung verdeutlicht den wachsenden Druck auf soziale Medien, ihre Geschäftsmodelle im Hinblick auf den Jugendschutz zu überdenken. Sollten sich diese Urteile in der Berufung bestätigen, könnte dies einen Präzedenzfall für weitere US-Bundesstaaten schaffen. Die geforderten technischen Anpassungen – wie die Deaktivierung von Likes oder die zeitliche Begrenzung der Nutzung – könnten zudem den Standard für die Gestaltung von Apps für Minderjährige grundlegend verändern. Für Meta bleibt die Situation angespannt, da das Unternehmen nun an mehreren Fronten gleichzeitig gegen gerichtliche Auflagen und Forderungen nach Entschädigungszahlungen kämpfen muss.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/menschen-manner-technologie-zimmer-7089019/ · Foto: MART PRODUCTION
Quelle: https://t3n.de/news/567-millionen-dollar-strafe-meta-soll-therapiefonds-fuer-geschaedigte-kinder-finanzieren-1756960/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed