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35-Stunden-Woche: Wie BMW Gehälter kürzen und Kosten sparen will
Technik · 30.07.2026 12:30

35-Stunden-Woche: Wie BMW Gehälter kürzen und Kosten sparen will

Kurz: BMW plant drastische Sparmaßnahmen: Ab April 2027 sollen 35-Stunden-Verträge zum Standard werden, was für viele Beschäftigte Gehaltseinbußen bedeutet.

Strategische Neuausrichtung bei BMW

Der Automobilhersteller BMW steht vor einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Angesichts einer angespannten wirtschaftlichen Gesamtlage plant der Konzern ein umfangreiches Sparprogramm, das sowohl die Arbeitszeitmodelle als auch die Personalstruktur maßgeblich beeinflussen wird. Wie aus Berichten hervorgeht, sollen ab April 2027 flächendeckend 35-Stunden-Verträge eingeführt werden. Dies betrifft insbesondere jene Fachkräfte, die derzeit auf Basis von 38- oder 40-Stunden-Verträgen beschäftigt sind.

Hintergründe der Arbeitszeitverkürzung

Die geplante Umstellung zielt darauf ab, die Personalkosten substanziell zu senken. Bisher ermöglichte eine Konzernregelung den Mitarbeitenden – vor allem Leistungsträgern mit gefragten Qualifikationen –, ihre tarifliche Arbeitszeit von 35 auf bis zu 40 Stunden aufzustocken, was mit einer entsprechenden Gehaltserhöhung einherging. Diese Verträge waren bisher auf eine zweijährige Laufzeit ausgelegt, konnten jedoch verlängert werden. BMW beabsichtigt nun, diese Optionen auslaufen zu lassen, was für die betroffenen Beschäftigten mit finanziellen Einbußen verbunden ist.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass BMW bereits 2019 ähnliche Wege beschritt. Damals wurde die Arbeitszeit von rund 6.000 Beschäftigten von 40 auf 38 Stunden reduziert. Die jährlichen Gehaltseinbußen pro Kopf wurden seinerzeit auf 10.000 bis 14.000 Euro geschätzt. Das Ziel, durch diese Maßnahme etwa 100 Millionen Euro einzusparen, wurde jedoch durch einen massiven Anstieg an Überstunden konterkariert, was das Unternehmen 2021 zur Rückkehr zur 40-Stunden-Woche bewegte.

Stellenabbau und wirtschaftlicher Kontext

Neben der Anpassung der Arbeitszeiten sieht das Sparprogramm den Abbau von rund 8.000 Stellen vor. Dieser Einschnitt soll primär die Bereiche Verwaltung und Entwicklung betreffen. Im Gegensatz zu anderen Branchengrößen wie Volkswagen, bei denen sogar die Schließung ganzer Werke im Raum steht, soll die Produktion bei BMW von diesen Maßnahmen unberührt bleiben. Dennoch haben zehntausende Büroangestellte bereits Angebote zum freiwilligen Ausscheiden aus dem Unternehmen erhalten.

Herausforderungen der Automobilbranche

Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen begründet BMW-Chef Milan Nedeljković mit einer fundamentalen Veränderung der Branchenspielregeln. Die deutsche Automobilindustrie sieht sich mit einer Reihe von Belastungsfaktoren konfrontiert:

* Rückläufige Absatzzahlen auf dem wichtigen chinesischen Markt (bei BMW um etwa ein Viertel gesunken).

* Erhöhte Importzölle in den USA.

* Ein allgemein schwieriges wirtschaftliches Umfeld.

Mit den Umstrukturierungen möchte BMW einer existenzbedrohenden Lage, wie sie derzeit bei anderen Wettbewerbern diskutiert wird, aktiv vorbeugen.

Zeitplan und Ausblick

Der Prozess der Umstrukturierung ist langfristig angelegt. Der Stellenabbau soll bis Ende 2027 vollständig abgeschlossen sein. Mit den ersten spürbaren Auswirkungen der neuen Personal- und Arbeitszeitstrategie rechnet das Unternehmen ab dem Jahr 2028. Ob die Rückkehr zur 35-Stunden-Woche diesmal ohne die negativen Begleiterscheinungen der Vergangenheit – wie etwa ein unkontrolliertes Überstundenaufkommen – gelingen wird, bleibt abzuwarten. Die Maßnahmen verdeutlichen jedoch den hohen Druck, unter dem die deutschen Automobilkonzerne stehen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem volatilen Marktumfeld zu sichern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/gemutlicher-home-office-arbeitsbereich-mit-fotobearbeitung-30591528/ · Foto: Helena Jankovičová Kováčová
Quelle: https://t3n.de/news/35-stunden-woche-wie-bmw-gehaelter-kuerzen-und-kosten-sparen-will-1755643/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed