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33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr: Warum Amazon jetzt ein riesiges Erdgaskraftwerk bauen will
Technik · 10.08.2026 14:15

33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr: Warum Amazon jetzt ein riesiges Erdgaskraftwerk bauen will

Kurz: Amazon plant in Texas ein massives Erdgaskraftwerk für KI-Rechenzentren. Die drohenden CO2-Emissionen könnten die Klimaziele des Tech-Riesen ernsthaft gefährden

Ein Kraftwerk der Superlative für den KI-Hunger

Der rasante Aufstieg künstlicher Intelligenz stellt Tech-Konzerne vor enorme infrastrukturelle Herausforderungen. Während Unternehmen wie Meta bereits unkonventionelle Wege gehen – etwa durch die Unterbringung von Servern in Zelten, um Kosten und Bauzeit zu minimieren –, konzentriert sich Amazon auf die direkte Energieversorgung. Im texanischen Pecos County plant der Konzern mit dem Projekt „GW Ranch Energy Centre“ ein Vorhaben, das die Dimensionen bisheriger Rechenzentrums-Infrastruktur sprengt.

Das geplante Projekt sieht den Einsatz von 35 Erdgasturbinen vor, die eine Leistung von bis zu 7,65 Gigawatt erbringen sollen. Damit entscheidet sich Amazon gegen eine Versorgung aus dem öffentlichen Netz oder den Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort, obwohl Texas über ein wachsendes Potenzial an Wind- und Solarstrom verfügt. Stattdessen setzt der Konzern auf fossile Brennstoffe, was durch politische Rahmenbedingungen begünstigt wird: Präsident Trump hat Verfügungen erlassen, die den Bau solcher Anlagen erleichtern sollen.

Klimaziele im Konflikt mit der Realität

Die ökologische Bilanz des Vorhabens ist Gegenstand intensiver Debatten. Laut behördlichen Dokumenten wird das Kraftwerk jährlich etwa 33 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. Zum Vergleich: Das derzeit emissionsstärkste Kraftwerk der USA, ein Kohlekraftwerk in Alabama, kommt auf rund 16 Millionen Tonnen pro Jahr. Sollte das Amazon-Projekt realisiert werden, würde es diesen Wert mehr als verdoppeln und damit zum größten Klimakiller des Landes aufsteigen.

Dieser Umstand steht in einem krassen Widerspruch zu Amazons erklärtem Ziel, bis 2040 klimaneutral zu agieren. Das Unternehmen räumt selbst ein, dass die steigenden Emissionen aus dem KI-Bereich die Erreichung dieser Ziele gefährden. Amazon-Sprecherin Margaret Callahan betonte zwar, dass das Engagement für den „Climate Pledge“ weiterhin bestehe, räumte jedoch ein, dass sich die weltweiten Rahmenbedingungen seit der Gründung der Initiative stark verändert hätten.

Ein Vorbote für die Branche?

Experten wie Michael Thomas, Gründer der Beobachtungsorganisation Cleanview, sehen in dem Vorhaben eine beunruhigende Entwicklung. Bislang bezogen Rechenzentren ihren Strom primär über etablierte Versorger, die eine Mischung aus fossilen und regenerativen Quellen nutzen. Das „GW Ranch Energy Centre“ könnte jedoch den Startschuss für eine Welle von netzunabhängigen Gasprojekten geben, die direkt auf den massiven Energiebedarf von KI-Anwendungen zugeschnitten sind.

Die Folgen für die Umwelt und die öffentliche Gesundheit werden von Umweltverbänden als kritisch eingestuft. Der Druck auf die Branche wächst: In mehreren US-Bundesstaaten gibt es bereits Widerstand gegen den unkontrollierten Ausbau von Rechenzentren. Während etwa der Bundesstaat New York einen dreijährigen Baustopp für neue Anlagen diskutiert und Politiker wie Bernie Sanders ein landesweites Verbot fordern, bleibt die Situation in Texas aufgrund der dortigen Standortvorteile und politischen Unterstützung vorerst anders gelagert.

Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob Amazon an seinen Plänen festhält oder ob der öffentliche sowie regulatorische Druck zu einer Anpassung der Energiestrategie führt. Fest steht, dass der Energiehunger der KI-Industrie die Klimabilanz der großen Tech-Konzerne auf absehbare Zeit massiv belasten wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/38862874/ · Foto: Ann H
Quelle: https://t3n.de/news/33-millionen-tonnen-co2-pro-jahr-warum-amazon-jetzt-ein-riesiges-erdgaskraftwerk-bauen-will-1757328/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed