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2000 Robotaxis in fünf europäischen Städten: Pony.ai und Uber expandieren
Technik · 14.08.2026 12:09

2000 Robotaxis in fünf europäischen Städten: Pony.ai und Uber expandieren

Kurz: Pony.ai und Uber planen eine massive Expansion ihrer Robotaxi-Flotte in Europa. Über 2000 autonome Fahrzeuge sollen in fünf Städten den Betrieb aufnehmen.

Was geschehen ist: Die großangelegte Expansion der Robotaxi-Flotte

Das chinesische Technologieunternehmen Pony.ai und der Fahrdienstvermittler Uber haben eine signifikante Ausweitung ihrer bestehenden Partnerschaft im Bereich der autonomen Mobilität angekündigt. Ziel der Kooperation ist es, eine Flotte von mehr als 2000 Robotaxis auf den europäischen Markt zu bringen, die in insgesamt fünf Städten operieren sollen. Diese Initiative markiert einen entscheidenden Schritt in der Kommerzialisierung autonomer Fahrsysteme, bei dem die technologische Expertise von Pony.ai mit der globalen Reichweite und der etablierten Plattform von Uber kombiniert wird. Während Pony.ai die notwendige Level-4-Technologie sowie die operative Erfahrung aus dem chinesischen Markt einbringt, übernimmt Uber die essenziellen Funktionen der Buchungsabwicklung, der Zahlungsabwicklung sowie den direkten Kundendienst. Die Ankündigung unterstreicht den wachsenden Wettbewerbsdruck in der europäischen Mobilitätsbranche, in der sich verschiedene Akteure um die Vorherrschaft bei fahrerlosen Transportlösungen bemühen. Die Strategie sieht vor, das bereits in Kroatien etablierte Modell auf weitere europäische Metropolen zu übertragen, wobei die genaue geografische Auswahl der Standorte sowie der zeitliche Rahmen für die Implementierung derzeit noch nicht öffentlich kommuniziert wurden. Es handelt sich hierbei um ein ambitioniertes Unterfangen, das die Art und Weise, wie urbane Mobilität in Europa wahrgenommen und genutzt wird, grundlegend verändern könnte, sofern die technologischen und regulatorischen Hürden erfolgreich überwunden werden.

Die Einzelheiten: Zahlen, Partner und operative Strukturen

Die Basis für das geplante Vorhaben bildet der seit April laufende Robotaxi-Dienst in der kroatischen Hauptstadt Zagreb. An diesem Pilotprojekt sind neben Pony.ai und Uber auch das lokale Robotaxi-Start-up Verne beteiligt. Verne fungiert in diesem Gefüge als Eigentümer und Betreiber der Fahrzeugflotte und stellt den Nutzern den Zugang über eine eigene App zur Verfügung. Die geplante Erweiterung sieht vor, dass dieser Dienst nun auf vier weitere europäische Städte ausgeweitet wird. Ein wesentlicher Aspekt der Skalierung ist die Integration in die Uber-App, wodurch die Buchung für den Endnutzer deutlich vereinfacht werden soll. Pony.ai betonte, dass der tägliche Betrieb in den jeweiligen Märkten durch lokale Partner sichergestellt werden könnte, was dem Modell in Zagreb entspricht. Auch die Eigentumsverhältnisse und die Finanzierung der Fahrzeuge sind flexibel gestaltet und können je nach Marktbedingungen variieren. Neben den europäischen Ambitionen haben Pony.ai und Uber zudem Pläne für eine Expansion in den Nahen Osten geäußert, wobei hierzu bisher keine spezifischen Details oder Zeitpläne vorliegen. Die technologische Grundlage bilden Fahrzeuge, die nach Level 4 autonom fahren können, was bedeutet, dass sie in definierten Gebieten ohne menschliches Eingreifen operieren können, sofern die Systeme dies zulassen.

Hintergrund: Der Weg zur autonomen Mobilität

Die aktuelle Ankündigung ist das Ergebnis einer strategischen Entwicklung, die durch den Pilotbetrieb in Zagreb initiiert wurde. Ursprünglich war die Zusammenarbeit zwischen Pony.ai, Verne und Uber darauf ausgelegt, die Machbarkeit und Akzeptanz von fahrerlosen Taxis in einem realen urbanen Umfeld zu testen. Die positiven Erfahrungen aus diesem Projekt dienten als Blaupause für das nun geplante, deutlich größere Vorhaben. Die Branche für autonomes Fahren hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen, getrieben durch Fortschritte in der Sensorik, der künstlichen Intelligenz und der Datenverarbeitung. Unternehmen wie Pony.ai haben ihre Expertise vor allem in China gesammelt, einem der weltweit am weitesten entwickelten Märkte für Robotaxi-Dienste. Uber hingegen hat sich nach einer Phase der strategischen Neuausrichtung aus der eigenen Entwicklung autonomer Fahrzeuge zurückgezogen und fokussiert sich nun verstärkt auf die Rolle als Plattformbetreiber, der verschiedene Technologieanbieter integriert. Diese Arbeitsteilung ermöglicht es, die hohen Investitionskosten für die Fahrzeugentwicklung von den operativen Herausforderungen der Flottenverwaltung und Kundenschnittstelle zu trennen. Die Expansion nach Europa ist somit eine logische Konsequenz aus dem Bestreben, das bewährte Geschäftsmodell in globalen Märkten zu skalieren und so die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Anbietern zu sichern.

Die Beteiligten: Akteure und strategische Partner

Die Kooperation besteht aus einem Netzwerk spezialisierter Unternehmen. Pony.ai liefert die technologische Kernkompetenz, insbesondere die Level-4-Software, die für das autonome Fahren unerlässlich ist. Uber agiert als Schnittstelle zum Nutzer und stellt die notwendige Infrastruktur für die Abwicklung der Fahrten bereit. Das kroatische Start-up Verne ist als lokaler Partner in Zagreb involviert und fungiert als Flottenbetreiber. Neben diesen Hauptakteuren gibt es eine Vielzahl weiterer Unternehmen, die den Markt für autonomes Fahren in Europa aktiv mitgestalten. Dazu zählen Waymo, das intensiv in London testet und bereits Gesellschaften in Deutschland, Frankreich, Spanien, den Niederlanden und der Schweiz registriert hat. Auch Bolt, ein direkter Wettbewerber von Uber, erprobt in Luxemburg gemeinsam mit Pony.ai und Stellantis autonome Fahrzeuge. Das Unternehmen WeRide plant in Zusammenarbeit mit Uber einen Pilotversuch in Madrid, während GreenMobility für die erste Jahreshälfte 2027 einen öffentlichen Dienst in Dänemark anstrebt. Zudem ist das Unternehmen Momenta zu nennen, welches vom Kraftfahrt-Bundesamt eine Genehmigung für Level-4-Tests in Deutschland erhalten hat und in München mit Uber kooperiert. In München arbeitet Uber zudem mit dem israelischen KI-Unternehmen Autobrains und Nvidia an einem weiteren Robotaxi-Programm, was die Komplexität der Partnerschaften in diesem Sektor verdeutlicht.

Einordnung: Die Bedeutung der Marktentwicklung

Einzuordnen ist das Vorhaben von Pony.ai und Uber als Teil eines intensiven Wettlaufs um die Marktführerschaft bei autonomen Mobilitätsdiensten in Europa. Den Berichten zufolge ist insbesondere London zu einem zentralen Testmarkt avanciert, was den hohen Stellenwert unterstreicht, den europäische Metropolen für die globale Strategie der beteiligten Konzerne einnehmen. Die Vielzahl der Akteure, die zeitgleich ähnliche Dienste in verschiedenen europäischen Ländern aufbauen, deutet darauf hin, dass die technologische Reife für den kommerziellen Einsatz in greifbare Nähe rückt. Die Einbindung lokaler Partner, wie sie von Pony.ai favorisiert wird, ist eine strategische Entscheidung, um regulatorische Hürden und spezifische Anforderungen der einzelnen Märkte besser bewältigen zu können. Dass Uber dabei als zentrale Plattform fungiert, unterstreicht die Macht der Aggregatoren, die den Zugang zu den Nutzern kontrollieren. Es ist davon auszugehen, dass der Erfolg dieser Projekte maßgeblich von der Akzeptanz der Bevölkerung sowie von der rechtlichen Unterstützung durch die jeweiligen nationalen Behörden abhängt. Die Expansion in den Nahen Osten zeigt zudem, dass die Unternehmen ihre Ambitionen über Europa hinaus global skalieren wollen, um Skaleneffekte bei der Technologieentwicklung zu erzielen.

Offene Fragen: Was bleibt unbeantwortet?

Trotz der Ankündigung der Expansion auf 2000 Fahrzeuge in fünf europäischen Städten bleiben zahlreiche zentrale Fragen unbeantwortet. Der Quelltext macht keine Angaben dazu, welche spezifischen vier Städte neben Zagreb für das Projekt ausgewählt wurden. Ebenso bleibt der Zeitplan für den Beginn der Ausweitung unklar. Es gibt keine Informationen darüber, welche lokalen Flottenpartner in den neuen Zielmärkten die Rolle übernehmen werden, die Verne derzeit in Kroatien innehat. Auch die Finanzierungsmodelle für die Fahrzeuge in den jeweiligen Märkten sind nicht im Detail spezifiziert. Bezüglich der Expansion in den Nahen Osten fehlen jegliche konkreten Marktnennungen oder zeitliche Einordnungen. Zudem bleibt offen, wie die Unternehmen mit den unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen in den verschiedenen europäischen Ländern umgehen wollen, da die Zulassungsvoraussetzungen für autonomes Fahren stark variieren können. Auch die technischen Details zur Integration der verschiedenen Flotten in die Uber-App und die genaue Ausgestaltung des Kundendienstes in den neuen Märkten werden nicht näher erläutert. Die Lücken in der Kommunikation lassen somit Raum für Spekulationen über die tatsächliche operative Umsetzbarkeit und die Geschwindigkeit der geplanten Skalierung.

Wie es weitergeht: Angekündigte Schritte

Die Unternehmen haben sich dazu verpflichtet, das Modell aus Zagreb auf weitere europäische Städte sowie den Nahen Osten zu übertragen. Für den deutschen Markt gibt es bereits konkrete Anzeichen für Aktivitäten, etwa durch die Genehmigung für Level-4-Tests von Momenta, wobei Uber hier als Partner für Tests in München fungiert. Auch die Zusammenarbeit mit Autobrains und Nvidia in München ist ein laufender Prozess, der die technologische Basis für zukünftige Robotaxi-Dienste stärken soll. Im europäischen Kontext ist die Entwicklung in London durch Waymo ein wichtiger Indikator, da dort bereits 2026 ein fahrerloser Dienst starten soll. Für Dänemark ist durch die Kooperation von WeRide und GreenMobility ein öffentlicher Dienst für die erste Jahreshälfte 2027 avisiert. Diese Termine und Projekte zeigen, dass die nächsten zwei bis drei Jahre entscheidend für die Etablierung kommerzieller autonomer Fahrdienste in Europa sein werden. Die beteiligten Unternehmen werden in den kommenden Monaten voraussichtlich weitere Details zu den Standorten und den operativen Zeitplänen bekannt geben müssen, um die Glaubwürdigkeit ihrer Expansionspläne zu untermauern und die notwendigen lokalen Partnerschaften zu festigen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/auto-fahrzeug-tablet-display-18977344/ · Foto: Vladimir Srajber
Quelle: https://www.heise.de/news/2000-Robotaxis-in-fuenf-europaeischen-Staedten-Pony-ai-und-Uber-expandieren-11414041.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag