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1 Milliarde Euro: Möglicher Kredit für Bundesliga
Sport · 21.08.2026 16:36

1 Milliarde Euro: Möglicher Kredit für Bundesliga

Kurz: Die Bundesliga prüft ein Kreditangebot über eine Milliarde Euro von Apollo Global Management. Das Unternehmen steht wegen Verbindungen zu Jeffrey Epstein in der

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Die deutsche Bundesliga steht vor einer wegweisenden finanziellen Entscheidung. Wie aus Berichten hervorgeht, hat der US-amerikanische Investmentriese Apollo Global Management der Liga ein Kreditangebot unterbreitet, das ein Volumen von mindestens einer Milliarde Euro umfasst. Dieser Vorstoß erfolgt in einer Phase, in der die Liga nach neuen Wegen sucht, um ihre finanzielle Basis zu stärken, nachdem frühere Versuche, externe Investoren direkt in den Spielbetrieb einzubinden, aufgrund von Fanprotesten und internen Widerständen gescheitert waren. Der informelle Austausch zwischen Vertretern der Apollo Sports Capital, einer Tochtergesellschaft des Finanzkonzerns, und Entscheidungsträgern der Bundesliga fand bereits im Juni dieses Jahres in New York statt. Die Liga, die sich seit dieser Saison offiziell als Bundesliga bezeichnet, bestätigt diese Gespräche, betont jedoch, dass sich das Vorhaben derzeit in einer Prüfungsphase befindet. Während Medienberichte über Laufzeiten von zehn bis zwanzig Jahren und Zinssätze von rund 5,5 Prozent spekulieren, hält sich die DFL mit offiziellen Details zu den Konditionen bisher zurück. Es geht um die Frage, ob Fremdkapital eine tragfähige Alternative zu den bisher gescheiterten Investorenmodellen darstellen kann.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Orte

Die Dimensionen des Angebots sind massiv. Apollo Global Management verwaltet nach eigenen Angaben aus einem Bericht vom August ein Vermögen von über einer Billion US-Dollar. Die angebotene Milliarde Euro für die Bundesliga soll laut Medienberichten wie der „Bild“ über einen Zeitraum von 20 Jahren abgerufen werden können, während der „kicker“ einen Zeitraum von zehn Jahren bei einem Zinssatz von 5,5 Prozent ins Spiel brachte. Apollo Sports Capital, der spezialisierte Arm für Sportinvestitionen, ist bereits bei namhaften Organisationen wie dem spanischen Erstligisten Atlético Madrid, dem Baseball-Franchise New York Yankees und dem walisischen Klub AFC Wrexham engagiert. Auch in die Major League Pickleball ist das Unternehmen eingestiegen. Die Treffen in New York im Juni dienten laut DFL einem informellen Austausch. Die Verflechtungen des Managements sind dabei ebenso bemerkenswert wie die Summen: So wird der aktuelle CEO Marc Rowan, der seit 2021 an der Spitze von Apollo steht, in den sogenannten Epstein-Files erwähnt, die vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden. Diese Dokumente belegen Treffen und geschäftliche Kontakte zwischen Rowan und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Zudem ist Rowan Mitglied im sogenannten „Board of Peace“ von Donald Trump.

Hintergrund – Der Weg zum Kreditangebot

Der deutsche Profifußball befindet sich seit Jahren in einer schwierigen finanziellen Findungsphase. Verschiedene Anläufe, Investoren direkt an der Liga zu beteiligen, scheiterten in der Vergangenheit regelmäßig. Ein wesentlicher Grund dafür war der massive Widerstand aus der Fanszene, die eine Kommerzialisierung ablehnte. Auch intern gab es Vorbehalte, die dazu führten, dass bei entscheidenden Abstimmungen die notwendigen Mehrheiten verfehlt wurden. Kritiker der damaligen Modelle hatten bereits vor einiger Zeit angeregt, die Aufnahme von Fremdkapital als Alternative zu prüfen. In diesem Sommer, während die öffentliche Aufmerksamkeit durch die Fußball-Weltmeisterschaft und die Suche nach einem neuen Bundestrainer gebunden war, intensivierte die Liga diese Überlegungen. Die Bundesliga steht unter einem gewissen Zugzwang, da der globale Markt – insbesondere der englische – durch neue Eigentümermodelle und finanzkräftige Investoren dominiert wird. Die DFL hat ihre Struktur in der laufenden Saison angepasst und tritt nun unter dem Namen der Liga selbst auf. Die Suche nach frischem Kapital ist somit eine direkte Reaktion auf den wachsenden Wettbewerbsdruck und die Notwendigkeit, international konkurrenzfähig zu bleiben, ohne dabei die bewährten Strukturen wie die 50+1-Regel direkt anzugreifen.

Die Beteiligten – Akteure und Institutionen

Im Zentrum der Verhandlungen steht auf der einen Seite die Bundesliga-Gremien, vertreten durch die DFL, die als Dachorganisation die Gespräche führt. Auf der anderen Seite agiert Apollo Sports Capital (ASC), ein Teilbereich des Finanzriesen Apollo Global Management (AGM). Zu den zentralen Figuren bei Apollo gehört Marc Rowan, der seit 2021 als CEO das Unternehmen leitet. Er ist eine Schlüsselfigur, nicht nur aufgrund seiner beruflichen Position, sondern auch durch seine politische Vernetzung in den USA, etwa durch seine Berufung in das „Board of Peace“ von Donald Trump. Ein weiterer Name aus der Vergangenheit des Unternehmens ist Leon Black, ein Mitgründer, der 2021 zurücktrat, nachdem bekannt wurde, dass er geschäftliche Verbindungen zu dem inzwischen verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unterhielt. Als externer Experte ordnet der Sportökonom Lee Igel von der Universität in New York die Strategie von Apollo ein. Er betont, dass Apollo die Kraft des Sports als Plattform für Unterhaltung, Immobiliengeschäfte und Kundenbindung erkannt habe. Die Bundesliga-Klubs selbst, die an den informellen Gesprächen in New York beteiligt waren, sind die potenziellen Empfänger der Gelder, wobei die genaue Ausgestaltung der Verteilung innerhalb der Liga noch unklar bleibt.

Einordnung – Was das bedeutet

Einzuordnen ist das Vorhaben der Bundesliga als ein strategischer Versuch, die finanziellen Probleme der Liga zu lösen, ohne die Eigentümerstrukturen so radikal zu verändern, wie es bei früheren Investorenmodellen befürchtet wurde. Den Berichten zufolge stellt die Aufnahme von Fremdkapital eine weniger tiefgreifende Intervention in die Vereinsautonomie dar als der Verkauf von Anteilen an der Liga. Dennoch ist die Wahl des Partners kritisch zu betrachten. Die Verbindungen von Apollo-Führungskräften zu Personen wie Jeffrey Epstein werfen ethische Fragen auf, die weit über das sportliche Geschäft hinausgehen. Die Bundesliga begibt sich in eine Abhängigkeit von einem Finanzakteur, dessen Muttergesellschaft in der Vergangenheit durch Geschäfte mit geächteten Personen in die Schlagzeilen geriet. Es zeigt sich hier ein Spannungsfeld zwischen dem dringenden Bedarf an Liquidität und der Verantwortung, die eine solche Partnerschaft mit sich bringt. Die globale Ausrichtung von Apollo, die den Sport als reines Investitionsobjekt für Unterhaltung und Immobilien betrachtet, steht im Kontrast zur traditionellen deutschen Fankultur, die eine stärkere soziale Bindung der Vereine an ihre Basis fordert.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht klärt

Der vorliegende Quelltext lässt zahlreiche Fragen offen, die für die Beurteilung der Situation entscheidend wären. Es ist unklar, welche konkreten Sicherheiten die Bundesliga für einen Kredit in dieser Größenordnung hinterlegen müsste. Ebenso wenig ist bekannt, ob die Klubs bereits eine interne Einigung über die Verwendung der Gelder erzielt haben oder ob es auch hier wieder zu internen Widerständen kommen könnte. Der Text macht keine Angaben dazu, wie die 50+1-Regel durch ein solches Kreditmodell berührt werden könnte, insbesondere wenn der Kreditgeber im Falle einer Zahlungsunfähigkeit Mitspracherechte fordern würde. Zudem bleibt offen, welche anderen Finanzinstitute oder Investoren neben Apollo ebenfalls Angebote unterbreitet haben oder ob es sich um ein exklusives Angebot handelt. Auch die Frage, wie die Fanszene auf die spezifische Wahl von Apollo reagieren wird – angesichts der bekannt gewordenen Verbindungen zu Jeffrey Epstein –, wird im Text nicht beantwortet. Es fehlen zudem Informationen über den Zeitplan für eine finale Entscheidung und darüber, welche Gremien innerhalb der DFL die letztendliche Befugnis haben, einen solchen Vertrag zu unterzeichnen.

Wie es weitergeht – Ausblick

Die Bundesliga befindet sich nach eigenen Angaben in einem Prozess, in dem alle Optionen geprüft werden, um möglicherweise in konkretere Verhandlungen einzusteigen. Ein fester Zeitplan für den Abschluss dieser Prüfungsphase wurde nicht kommuniziert. Die Liga hat lediglich bestätigt, dass der Austausch mit Apollo im Juni stattgefunden hat und man nun die weiteren Schritte evaluiert. Da die Bundesliga-Saison bereits begonnen hat und der DFB-Pokal in den Fokus rückt, wird die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nun wieder stärker auf das sportliche Geschehen gelenkt, was der DFL möglicherweise den nötigen Spielraum verschafft, um die Verhandlungen abseits der medialen Aufmerksamkeit voranzutreiben. Es bleibt abzuwarten, ob die Liga in den kommenden Wochen oder Monaten weitere Details zu den Konditionen oder zum Stand der Verhandlungen preisgeben wird. Die Entscheidung, ob man den Kredit tatsächlich aufnimmt oder nach anderen Finanzierungswegen sucht, steht noch aus und dürfte von der internen Bewertung der Risiken sowie der öffentlichen Resonanz auf die fragwürdigen Verbindungen des Kreditgebers abhängen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/beleuchtetes-fussballstadion-bei-nacht-28827841/ · Foto: Siarhei Nester
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/bundesliga/1-milliarde-euro-inklusive-fragwuerdiger-verbindungen,bundesliga-kredit-100.html