News aus aller Welt
Start
Zeil Frankfurt: Karstadt-Gebäude wieder leer - Bershka und Go Asia ausgezogen
Regional · 19.08.2026 13:32

Zeil Frankfurt: Karstadt-Gebäude wieder leer - Bershka und Go Asia ausgezogen

Kurz: Das ehemalige Karstadt-Gebäude auf der Frankfurter Zeil steht erneut leer. Nach dem Auszug von Bershka und Go Asia beginnt nun ein umfassender Umbau.

Was geschehen ist – die Kernmeldung zur Situation auf der Zeil

Auf der Frankfurter Zeil, einer der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands, hat sich die Situation rund um das ehemalige Karstadt-Kaufhaus erneut zugespitzt. Das markante, sechsgeschossige Gebäude, das über Jahrzehnte als kommerzieller Ankerpunkt zwischen der Hauptwache und der Konstablerwache fungierte, steht seit Mitte August 2026 wieder weitgehend leer. Nachdem die spanische Modekette Bershka Anfang August ihre großflächigen Räumlichkeiten im Erdgeschoss aufgegeben hat, folgte am vergangenen Samstag der Supermarkt Go Asia, der das Untergeschoss nutzte. Beide Unternehmen sind dabei, ihre Mietflächen vollständig zu räumen. Dieser Leerstand markiert einen weiteren Tiefpunkt in der Geschichte der Immobilie, die seit der Insolvenz des Kaufhaus-Konzerns Karstadt vor drei Jahren zunehmend an Bedeutung verloren hat. Die Eigentümergesellschaft, die Sahle Wohnen Gruppe, hat bereits angekündigt, dass mit dem Auszug der letzten Mieter nun eine umfassende Umgestaltung des Gebäudekomplexes eingeleitet wird. Die Arbeiten, die im September beginnen sollen, markieren den Startpunkt für eine grundlegende Sanierung, die das Erscheinungsbild der Zeil in diesem Bereich maßgeblich verändern wird. Während die Stadt Frankfurt die Maßnahmen zur Beseitigung des Leerstands begrüßt, müssen sich Passanten auf eine weitere Großbaustelle einstellen, die das Bild der Einkaufsmeile für die kommenden zwei Jahre prägen wird.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Zeitpläne im Überblick

Die Details zum Auszug der bisherigen Mieter sind präzise: Die Modekette Bershka, die vor zwei Jahren einzog, schloss Anfang August ihre Türen. Die Marke plant Berichten zufolge einen Umzug in das Skyline Plaza nahe der Messe, der noch im laufenden Jahr 2026 erfolgen soll. Der Supermarkt Go Asia beendete seinen Betrieb im Untergeschoss am vergangenen Samstag. Die Kette bleibt jedoch in Frankfurt präsent, unter anderem im Einkaufszentrum MyZeil und künftig auch im Hauptbahnhof. Die Eigentümerin, Sahle Wohnen, hat einen straffen Zeitplan für die Sanierung vorgelegt. Ab September 2026 beginnt der Innenausbau. Ab dem Jahr 2027 soll der Fokus auf der Fassadengestaltung liegen, wobei eine großflächige Glasfront für die unteren drei Etagen vorgesehen ist. Die oberen Stockwerke werden nach derzeitigem Stand dauerhaft ungenutzt bleiben. Das Ziel für den Abschluss der Arbeiten ist der Juli 2028. Als potenzielle Nachmieter wurden von Sahle Wohnen die Modekette C&A, die derzeit in der Nähe an der Konstablerwache ansässig ist, sowie das Modeoutlet TK Maxx genannt. Auch die Sportartikelkette Decathlon, bereits auf der Zeil vertreten, zeigt Interesse. Eine offizielle Bestätigung dieser Mietverhältnisse durch die Unternehmen steht jedoch noch aus.

Hintergrund – Der lange Weg vom Kaufhaus zum Sanierungsobjekt

Die Geschichte des Gebäudes auf der Zeil ist eng mit dem Niedergang des klassischen Kaufhaus-Einzelhandels verknüpft. Der sechsgeschossige Bau, der architektonisch oft als weißlich-grauer, wenig ansprechender Kasten kritisiert wurde, verlor mit der Insolvenz von Karstadt vor drei Jahren seinen ursprünglichen Zweck. Seitdem kämpft die Immobilie mit einem schleichenden Verfall. Fassadenteile fehlen, andere Bereiche sind aus Sicherheitsgründen mit Netzen gesichert. Ursprünglich hatten die Eigentümer deutlich ambitioniertere Pläne verfolgt. Vor einigen Jahren stand noch ein kompletter Abriss des Bestandsgebäudes zur Debatte, um Platz für einen modernen Neubau zu schaffen, der eine Mischung aus Einzelhandel, Wohnungen und einem Hotel hätte beherbergen sollen. Diese Pläne wurden jedoch verworfen. Stattdessen entschied man sich für eine Strategie der kosmetischen Korrekturen und Sanierung. Der aktuelle Zustand des Gebäudes spiegelt die Schwierigkeiten wider, große Kaufhausflächen in modernen Innenstädten sinnvoll nachzunutzen. Dass das Gebäude nun erneut komplett leer steht, ist das Ergebnis einer Entwicklung, bei der kurzfristige Zwischennutzungen wie die von Bershka und Go Asia zwar für eine gewisse Zeit Leben in das Haus brachten, aber keine nachhaltige Lösung für die gesamte Immobilie darstellten.

Die Beteiligten – Wer entscheidet und wer sich äußert

Im Zentrum der Entscheidungen steht die Eigentümergruppe Sahle Wohnen, die für die Verwaltung und die Sanierungsstrategie der Immobilie verantwortlich zeichnet. Sie kommuniziert die Zeitpläne und die potenziellen neuen Mieter. Auf städtischer Seite ist Planungsdezernent Markus Gwechenberger (SPD) die zentrale Figur. Er bewertet die Situation aus der Perspektive der Stadtentwicklung und betont, dass die Vermeidung von Leerstand auf der Zeil oberste Priorität habe. Er nimmt dabei in Kauf, dass sich das Areal zu einer noch größeren Baustelle entwickelt. Auf der Seite der Mieter stehen die genannten Unternehmen: Bershka, das sich in Richtung Skyline Plaza orientiert, sowie Go Asia, das seine Präsenz in anderen Frankfurter Standorten wie dem MyZeil und dem Hauptbahnhof beibehält. Die potenziellen neuen Mieter C&A, TK Maxx und Decathlon sind als Akteure genannt, die das Gebäude nach der Sanierung mit neuem Leben füllen könnten. Die Besucher der Zeil sind als Betroffene der Baumaßnahmen zu nennen, da sie sich auf Einschränkungen einstellen müssen, die durch die Bautätigkeiten und die notwendige Logistik, etwa für Baufahrzeuge, entstehen.

Einordnung – Was die Umbaumaßnahmen für die Zeil bedeuten

Einzuordnen ist die aktuelle Entwicklung als ein schwieriger Spagat zwischen notwendiger Sanierung und der Attraktivität einer Einkaufsmeile. Die Tatsache, dass das Gebäude nach nur zwei Jahren Zwischennutzung wieder leer steht, zeigt, wie fragil die Nachnutzungskonzepte für ehemalige Kaufhäuser sind. Den Berichten zufolge ist die Entscheidung für eine Sanierung statt eines Abrisses ein Zugeständnis an die wirtschaftliche Realität. Die geplante Glasfassade soll das Gebäude optisch aufwerten, doch die dauerhafte Leerlegung der oberen Stockwerke deutet darauf hin, dass eine Vollvermietung der gesamten Fläche derzeit nicht möglich oder nicht wirtschaftlich sinnvoll erscheint. Die Stadt Frankfurt nimmt eine pragmatische Haltung ein: Man akzeptiert die Belastung durch die Baustelle, um den langfristigen Leerstand zu beenden. Dass Pläne für eine neue Querung durch das Areal, die eine Parallelgasse zur Zeil geschaffen hätte, vorerst vom Tisch sind, zeigt zudem, dass städtebauliche Visionen oft an den Realitäten der Immobilienwirtschaft scheitern. Gwechenberger mahnt hierbei einen langen Atem an, was verdeutlicht, dass die Entwicklung der Zeil ein Prozess ist, der über Jahre hinweg geplant und umgesetzt werden muss.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht beantworten kann

Der Quelltext lässt eine Reihe von Fragen unbeantwortet, die für die zukünftige Entwicklung des Standorts entscheidend sind. Zunächst bleibt unklar, wie die Finanzierung der Sanierung im Detail aussieht und ob die Eigentümergruppe Sahle Wohnen die Kosten allein trägt oder staatliche Förderungen in Anspruch nimmt. Zudem fehlen verbindliche Aussagen der potenziellen neuen Mieter: Weder C&A noch TK Maxx oder Decathlon haben ihre Einzüge offiziell bestätigt, weshalb die künftige Mieterstruktur des Gebäudes spekulativ bleibt. Auch bleibt offen, was genau mit den oberen Etagen geschehen soll, die laut Plan dauerhaft leer bleiben sollen – ob hier eine Umnutzung für Büros oder andere Zwecke in ferner Zukunft angedacht ist, wird nicht thematisiert. Ebenso bleibt unklar, wie die Stadt Frankfurt die logistischen Herausforderungen der Baustelle bewältigen will, ohne die Attraktivität der Zeil für Kunden während der zweijährigen Bauzeit massiv zu beeinträchtigen. Die konkreten Auswirkungen auf den Fußgängerverkehr und die Erreichbarkeit der angrenzenden Geschäfte sind ebenfalls noch nicht im Detail geklärt.

Wie es weitergeht – Termine und ausstehende Entscheidungen

Der Zeitplan für die kommenden Monate ist klar definiert: Im September 2026 sollen die Bauarbeiten mit dem Innenausbau beginnen. Dies ist der Startschuss für eine Phase, die das Gebäude grundlegend verändern wird. Ab dem Jahr 2027 ist die Fassadenerneuerung geplant, die das optische Erscheinungsbild des Hauses an der Zeil maßgeblich beeinflussen wird. Die Eigentümerin Sahle Wohnen hat den Juli 2028 als spätestes Datum für den Abschluss der Sanierung und die Übergabe an die neuen Mieter genannt, wobei die Hoffnung auf eine frühere Fertigstellung besteht. Für die Stadt Frankfurt bedeutet dies eine Fortsetzung der Bautätigkeiten, da bereits seit zwei Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft ein anderer Komplex saniert wird. Die weitere Entwicklung hängt nun maßgeblich davon ab, ob die genannten potenziellen Mieter ihre Verträge tatsächlich unterzeichnen und ob der Zeitplan für die Sanierung ohne weitere Verzögerungen eingehalten werden kann. Die Beobachtung der Baustelle und die offizielle Bestätigung der neuen Mieter werden die nächsten Schritte sein, die das öffentliche Interesse an diesem zentralen Standort bestimmen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-verkehr-nacht-strasse-19282141/ · Foto: Masood Aslami
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-zeil-frankfurt-karstadt-gebaeude-steht-wieder-leer-und-wird-umgebaut-100.html