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Windows 11: Onedrive Photos verschwindet aus Startmenü - ist aber noch da
Technik · 21.08.2026 08:25

Windows 11: Onedrive Photos verschwindet aus Startmenü - ist aber noch da

Kurz: Microsoft entfernt die App 'Onedrive Photos' aus dem Startmenü von Windows 11, nachdem sie versehentlich breitflächig verteilt wurde.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Microsoft hat eine bemerkenswerte Anpassung an seinen Betriebssystemen Windows 11 und Windows 10 vorgenommen. Die Anwendung mit dem Namen „Onedrive Photos“, die in den vergangenen Tagen für Aufmerksamkeit sorgte, wird nun aktiv aus den sichtbaren Bereichen der Benutzeroberfläche entfernt. Konkret bedeutet dies, dass die App nicht mehr in den App-Listen des Startmenüs erscheint und auch bei der Nutzung der Windows-Suche nicht mehr als Treffer gelistet wird. Diese Maßnahme erfolgt, nachdem die Software zuvor bei einer Vielzahl von Nutzern auf den Systemen gelandet war. Interessanterweise handelt es sich dabei nicht um eine vollständige Deinstallation im klassischen Sinne. Die Dateien der Anwendung verbleiben weiterhin auf der Festplatte der betroffenen Computer. Nutzer, die das Programm trotz der Ausblendung aus dem Startmenü weiterhin verwenden möchten, haben dazu nach wie vor die Möglichkeit, indem sie die entsprechende ausführbare Datei manuell im Dateisystem ansteuern. Microsoft reagiert damit auf eine Situation, die das Unternehmen selbst als eine versehentliche, zu breit angelegte Verteilung der Software bezeichnet hat, während gleichzeitig Kritik an der fehlenden Deinstallationsmöglichkeit laut wurde.

Die Einzelheiten zum Vorfall

Bei der Applikation „Onedrive Photos“ handelt es sich um eine neuartige Client-Anwendung, die auf der Webview2-Technologie basiert. Ihre primäre Funktion besteht darin, eine Brücke zwischen lokal auf dem Rechner gespeicherten Bildern und den in der Cloud auf Onedrive.com abgelegten Dateien zu schlagen. Die Software ist so konzipiert, dass sie die Ordnerstruktur des Computers automatisch nach Bilddateien durchforstet. Dabei bietet sie dem Anwender die Freiheit, spezifische Speicherorte manuell hinzuzufügen oder gezielt auszuschließen. In durchgeführten Tests zeigte sich die Anwendung hinsichtlich der Systemressourcen relativ genügsam, da der Arbeitsspeicherverbrauch unter der Marke von einem Gigabyte RAM blieb. Besonders kritisch wurde von Anwendern wahrgenommen, dass die App keine separate Deinstallationsroutine bot. Ein Versuch, die App über die üblichen Windows-Einstellungen zu entfernen, führte Nutzer stattdessen direkt zum Haupt-Synchronisations-Client von Onedrive. Dies barg erhebliche Risiken, da eine Deinstallation dieses Haupt-Clients potenziell Ordnerverknüpfungen im Datei-Explorer beschädigen und die gesamte Cloud-Synchronisation unterbrechen konnte. Jeff Teper, eine Führungskraft bei Microsoft, äußerte sich dazu auf der Plattform X und stellte klar, dass ein neuer Fotobereich innerhalb von Onedrive getestet werden sollte, der jedoch über das vorgesehene Maß hinaus verbreitet wurde.

Hintergrund und bisheriger Verlauf

Der aktuelle Vorfall ist das Ergebnis eines fehlerhaften Rollouts, der weit über die üblichen Testumgebungen hinausging. Microsoft hatte die Anwendung „Onedrive Photos“ sogar auf Unternehmens-PCs verteilt, auf denen die Software jedoch gar nicht erst startete, was die Problematik der ungewollten Installationen weiter verschärfte. Diese weitreichende Verteilung wurde vom Hersteller nachträglich als Versehen eingestuft. Hintergrund der Entwicklung ist das Bestreben von Microsoft, die Integration von Cloud-Diensten und lokalen Medien in Windows weiter zu vertiefen. Den Berichten zufolge war das Ziel des Projekts, einen neuen Fotobereich in Onedrive zu erproben, der eine nahtlose Verwaltung von Bildern ermöglichen sollte. Dass dieser Testlauf eine derartige Eigendynamik entwickelte und ungefragt auf so vielen Systemen landete, sorgte für Unmut. Die Verwirrung wurde dadurch verstärkt, dass die App nicht als optionales Update, sondern als fester Bestandteil des Systems wahrgenommen wurde, der sich nicht ohne Weiteres wieder entfernen ließ. Dies steht im Kontrast zu der von Microsoft betonten Philosophie, dass Windows Photos auch in Zukunft die Wahl zwischen lokalen und Cloud-Fotos bieten soll, wobei der Nutzer stets die Option haben müsse, Onedrive zu nutzen oder eben ganz darauf zu verzichten.

Die Beteiligten und ihre Rollen

Im Zentrum der Ereignisse steht Microsoft als Softwarehersteller, der sowohl für die Entwicklung als auch für die fehlerhafte Verteilung der Anwendung verantwortlich ist. Jeff Teper, ein bekannter Vertreter des Unternehmens, fungierte als Sprachrohr und erläuterte auf der Plattform X die Hintergründe der missglückten Testphase. Er betonte dabei die Absicht, die Wahlfreiheit der Nutzer in Bezug auf die Synchronisation von Fotos zu wahren. Auf der anderen Seite stehen die Nutzer von Windows 11 und Windows 10, die durch die ungewollte Installation der App mit einer Software konfrontiert wurden, die sich nicht wie gewohnt verwalten ließ. Besonders betroffen waren dabei auch IT-Administratoren in Unternehmen, deren Systeme durch den Rollout auf PCs, auf denen die App gar nicht funktionsfähig war, unnötig belastet wurden. Die Berichterstattung über den Vorfall wurde maßgeblich durch Windows Latest vorangetrieben, deren Analysen das Verschwinden der App aus den Suchergebnissen und dem Startmenü dokumentierten. Diese Akteure bilden das Geflecht aus Entwicklern, Anwendern und Beobachtern, die den Prozess der Korrektur durch Microsoft nun genau verfolgen.

Einordnung der Situation

Einzuordnen ist das Vorgehen von Microsoft als eine Art „Notbremse“. Da das Unternehmen den Fehler der zu breiten Verteilung erkannt hat, aber die bereits installierten Dateien nicht sofort systemweit und rückstandslos löschen kann, ohne die Stabilität der Onedrive-Synchronisation zu gefährden, wurde der Weg des Ausblendens gewählt. Es handelt sich hierbei um eine rein kosmetische Korrektur der Benutzeroberfläche. Die Software selbst verbleibt als „tote“ oder zumindest versteckte Komponente auf dem System. Den Berichten zufolge ist dies eine Übergangslösung, bis eine saubere Deinstallationsroutine bereitgestellt werden kann. Die Kritik der Nutzer an der fehlenden Deinstallationsmöglichkeit war berechtigt, da die Verknüpfung mit dem Haupt-Client von Onedrive für viele Anwender eine unzumutbare Hürde darstellte. Dass Microsoft nun reagiert und Steuerelemente verspricht, die eine Trennung der Funktionen ermöglichen, zeigt, dass das Unternehmen den Druck der Anwendergemeinschaft wahrgenommen hat. Die Situation verdeutlicht zudem die Komplexität der Integration von Cloud-Diensten in ein Betriebssystem, bei der die Grenzen zwischen Systemkomponente und optionaler App oft verschwimmen.

Offene Fragen und Lücken

Trotz der offiziellen Kommunikation durch Microsoft bleiben einige Fragen unbeantwortet. Der Quelltext macht beispielsweise keine präzisen Angaben darüber, wann genau die angekündigte Deinstallationsoption für die Nutzer zur Verfügung stehen wird. Es gibt keinen konkreten Zeitplan für das Update, das die „Photos-Funktion“ unabhängig vom Onedrive-Hauptprogramm entfernen soll. Ebenso bleibt unklar, warum die App überhaupt in einem derart frühen und fehleranfälligen Stadium auf so vielen Systemen verteilt wurde, obwohl sie auf einigen Rechnern, insbesondere im Unternehmensumfeld, gar nicht erst startete. Es wird nicht explizit erläutert, welche technischen Hürden eine sofortige, vollständige Löschung der App verhindern, außer dem Hinweis auf die Gefahr für bestehende Ordnerverknüpfungen. Auch zur Frage, ob Nutzer, die die App bereits manuell über den Installationsordner gestartet haben, mit weiteren, unvorhergesehenen Synchronisationsproblemen rechnen müssen, schweigt sich der Quelltext aus. Die genauen Mechanismen, wie Microsoft die App in Zukunft sauber von Onedrive trennen will, ohne die bestehende Datenstruktur zu gefährden, werden ebenfalls nicht im Detail dargelegt.

Wie es weitergeht

Für die Zukunft hat Microsoft klare Schritte angekündigt, um die Situation zu bereinigen. Das Unternehmen hat in einer Nachricht im Admin-Portal offiziell zugesichert, dass entsprechende Steuerelemente nachgereicht werden. Diese sollen es den Anwendern ermöglichen, die „Photos-Funktion“ unabhängig vom Onedrive-Hauptprogramm zu deinstallieren. Ein zentrales Versprechen dabei ist, dass diese Trennung die Dateisynchronisierung sowie die bestehenden Fotos auf dem Rechner vollkommen unberührt lassen soll. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen sich Nutzer, die die App nicht mehr auf ihrem System haben wollen, in Geduld üben oder die Anwendung einfach ignorieren, da sie aus der Benutzeroberfläche entfernt wurde. Wer die App dennoch nutzen möchte, kann dies weiterhin durch das manuelle Ausführen der Datei „Onedrive.App.exe“ im Installationsverzeichnis tun. Es bleibt abzuwarten, wie schnell Microsoft das versprochene Update ausrollt, um die bisherige Übergangslösung durch eine dauerhafte und saubere Deinstallationsmöglichkeit zu ersetzen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/laptop-technologie-modern-bildschirm-13823992/ · Foto: Damir K
Quelle: https://www.golem.de/news/windows-11-onedrive-photos-verschwindet-aus-startmenue-ist-aber-noch-da-2608-212152.html