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Warum Sebastian Hoeneß Nick Woltemade ans Kopfballpendel schickte
Sport · 30.07.2026 19:01

Warum Sebastian Hoeneß Nick Woltemade ans Kopfballpendel schickte

Kurz: VfB-Trainer Sebastian Hoeneß gibt Einblicke in seine Trainingsarbeit. Wie er Nick Woltemade durch gezieltes Training am Kopfballpendel zum Nationalstürmer formt

Einblicke in die Trainingsphilosophie des VfB Stuttgart

Beim renommierten Trainerkongress in Mainz gewährte Sebastian Hoeneß, Cheftrainer des VfB Stuttgart, seltene Einblicke in seine tägliche Arbeit. In einer Expertenrunde, an der unter anderem Matthias Sammer, Florian Kohfeldt und Marie-Louise Eta teilnahmen, diskutierte Hoeneß über die Entwicklung von Spielern und die Umsetzung einer klaren Spielidee. Dabei betonte er, dass es die zentrale Aufgabe eines Trainers sei, den Akteuren genau jene Fähigkeiten zu vermitteln, die für das jeweilige taktische Konzept erforderlich sind.

Die Transformation des Nick Woltemade

Ein prominentes Beispiel für diesen methodischen Ansatz ist die Entwicklung von Nick Woltemade. Der Spieler, der ursprünglich als Mittelfeldakteur nach Stuttgart wechselte, durchlief unter Hoeneß eine bemerkenswerte Wandlung. Der VfB-Coach erkannte in dem 1,98 Meter großen Profi das Potenzial für eine Rolle im Sturmzentrum, insbesondere als Nachfolger für Serhou Guirassy. Doch trotz seiner beeindruckenden Physis gab es eine Schwachstelle: das Kopfballspiel.

Hoeneß stellte fest, dass Woltemade aufgrund seiner bisherigen Karriere als Mittelfeldspieler in diesem Bereich Defizite aufwies. Anstatt sich auf taktische Komplexität zu verlassen, entschied sich das Trainerteam für eine Rückbesinnung auf klassische Trainingsmethoden.

Das Kopfballpendel als Schlüssel zum Erfolg

Um die Kopfballtechnik des Stürmers gezielt zu verbessern, reaktivierte der VfB Stuttgart ein klassisches Trainingsinstrument: das Kopfballpendel. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinweg lag der Fokus im Training verstärkt auf dieser Übung. Hoeneß beschrieb den Prozess als schlicht, aber effektiv. Die kontinuierliche Wiederholung führte zu sichtbaren Fortschritten in Timing und Technik.

Neben der reinen Kopfballstärke hob Hoeneß Woltemades Spielintelligenz hervor. Er lobte dessen Stellungsspiel sowie die Fähigkeit, auch in Räumen weit abseits des gegnerischen Tores am Spielgeschehen teilzunehmen. Die Kombination aus seiner Körpergröße, dem verbesserten Kopfballtiming und der taktischen Flexibilität machte ihn zu einer schwer zu verteidigenden Waffe im Strafraum.

Kleine Impulse mit großer Wirkung

Für Sebastian Hoeneß ist die Entwicklung von Spielern oft das Ergebnis solcher „kleinen Impulse“. Er gab zu bedenken, dass man im modernen Fußball aufgrund der zunehmenden Komplexität der Taktik manchmal vergesse, wie wichtig die Arbeit an fundamentalen technischen Fertigkeiten sei.

Der Erfolg gibt diesem pragmatischen Ansatz recht: Unter der Anleitung von Hoeneß reifte der großgewachsene Angreifer zum Nationalstürmer. Die sportliche Entwicklung mündete schließlich in einem Transfer nach Newcastle, bei dem eine Rekordablösesumme von 75 Millionen Euro für den VfB Stuttgart erzielt wurde. Die Geschichte von Woltemade dient damit als Beleg dafür, wie gezieltes Einzeltraining und eine klare Vision des Trainers die Karriere eines Spielers nachhaltig verändern können.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/spielen-sportler-athleten-fussballspieler-12313948/ · Foto: Omar Ramadan
Quelle: https://www.sportschau.de/regional/swr/swr-warum-sebastian-hoeness-nick-woltemade-ans-kopfballpendel-schickte-100.html