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Warum Behörden seit Jahren vor Lösegeldzahlungen warnen – und eine neue Studie ihnen recht gibt
Technik · 29.07.2026 13:55

Warum Behörden seit Jahren vor Lösegeldzahlungen warnen – und eine neue Studie ihnen recht gibt

Kurz: Behörden warnen seit Jahren vor Lösegeldzahlungen bei Ransomware. Eine neue Studie zeigt nun, dass Erpresser nach der ersten Zahlung oft weitere Forderungen ste

Die Gefahr der Lösegeldzahlung bei Ransomware-Attacken

Wenn Unternehmen oder Privatpersonen Opfer einer Ransomware-Attacke werden, stehen sie vor einer existentiellen Entscheidung: Sollen sie das geforderte Lösegeld zahlen, um ihre verschlüsselten Daten zurückzuerhalten oder die Veröffentlichung sensibler Informationen zu verhindern? Behörden und Sicherheitsexperten raten seit Jahren eindringlich von solchen Zahlungen ab. Die Argumentation ist dabei stets dieselbe: Jede Zahlung motiviert die Täter zu weiteren Angriffen und stellt ihnen finanzielle Mittel für neue, noch komplexere Attacken zur Verfügung.

Wenn aus einer Erpressung ein Dauerzustand wird

Ein aktueller Bericht des Sicherheitsunternehmens Proofpoint liefert nun ein weiteres, alarmierendes Argument gegen Lösegeldzahlungen. Die Untersuchung, für die knapp 1.000 Sicherheitsexperten in zwölf Märkten befragt wurden, zeichnet ein düsteres Bild der aktuellen Bedrohungslage. Demnach haben 54 Prozent der Unternehmen, die von einem erfolgreichen Ransomware-Angriff betroffen waren, das geforderte Geld tatsächlich gezahlt.

Besonders kritisch ist dabei das Verhalten der Angreifer nach dem Zahlungseingang: Bei 37 Prozent dieser Firmen – also bei mehr als jedem dritten zahlenden Unternehmen – gaben sich die Kriminellen nicht mit der ersten Summe zufrieden. Statt die Daten freizugeben oder von der Veröffentlichung abzusehen, forderten sie weitere Zahlungen. Die Ransomware-Attacke entwickelt sich somit von einem punktuellen Ereignis zu einem fortlaufenden Erpressungsprozess.

Warum die Täter am längeren Hebel sitzen

Die Strategie der Angreifer basiert laut Proofpoint auf einem Arsenal an Druckmitteln, das sie auch nach einer Zahlung nicht aus der Hand geben. Selbst wenn ein Unternehmen zahlt, verfügen die Kriminellen weiterhin über:

* Die Kontrolle über die verschlüsselten Datenbestände.

* Kopien der gestohlenen, sensiblen Informationen.

* Die Möglichkeit, mit der Veröffentlichung dieser Daten im Dark Web zu drohen.

Durch diese Kombination aus verschiedenen Druckmitteln können die Täter ihre Opfer über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder unter Druck setzen, ohne ihre ursprünglichen Versprechen einlösen zu müssen.

Phishing als primäres Einfallstor

Die Studie beleuchtet auch die technischen Hintergründe der Angriffe. In 47 Prozent der untersuchten Fälle bildeten bösartige Links, die zu Phishing-Seiten führten oder den Download von Malware initiierten, den Ausgangspunkt der Attacke. Dies unterstreicht die Bedeutung des menschlichen Faktors bei der IT-Sicherheit.

Zudem spielt moderne Technologie den Angreifern in die Hände: 65 Prozent der befragten Experten gaben an, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Angriffe deutlich effektiver gemacht hat. KI-gestützte Methoden ermöglichen es den Tätern, Phishing-Versuche und Identitätsdiebstähle überzeugender und zielgerichteter zu gestalten, wodurch sie für die Empfänger kaum noch von legitimer Kommunikation zu unterscheiden sind.

Strategien für eine effektive Cyberabwehr

Angesichts dieser Bedrohungslage betonen Experten, dass eine proaktive Verteidigungsstrategie unverzichtbar ist. Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören:

* **Mitarbeiterschulungen:** Da Phishing das häufigste Einfallstor ist, ist die Sensibilisierung der Belegschaft für verdächtige Kommunikation entscheidend.

* **Offline-Backups:** Regelmäßige Datensicherungen, die physisch vom Netzwerk getrennt gelagert werden, stellen eine wichtige Versicherung gegen die totale Datenverschlüsselung dar.

* **KI-gestützte Abwehrsysteme:** Die Implementierung moderner Sicherheitslösungen für die gesamte IT-Infrastruktur kann helfen, die durch KI verstärkten Angriffe frühzeitig zu erkennen und abzuwehren.

Die Erkenntnisse aus der Proofpoint-Studie verdeutlichen, dass die Zahlung von Lösegeld kein verlässlicher Ausweg aus einer Ransomware-Situation ist. Stattdessen erhöht sie das Risiko, in eine dauerhafte Erpressungsspirale zu geraten, während die Investition in präventive Sicherheitsmaßnahmen den einzigen nachhaltigen Schutz gegen Cyberkriminalität bietet.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stift-vintage-arbeitsplatz-notizblock-28077388/ · Foto: Nic Wood
Quelle: https://t3n.de/news/loesegeldzahlung-ransomware-angriffe-studie-1754772/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed