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Walbrände in Griechenland: Wind facht Feuer weiter an
Schlagzeilen · 02.08.2026 05:11

Walbrände in Griechenland: Wind facht Feuer weiter an

Kurz: Starke Winde erschweren die Löscharbeiten bei den verheerenden Waldbränden in Griechenland. Tausende Menschen mussten ihre Häuser in der Region um Athen verlass

Dramatische Lage in der Region Attika

Die Situation rund um die griechische Hauptstadt Athen hat sich in den vergangenen Tagen massiv zugespitzt. Insbesondere in der Umgebung des Dorfes Porto Germeno breiten sich die Flammen derzeit mit hoher Geschwindigkeit aus. Die betroffenen Gebiete, darunter Ortschaften wie Alepochori, Psatha und Zachouli, liegen etwa 60 Kilometer westlich von Athen. Angesichts der rasanten Ausbreitung des Feuers sah sich das Ministerium für Bürgerschutz gezwungen, per SMS offizielle Evakuierungsaufforderungen an Anwohner und Touristen zu versenden, um diese vor der drohenden Gefahr zu warnen.

Die Bilanz der Zerstörung ist bereits jetzt beträchtlich: Schätzungen zufolge sind rund 5.000 Hektar Land den Flammen zum Opfer gefallen. Dies entspricht einer Fläche von etwa 50 Quadratkilometern, was in etwa der Größe der Stadt Konstanz gleichkommt.

Schwierige Bedingungen für die Einsatzkräfte

Der Kampf gegen die Feuerwand gestaltet sich für die Rettungskräfte extrem schwierig. Am Boden sind rund 500 Feuerwehrleute im Einsatz, die durch internationale Unterstützung aus Ländern wie Rumänien und Frankreich sowie durch zahlreiche Freiwillige verstärkt werden. Trotz dieses massiven Aufgebots kommen die Einsatzkräfte nur langsam voran. Die Intensität des Feuers ist so groß, dass die Flammen laut Berichten teilweise über 20 Meter hohe Baumwipfel in den Nachthimmel schlugen.

Ein wesentlicher Faktor für die schnelle Ausbreitung sind die starken Winde, die eine effektive Brandbekämpfung aus der Luft über weite Strecken unmöglich machten. Löschhubschrauber konnten lediglich in den Abendstunden kurzzeitig operieren, als der Wind vorübergehend nachließ. Mit Einbruch der Dunkelheit mussten die Lufteinsätze jedoch regelmäßig unterbrochen werden. Giorgos Dasiotis, der stellvertretende Gouverneur von Böotien, beschrieb die Lage gegenüber ERTNews als albtraumhaft und betonte, dass das Unheil bei anhaltenden Winden kaum noch aufzuhalten sei.

Strategien gegen die Feuergefahr

Um die Ausbreitung der Brände zu bremsen, kommen in der Region Attika schwere Baumaschinen zum Einsatz. Bagger ziehen Brandschneisen, während Tankwagen die Wasserversorgung für die Löscharbeiten sicherstellen. Griechenland setzt grundsätzlich auf präventive Maßnahmen wie das regelmäßige Entfernen von Unterholz, um die Brandlast in den Wäldern zu reduzieren.

Die Hoffnung der Behörden ruht nun auf einer Wetterbesserung. Für den Sonntag wurde eine Abschwächung der Winde prognostiziert, was den Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern erleichtern könnte. Dennoch bleibt die Lage aufgrund der hohen Temperaturen und der anhaltenden Trockenheit in weiten Teilen des Landes äußerst kritisch.

Entwicklung in Frankreich

Während Griechenland gegen die aktuellen Brände kämpft, entspannt sich die Lage in anderen Teilen Südeuropas teilweise. In Frankreich konnte ein massives Waldbrandgebiet nahe Bordeaux nach rund anderthalb Wochen unter Kontrolle gebracht werden. Premierminister Sébastien Lecornu bestätigte, dass die Gefahr dort weitgehend gebannt sei, wies jedoch darauf hin, dass dies nicht mit einem vollständigen Erlöschen gleichzusetzen ist. Einsatzkräfte und Landwirte bleiben vor Ort, um Glutnester zu überwachen.

Die Bilanz in Frankreich ist dennoch schwerwiegend: 252 Gebäude wurden zerstört, und über 330 Feuerwehrleute erlitten Verletzungen. Von den 224.000 evakuierten Personen konnten die meisten bereits in ihre Unterkünfte zurückkehren. Im südfranzösischen Département Var bleibt die Situation jedoch angespannt, da dort ein wieder aufgeflammter Brand auf einer Fläche von etwa 1.800 Hektar bekämpft werden muss, was die laufenden Anstrengungen der Einsatzkräfte verdeutlicht.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/dramatischer-waldbrand-vernichtet-waldgebiet-38369173/ · Foto: Özgür Sürmeli
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/waldbraende-europa-griechenland-evakuierung-100.html